Behörde: Keine Papiere zu Boeings Arbeit an herausgerissenem Rumpfteil
07.03.2024 - 05:22:05 | dpa.deDie Untersuchungsbehörde NTSB versuche seit Wochen vergeblich, Unterlagen zu den Arbeiten an dem Rumpfteil zu bekommen, das Anfang Januar bei einem Flug herausriss, sagte ihre Chefin Jennifer Homendy bei einer Anhörung am Mittwoch. "Entweder es gibt sie, und wir haben sie nicht - oder sie existieren gar nicht", betonte sie. In beiden FÀllen drÀngten sich Fragen auf.
Von Boeing hieà es dazu lediglich, wenn die Arbeit "nicht dokumentiert worden wÀre, gÀbe es auch keine Unterlagen, die man teilen könnte". Ein Sprecher lieà unter Verweis auf die laufende NTSB-Untersuchung die Frage unbeantwortet, ob Boeing nun Aufzeichnungen zu den Arbeitsschritten habe oder nicht.
Das Beinahe-UnglĂŒck hatte den Druck auf Boeing verstĂ€rkt, fĂŒr bessere QualitĂ€tsaufsicht in der Produktion zu sorgen. Bei dem Zwischenfall mit einer so gut wie neuen Boeing 737-8 Max der US-Fluggesellschaft Alaska Airlines war kurz nach dem Start im Steigflug ein Rumpf-Fragment an der Reihe 26 herausgebrochen. Die mehr als 170 Menschen an Bord kamen weitgehend mit dem Schrecken davon. Experten verwiesen aber darauf, dass durch einen glĂŒcklichen Zufall die beiden Sitze an dem Loch im Rumpf leer geblieben waren.
Die NTSB geht nach ersten Untersuchungen davon aus, dass vier Befestigungsbolzen an dem Rumpfteil gÀnzlich fehlten. Es gebe Hinweise darauf, dass das Fragment immer weiter gerutscht sei, bis es dann beim 154. Flug herausbrach, sagte Homendy in der Anhörung im US-Senat.
An der Stelle haben Varianten der 737-9 Max mit mehr Sitzen einen Notausgang - bei der Alaska-Maschinen gab es statt einer TĂŒr aber eine Abdeckung der Ăffnung als Rumpf-Element. Erste Ermittlungen zeigten, dass im Werk in Renton an dem Teil gearbeitet worden sei. Die NTSB komme aber nicht an Details heran, beklagte sich Homendy in der Anhörung. "Wir denken, dass wir wissen, an welchen Tagen die Arbeit durchgefĂŒhrt wurde" - aber nur, weil die Ermittler Informationen aus Bildern und E-Mails zusammengepuzzelt hĂ€tten.
Auch wisse die Behörde zwar, dass es in Renton ein Team aus 25 Leuten mit einem eigenen Manager gebe, das fĂŒr TĂŒren zustĂ€ndig sei. Doch der Manager sei krankgeschrieben und man habe von Boeing nicht die Namen der 25 Mitarbeiter bekommen, um sie zu befragen. "Es ist absurd, dass wir das nach zwei Monaten nicht haben", kritisierte Homendy. "Wir haben nun nach einer jĂŒngsten Nachfrage die volle Liste der Personen in dem fĂŒr TĂŒren zustĂ€ndigen Team zur VerfĂŒgung gestellt", teilte ein Sprecher wenige Stunden nach der Anhörung mit.
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