KinderĂ€rzte fordern Eigenbeteiligung fĂŒr Notfallbehandlungen
07.08.2023 - 01:05:28"Die Notfallversorgung muss auf NotfĂ€lle konzentriert werden und nicht fĂŒr die Pickel am Po der Kinder, fĂŒr die die Eltern unter der Woche keine Zeit haben und mit denen man dann am Wochenende beim Notdienst aufschlĂ€gt", sagte der PrĂ€sident des Berufsverbandes der Kinder- und JugendĂ€rzte (BVKJ) der "Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung" (NOZ). "FĂŒr solche FĂ€lle hielte ich eine Eigenbeteiligung der Versicherten fĂŒr absolut sinnvoll."
Es sei schade, dass sich die Politik aus Angst vor Gegenwind nicht wirklich an das Thema herantraue, so der PĂ€diater. "Die knappen Notfall-Ressourcen werden immer und immer wieder von nicht dringend handlungsbedĂŒrftigen FĂ€llen in Anspruch genommen, und damit muss Schluss sein. Bei echten NotfĂ€llen können die Kosten erstattet werden, das lieĂe sich mit wenig Aufwand umsetzen." Die PlĂ€ne der Regierungskommission fĂŒr eine Reform der Notfallversorgung gehen Fischbach nicht weit genug. "Bisher klingt es zu sehr nach: Kommt alle zu uns, die ihr mĂŒhselig und beladen seid, wir werden euch helfen", sagte er der "NOZ". Zwar seien die von der Kommission vorgeschlagenen Notfallzentren fĂŒr Kinder "wĂŒnschenswert", doch fehle es fĂŒr eine flĂ€chendeckende Einrichtung an Kinder- und JugendĂ€rzten. "Fatal wĂ€re es auch, wenn nur FachĂ€rzte und nicht auch Ărzte mit hinreichender Weiterbildung die Notfallversorgung ĂŒbernehmen dĂŒrften. Dann brechen uns noch mehr ArbeitskrĂ€fte weg - in Praxen sowie in Kliniken", warnte der BVKJ-PrĂ€sident. "Also: Unsere grundsĂ€tzliche Bereitschaft ist da, aber vieles passt noch lange nicht. Nicht zuletzt braucht es klarere Regeln fĂŒr die Patientensteuerung, damit die nicht dringenden FĂ€lle auch wirklich an die Praxen verwiesen werden, anstatt sie in die Notfallzentren zu lassen."
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH


