Jürgen Klopp startet mit neuem Kader in zweite Trainingswoche
Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 11:26 Uhr | dpa, AD HOC NEWSJürgen Klopp hat nach der 0:1-Niederlage gegen Griechenland die Vorbereitung auf die zweite Länderspielwoche der deutschen Fußball-Nationalmannschaft aufgenommen.
Doppeltraining in Herzogenaurach
Der Bundestrainer setzte am Montag im Teamquartier in Herzogenaurach zwei Einheiten an, beide unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Bis Mittwoch soll der insgesamt 25 Spieler umfassende Kader in Franken trainieren, bevor die Mannschaft nach München weiterreist.
Dort trifft Deutschland am Donnerstag auf Serbien. Am Sonntag folgt in Griechenland das dritte noch ausstehende Spiel der Nations-League-Serie.
Neue Gruppe übernimmt
Finn Dahmen, Philipp Treu, Yannik Engelhardt, Bambasé Conté, Serge Gnabry und Nico Schlotterbeck bleiben aus der ersten Woche im Aufgebot, erhielten zum Auftakt der neuen Trainingsphase aber einen freien Tag. Florian Wirtz und Jonathan Burkardt waren bereits vorzeitig zum Team gestoßen und trainieren wegen der Belastungssteuerung nur dosiert.
Joshua Kimmich kehrte nach der Niederlage nach München zurück und bekommt ebenfalls eine Auszeit. Der Kapitän hätte nach eigenen Worten gerne weiter bei der Mannschaft trainiert: «Ich hatte bis zum Ende so ein bissel gehofft, zu bleiben», sagte er.
Deutschland unter Druck
Nach zwei Spielen hat die deutsche Mannschaft nur einen Punkt und liegt in ihrer Gruppe auf Platz drei. Griechenland führt mit fünf Punkten Vorsprung, die Niederlande liegen drei Zähler vor Deutschland. Damit sind sowohl der Gruppensieg als auch der angestrebte Viertelfinal-Einzug gefährdet.
«Wir haben leider nur einen Punkt geholt. Dementsprechend sind wir nicht in einer optimalen Position. Wir müssen jetzt gucken, dass wir die nächsten Spiele gewinnen, weil wir natürlich Erster oder Zweiter werden wollen», sagte Kimmich.
Nachfolger für Kimmich gesucht
Wer gegen Serbien und anschließend in Griechenland die Kapitänsbinde trägt, ist noch offen. Als mögliche Kandidaten gelten Serge Gnabry, Florian Wirtz, David Raum und Nico Schlotterbeck.
Neun Spieler im aktuellen Aufgebot haben noch kein Länderspiel bestritten. Klopp setzt die breite Personalsichtung damit auch in den entscheidenden Spielen der Nations-League-Gruppe fort.
Schwieriger Start in der Nations League
Mit einem Punkt aus zwei Spielen steht die deutsche Nationalmannschaft nach dem Auftakt auf Rang drei der Gruppe. Griechenland führt mit fünf Punkten Vorsprung, die Niederlande liegen ebenfalls vor Deutschland. Damit ist der angestrebte Gruppensieg bereits früh erschwert; auch der zweite Platz, der für den Viertelfinal-Einzug reicht, gerät unter Druck.
Die Niederlage gegen Griechenland war zugleich die erste deutsche Niederlage gegen diesen Gegner. Das 0:1 offenbarte vor allem ein bekanntes Problem: Gegen einen tief stehenden Abwehrblock fehlten lange Zeit Tempo, Präzision und klare Lösungen im letzten Drittel. Nach dem Gegentor verlor die Mannschaft zusätzlich an Ordnung.
Personalwechsel als Belastungsprobe
Klopp nutzt die Nations-League-Partien für eine ungewöhnlich breite Sichtung. Der Wechsel zwischen den beiden Kadergruppen schafft Chancen für Spieler ohne Länderspielerfahrung, erschwert aber zugleich eingespielte Abläufe. Gegen Serbien wird deshalb nicht nur das Ergebnis, sondern auch die Stabilität des neu formierten Teams im Mittelpunkt stehen.
Für die kommenden Spiele bleibt der Zeitplan eng: Nach der Partie in München folgt bereits am Sonntag das Rückspiel gegen Griechenland. Der deutsche Kader muss daher schnell Lösungen finden, ohne die Belastung der erfahrenen Spieler zu übersteuern. Besonders die offene Kapitänsfrage unterstreicht, dass Klopp seine Hierarchie noch ordnet.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Tagesspiegel: „Historische Niederlage: Deutschland verliert bei Klopps Heimdebüt erstmals gegen Griechenland“ (27.09.2026)
Der Bericht bestätige die Niederlage und ordne sie als ersten deutschen Verlust gegen Griechenland ein. Er hebe stärker als die dpa-Meldung den Spielverlauf, die fehlenden Lösungen gegen den Abwehrblock und den personellen Wechsel für die folgenden Partien hervor.
FOCUS online: „Erste Pfiffe unter Klopp, er ist halt kein Wunderheiler“ (28.09.2026)
Der Artikel beschreibe die 0:1-Niederlage als deutlichen Stimmungsdämpfer und betone die tiefer liegenden Probleme der Mannschaft. Anders als der Tagesspiegel richte er den Schwerpunkt auf die Reaktionen im Stadion und die hohe Erwartung an den neuen Bundestrainer; offen bleibe, wie schnell Klopp daraus sportliche Verbesserungen ableiten könne.
Beide Berichte bestätigten den Rückschlag zum Auftakt der zweiten Länderspielwoche. Während der Tagesspiegel den Spielverlauf und die Kaderteilung hervorhebe, konzentriere sich FOCUS stärker auf Stimmung und grundsätzliche Herausforderungen.
