Stromsteuer: Merz fordert Senkung fĂŒr alle Verbraucher 2027
Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 12:37 Uhr | dpa, AD HOC NEWSKoalition ringt um Stromkosten
- Friedrich Merz fordert in MĂŒnchen eine niedrigere Stromsteuer fĂŒr alle Verbraucher.
- Lars Klingbeil verlangt VorschlÀge zur Finanzierung der Entlastung.
- VergĂŒnstigungen gelten bislang nur fĂŒr produzierendes Gewerbe sowie Land- und Forstwirtschaft.
Merz verlangt Entlastung fĂŒr alle Stromkunden
Bundeskanzler Friedrich Merz fordert fĂŒr das kommende Jahr eine Senkung der Stromsteuer fĂŒr alle Verbraucher in Deutschland. In seiner Grundsatzrede auf dem CSU-Parteitag in MĂŒnchen sagte der CDU-Chef, die Steuer mĂŒsse sinken, damit die Menschen wieder mehr Geld zur VerfĂŒgung hĂ€tten.
Finanzminister verlangt Gegenfinanzierung
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil hatte zuvor erklĂ€rt, die erwarteten höheren Steuereinnahmen reichten nicht aus, um eine Senkung der Stromsteuer zu finanzieren. Wer eine solche MaĂnahme vorschlage, mĂŒsse zugleich darlegen, wie sie finanziert werden solle.
Koalitionsvertrag bleibt teilweise unerfĂŒllt
Union und SPD hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, die Strompreise in Deutschland zu senken. Aus finanziellen GrĂŒnden gilt die SteuervergĂŒnstigung bislang jedoch nicht fĂŒr alle Verbraucher.
Industrie und Landwirtschaft profitieren bereits
Von der bisherigen Regelung profitieren ausschlieĂlich das produzierende Gewerbe sowie die Land- und Forstwirtschaft. CSU-Chef Markus Söder hatte diese Begrenzung wiederholt kritisiert.
Die Forderung von Friedrich Merz verschĂ€rft den Verteilungskonflikt innerhalb der schwarz-roten Koalition. Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD vereinbart, die Stromsteuer fĂŒr alle schnellstmöglich auf das europĂ€ische MindestmaĂ zu senken. Umgesetzt wurde bislang nur eine Entlastung fĂŒr Industrie sowie Land- und Forstwirtschaft.
FĂŒr private Haushalte und viele kleinere Unternehmen bleibt damit entscheidend, ob die Bundesregierung im Haushalt 2027 tatsĂ€chlich zusĂ€tzlichen Spielraum schafft. Höhere erwartete Steuereinnahmen bedeuten nicht automatisch frei verfĂŒgbare Mittel: Sie können durch geringere zulĂ€ssige Neuverschuldung, bereits eingeplante Ausgaben und weitere Steuerentlastungen gebunden sein.
Finanzierung entscheidet ĂŒber Umsetzung
Finanzminister Lars Klingbeil verlangt deshalb einen konkreten Finanzierungsvorschlag. Regierung und Koalitionsfraktionen mĂŒssen nun klĂ€ren, ob die Entlastung vollstĂ€ndig, schrittweise oder ĂŒber eine andere PrioritĂ€tensetzung im Haushalt finanziert werden soll.
FĂŒr Verbraucher hĂ€tte eine niedrigere Stromsteuer eine direkte Wirkung auf die Rechnung, ihre Höhe hinge aber vom Umfang der Senkung und von der Weitergabe durch Versorger ab. Politisch steht zugleich die VerlĂ€sslichkeit des Koalitionsvertrags auf dem PrĂŒfstand: Merz drĂ€ngt öffentlich auf die MaĂnahme, wĂ€hrend Klingbeil auf die Haushaltslage verweist.
Entscheidung im Haushaltsverfahren
Der Streit dĂŒrfte die Beratungen ĂŒber den Bundeshaushalt 2027 prĂ€gen. Auch die LĂ€nder fordern eine schnelle Entlastung, wĂ€hrend VorschlĂ€ge zur Gegenfinanzierung konkretisiert werden mĂŒssen, bevor aus der politischen Zusage ein finanzierter Beschluss werden kann.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Stern: âRegierung hĂ€lt am Ziel der Stromsteuersenkung fest - Merz spricht mit Klingbeilâ (23.10.2026)
Der Bericht betone, dass die Bundesregierung am Ziel einer Stromsteuersenkung fĂŒr alle festhalte, zugleich aber ein Finanzierungsvorbehalt bestehe. Anders als die dpa-Meldung stelle er zusĂ€tzlich den Austausch zwischen Merz und Klingbeil sowie den Druck der LĂ€nder und der Opposition heraus.
Der Artikel ordne den Streit vor allem haushaltspolitisch ein und nenne erwartete Mehreinnahmen sowie zusÀtzliche Belastungen im Etat. Er richte den Schwerpunkt auf Kritik aus dem Mittelstand und die offene Frage, wie eine Entlastung finanziert und umgesetzt werden könne.
Gemeinsam ist den Berichten die grundsÀtzliche Koalitionszusage zur Stromsteuersenkung; Unterschiede bestehen beim Schwerpunkt zwischen politischer Abstimmung, LÀnder-Druck und haushaltspolitischer Kritik.
