Paus: Gleiche Chancen bei frĂŒhkindlicher Bildung in Kitas
04.08.2023 - 12:48:36 | dpa.de
Alle Kinder in Deutschland sollen in Zukunft bundesweit die gleiche qualitative Bildung in KindertagesstĂ€tten bekommen. «Wir alle wissen, wie wichtig die ersten Jahre sind, wenn es um die Entwicklung von Kindern geht», sagte Familienministerin Lisa Paus (GrĂŒne).
«Alle Kinder im Land, egal wo sie wohnen, egal wo die Eltern herkommen, ob sie aus einem wohlhabenden oder aus einem armen Elternhaus kommen, sollen die gleichen Chancen auf eine qualitativ hochwertige frĂŒhkindliche Bildung haben.»
Einer der Schwerpunkte: die FachkrÀftegewinnung
Insgesamt stellt der Bund dafĂŒr in den nĂ€chsten zwei Jahren rund vier Milliarden Euro zur VerfĂŒgung. Die 16 BundeslĂ€nder mĂŒssen diese Mittel ĂŒberwiegend in die Handlungsfelder investieren, die fĂŒr die QualitĂ€tsentwicklung von besonderer Bedeutung sind. Damit sind unter anderem die Verbesserung des Fachkraft-Kind-SchlĂŒssels, die FachkrĂ€ftegewinnung oder die StĂ€rkung der Kita-Leitungen gemeint.
«Die Bundesmittel sollen in die KitaqualitĂ€t flieĂen, weil wir eben noch groĂe Unterschiede haben in Deutschland», sagte Paus. «Ăber viele Jahre haben wir in den Ausbau von Kitas investiert, insbesondere auch in GebĂ€ude. Jetzt treten wir in die nĂ€chste Phase ein.» Es gehe eben nicht nur darum, dass Kinder aufgehoben sind, sondern um die frĂŒhkindliche Entwicklung in den KindertagesstĂ€tten.
Der Ministerin zufolge wollen die LĂ€nder kĂŒnftig rund 80 Prozent der Mittel in die QualitĂ€tsentwicklung investieren. Vorher sei es ein Drittel gewesen. Brandenburg wolle beispielsweise unter anderem in mehr Zeit fĂŒr die Anleitung von Auszubildenden investieren.
Wo gespart werden muss
Gespart werde in den LĂ€ndern nun stattdessen unter anderem an der Beitragsentlastung der Eltern. «Es ist verankert, dass natĂŒrlich Kinder aus armen Familien trotzdem den Zugang haben, dass dann keine GebĂŒhren erhoben werden», sagte Paus. «Wir hatten uns ursprĂŒnglich auch noch mehr gewĂŒnscht, dass dann auch im Gesetz eine entsprechende Staffelung an Einkommen mit drinsteht.» Doch die LĂ€nder hĂ€tten da sehr unterschiedliche Ziele. Nach Angaben des Familienministeriums verwenden nun nur noch sechs LĂ€nder die Bundesmittel fĂŒr eine Beitragsentlastung.
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisierte die vom Bund zur VerfĂŒgung gestellten Mittel als unzureichend. «Bereits 2017 hatten sich Bund und LĂ€nder auf strukturelle Verbesserungen in der Kindertagesbetreuung geeinigt, verbunden mit einer Investition des Bundes von fĂŒnf Milliarden Euro jĂ€hrlich. Diese Summe ist das Minimum. Das brauchen wir, um umzusteuern und die QualitĂ€t zu verbessern», sagte GEW-Vorstandsmitglied Doreen Siebernik laut Mitteilung.
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