Claudia Roth lÀdt Vertreter von GedenkstÀtten ein
05.04.2024 - 17:39:05Roth war wegen ihres im Februar veröffentlichten Rahmenkonzepts zur Erinnerungskultur in die Kritik geraten. Am Mittwoch hatten sich VerbĂ€nde und Arbeitsgemeinschaften der GedenkstĂ€tten in einem Brief an die Kulturstaatsministerin gewandt. Sie sprachen sich gegen die Aufnahme der Themen Migrationsgesellschaft und Demokratiegeschichte in den Entwurf aus. "Das Papier kann als geschichtsrevisionistisch im Sinne der Verharmlosung der NS-Verbrechen verstanden werden", folgerten die Unterzeichnenden, darunter die Arbeitsgemeinschaft der KZ-GedenkstĂ€tten in Deutschland. Roth bekrĂ€ftigte nach Informationen der "Frankfurter Rundschau" in ihrem Brief vom Freitag, dass die Auseinandersetzung mit Verbrechen der Shoah und des NS "keine Relativierung" und die Aufarbeitung der Verbrechen der SED-Diktatur "keine Bagatellisierung" dulde. "Eine Erinnerungskultur, die sich den Aufgaben der Zeit stellt, wird aber auch das Ringen um die Demokratie in Deutschland in den Blick nehmen und die Verschiedenheit individueller und kollektiver Erinnerungen als formatives Element demokratischer Gleichheit und kĂŒnftiger gemeinsamer Erinnerungen gerade in einer Einwanderungsgesellschaft wĂŒrdigen", schreibt Roth in ihrem Brief. Ăber den Sommer solle sich vertieft ausgetauscht werden, damit im Herbst eine "aktualisierte, zukunftsfĂ€hige GedenkstĂ€ttenkonzeption" vorgelegt werden könne.


