Köln gewinnt 2:1 gegen Gladbach – Fans sorgen für Unterbrechung
Veröffentlicht am: 11.10.2026 um 18:27 Uhr | dpa, AD HOC NEWSFanrandale überschattet Kölner Derbysieg
- Alexander Blessins Debüt als Gladbach-Trainer endet am 11. Oktober 2026 beim 1. FC Köln mit einer 1:2-Niederlage.
- Nach Saïd El Malas Treffer schießen einige Gladbach-Fans Leuchtraketen in Kölner Zuschauerränge und zerstören Plexiglas-Trennscheiben.
- Das Spiel wird für wenige Minuten unterbrochen, während Ellyes Skhiri nach einem Zweikampf ins Krankenhaus gebracht wird.
Der 1. FC Köln hat das Rheinderby gegen Borussia Mönchengladbach mit 2:1 (1:1) gewonnen und die Gäste damit auch im fünften Bundesligaspiel ohne Punkt gelassen.
Köln nutzt Gladbacher Fehler
Isak Johannesson brachte den FC in der 26. Minute mit einem Schuss in den Winkel in Führung. Joe Scally glich in der 39. Minute per Kopf aus, bevor Saïd El Mala Köln in der 67. Minute erneut in Führung brachte.
Köln war nach der Pause die aktivere Mannschaft. Gladbach kam offensiv kaum noch zur Geltung und blieb Tabellenletzter. In fünf Spielen kassierte die Borussia bereits 17 Gegentreffer.
Trainerdebüt endet ohne Punkt
Für Alexander Blessin war es das erste Spiel als Coach der Borussia. Sein Vorgänger Eugen Polanski war nach drei Spieltagen beurlaubt worden. Blessin setzte in Köln wieder auf eine Dreier-Abwehrkette; zudem fehlten Ko Itakura und Kapitän Tim Kleindienst.
Gladbach war zuletzt vor elf Jahren mit fünf Niederlagen in eine Bundesliga-Saison gestartet. Damals erreichte die Mannschaft am Saisonende Rang vier. Sportchef Rouven Schröder sprach angesichts der aktuellen Frustration von einer gemeinsamen Verantwortung von Mannschaft und Fans.
Unterbrechung nach Pyrotechnik
Nach El Malas 2:1 randalierten einige Anhänger im Gladbacher Block. Sie schossen teilweise Leuchtraketen in Richtung der Kölner Zuschauer und beschädigten Trennscheiben. Die Partie wurde daraufhin für wenige Minuten unterbrochen.
„Das gehört nicht ins Stadion“, sagte Schröder. Die Vorgänge würden aufgearbeitet. Aus dem Gladbacher Fanblock waren während und nach der Niederlage zudem „Absteiger“-Rufe gegen die eigene Mannschaft zu hören.
Skhiri muss ins Krankenhaus
Für Köln wurde der Sieg durch die Verletzung von Ellyes Skhiri getrübt. Der Mittelfeldspieler musste kurz vor der Pause nach einem unglücklichen Zweikampf mit Florian Neuhaus auf einer Trage vom Platz gebracht und ins Krankenhaus gebracht werden.
Nach dem Kreuzbandriss von Leih-Stürmer Thijs Dallinga droht dem FC damit der nächste längerfristige Ausfall. Trainer René Wagner kann nach dem Erfolg sieben Punkte aus fünf Spielen vorweisen.
Derby als Krisenbeschleuniger
Das Rheinderby bündelte die sportliche Krise beider Mannschaften. Für Köln stand nach vier Spielen mit vier Punkten ein Heimsieg unter besonderem Druck, während Gladbach nach vier Niederlagen bereits ohne Zähler in den fünften Spieltag ging. Ein Derby verändert die Ausgangslage nicht grundsätzlich, erhöht aber die öffentliche und emotionale Wirkung jedes Ergebnisses.
Für Gladbach verschärft die fünfte Niederlage mehrere Probleme zugleich: Der Trainerwechsel zu Alexander Blessin brachte kurzfristig keinen Punktgewinn, die Borussia kassierte in fünf Partien 17 Gegentore und bleibt Tabellenletzter. Der Wert des Trainerwechsels wird deshalb nicht an der Debütpartie allein, sondern an der Stabilisierung der Defensive und den nächsten Ligaspielen gemessen.
Fanrandale mit möglichen Folgen
Die Vorfälle im Gästeblock überschatten den sportlichen Ausgang zusätzlich. Leuchtraketen in Richtung Kölner Zuschauerränge, zerstörte Plexiglas-Trennscheiben und eine Spielunterbrechung machen aus der Fanreaktion ein Sicherheits- und Verbandsproblem. Die angekündigte Aufarbeitung kann neben strafrechtlichen Ermittlungen auch sportrechtliche Konsequenzen für den Verein nach sich ziehen.
Köln nimmt dagegen drei Punkte und mehr Sicherheit für Trainer René Wagner mit. Offen bleibt die Verletzungsfolge für Ellyes Skhiri. Sollte sich die befürchtete lange Ausfallzeit bestätigen, würde der FC trotz des Sieges einen wichtigen Leistungsträger verlieren.

