Jens Spahn, Sardinien-Reise

Jens Spahn: Grüne kritisieren Sardinien-Reise während Ausschuss

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 17:54 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Der Grünen-Haushälter Andreas Audretsch kritisiert den CDU-Politiker scharf, weil dieser während einer Sitzungswoche auf Sardinien war. Aus Sicht der Grünen passt das nicht zu den Forderungen der Union nach mehr Arbeit und Kontrolle.

Grüne werfen Spahn mangelndes Anstandsgefühl vor
Jens Spahn (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Der Grünen-Haushälter und stellvertretende Fraktionschef Andreas Audretsch wirft dem CDU-Politiker Jens Spahn vor, völlig entkoppelt von der Stimmung im Land zu sein. Anlass ist Spahns Aufenthalt auf Sardinien während einer Sitzungswoche des Bundestags, in der er im Haushaltsausschuss fehlte.

Audretsch kritisiert politischen Widerspruch

Die CDU und Spahn selbst hätten monatelang die Diskussion vorangetrieben, dass die Menschen in Deutschland zu wenig arbeiteten und stärker kontrolliert werden müssten, sagte Audretsch den Funke-Medien. Spahn habe in diesem Zusammenhang von „Bettkantenentscheidungen“ gesprochen.

Dass Spahn anschließend auf Sardinien statt im Ausschuss gewesen sei, offenbare eine tiefe Diskrepanz zwischen politischen Forderungen und eigenem Handeln, sagte Audretsch. Es fehle jedes Gefühl für Anstand; Spahn sei damit völlig von der Stimmung im Land entkoppelt.

Reise löst Streit in der Union aus

Spahns Abwesenheit während der Sitzungswoche hatte auch innerhalb der Unionsfraktion für Unmut gesorgt. Nach Berichten über eine Reise mit seiner Familie nach Sardinien wurde in der Arbeitsgruppe Haushalt über seine weitere Mitarbeit beraten.

Als Lösung stand eine Weiterarbeit bis zum Jahresende im Raum. Spahns Umfeld erklärte, er sei an zwei Tagen aus familiären Gründen entschuldigt gewesen; eine Vertretung für die Sitzung des Haushaltsausschusses sei organisiert worden.

Der Streit um Jens Spahns Sardinien-Reise fällt in eine Phase, in der der CDU-Politiker nach seinem Rücktritt als Fraktionschef weiterhin eine wichtige parlamentarische Rolle behalten hat. Anfang September wurde bekannt, dass Spahn dem Haushaltsausschuss des Bundestags angehört. Das Gremium befasst sich mit den Ausgaben des Bundes und gehört damit zu den einflussreichsten Ausschüssen des Parlaments.

Besonders konfliktträchtig ist der Vorgang, weil die Abwesenheit während einer Sitzungswoche mit einer politischen Debatte über Arbeitsbereitschaft und Kontrolle verbunden wird. Audretsch stellt genau diesen Gegensatz heraus: Die Union habe zuvor höhere Arbeitsleistungen und strengere Maßstäbe eingefordert, während Spahn während laufender Ausschussarbeit auf Sardinien gewesen sei. Der Vorwurf richtet sich damit nicht nur gegen eine einzelne Abwesenheit, sondern gegen die Glaubwürdigkeit politischer Maßstäbe.

Parlamentarische Folgen

Innerhalb der Unionsfraktion wurde nach Medienberichten über Spahns Verbleib in der Arbeitsgruppe Haushalt beraten. Als vorläufige Lösung stand eine Bewährungsfrist bis zum Jahresende im Raum. Für die Haushaltsberatungen ist der Konflikt relevant, weil persönliche Auseinandersetzungen die Zusammenarbeit in einem Ausschuss belasten können, der über zentrale politische Prioritäten und die Finanzierung staatlicher Aufgaben entscheidet.

Für Spahn verschärft der Vorgang zudem eine bereits belastete politische Situation. Nach dem Ende seiner Zeit als Fraktionschef steht seine Rolle innerhalb der Union besonders unter Beobachtung. Die Grünen nutzen die Sardinien-Reise deshalb als Beispiel für eine aus ihrer Sicht erkennbare Lücke zwischen öffentlichen Forderungen und persönlichem Verhalten.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

n-tv: „Verliert CDU-Mann neue Position? Sardinien-Reise von Jens Spahn sorgt für großen Unmut in Fraktion“ (26.09.2026)

Der Artikel beschreibt den internen Streit über Spahns Reise während der Sitzungswoche und berichtet von einer möglichen letzten Chance bis zum Jahresende. Anders als die politische Kritik von Andreas Audretsch konzentriert sich der Beitrag auf die Reaktionen innerhalb der Unionsfraktion und die Bedeutung des Haushaltsausschusses für die Etatberatungen.

Deutschlandfunk: „Ex-Fraktionschef Neue Aufregung über Spahn in der Unionsfraktion - wegen Urlaubsfotos“ (27.09.2026)

Der Deutschlandfunk bestätigt den Ärger über Spahns Abwesenheit und die Aussprache in der Arbeitsgruppe Haushalt. Der Schwerpunkt liegt auf den unterschiedlichen Darstellungen der Abwesenheit, der fehlenden öffentlichen Stellungnahme der Fraktionsführung und der Frage, ob tatsächlich eine formelle Bewährungsfrist vereinbart wurde.

Übereinstimmend wird der Konflikt als Folge der Sardinien-Fotos und der Abwesenheit während der Sitzungswoche beschrieben. Unterschiede bestehen vor allem bei der Bewertung der internen Konsequenzen und beim Status einer möglichen Frist bis zum Jahresende.

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