Roth, Vertreter

Claudia Roth lÀdt Vertreter von GedenkstÀtten ein

05.04.2024 - 17:39:05

Kulturstaatsministerin Claudia Roth (GrĂŒne) hat Vertreter der GedenkstĂ€tten zur Erinnerung an das NS-Unrecht und die SED-Diktatur zu einem Runden Tisch eingeladen.

Das geht aus einem Brief hervor, ĂŒber den die "Frankfurter Rundschau" (Samstagsausgabe) berichtet. Das Treffen ist demnach fĂŒr den Mai geplant. Roths Anliegen sei es, dem Auftrag des Koalitionsvertrages bezĂŒglich der Überarbeitung der GedenkstĂ€ttenkonzeption von 2008 gemeinsam mit den Einrichtungen gerecht zu werden, hieß es darin weiter.

Roth war wegen ihres im Februar veröffentlichten Rahmenkonzepts zur Erinnerungskultur in die Kritik geraten. Am Mittwoch hatten sich VerbĂ€nde und Arbeitsgemeinschaften der GedenkstĂ€tten in einem Brief an die Kulturstaatsministerin gewandt. Sie sprachen sich gegen die Aufnahme der Themen Migrationsgesellschaft und Demokratiegeschichte in den Entwurf aus. "Das Papier kann als geschichtsrevisionistisch im Sinne der Verharmlosung der NS-Verbrechen verstanden werden", folgerten die Unterzeichnenden, darunter die Arbeitsgemeinschaft der KZ-GedenkstĂ€tten in Deutschland. Roth bekrĂ€ftigte nach Informationen der "Frankfurter Rundschau" in ihrem Brief vom Freitag, dass die Auseinandersetzung mit Verbrechen der Shoah und des NS "keine Relativierung" und die Aufarbeitung der Verbrechen der SED-Diktatur "keine Bagatellisierung" dulde. "Eine Erinnerungskultur, die sich den Aufgaben der Zeit stellt, wird aber auch das Ringen um die Demokratie in Deutschland in den Blick nehmen und die Verschiedenheit individueller und kollektiver Erinnerungen als formatives Element demokratischer Gleichheit und kĂŒnftiger gemeinsamer Erinnerungen gerade in einer Einwanderungsgesellschaft wĂŒrdigen", schreibt Roth in ihrem Brief. Über den Sommer solle sich vertieft ausgetauscht werden, damit im Herbst eine "aktualisierte, zukunftsfĂ€hige GedenkstĂ€ttenkonzeption" vorgelegt werden könne.

@ dts-nachrichtenagentur.de