Stiftung, Patientenschutz Ärztestreik

Stiftung Patientenschutz: Ärztestreik unverstĂ€ndlich

23.12.2023 - 02:20:15

Kurz nach Weihnachten sollen zeitweise Tausende Arztpraxen geschlossen bleiben. Hinsichtlich der vielen KrankheitsfÀlle hagelt es Kritik an dem Vorhaben - auch am Verhalten des Gesundheitsministers.

Der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, hat kein VerstĂ€ndnis fĂŒr den angekĂŒndigten Streik der niedergelassenen Ärzte nach Weihnachten. «Selbst die Gewerkschaft der deutschen LokfĂŒhrer verzichtet zwischen Weihnachten und Anfang des neuen Jahres auf Streiks. Deshalb ist es unverstĂ€ndlich, dass in Zeiten vieler Kranker zu Praxisschließungen aufgerufen wird», sagte er der «Rheinischen Post». Die Aktion treffe vor allem alte und schwache Menschen.

Aus Protest gegen die Gesundheitspolitik will der Virchowbund der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte zwischen dem 27. und 29. Dezember Tausende Praxen geschlossen lassen. FĂŒr dringende NotfĂ€lle sollen Vertreter benannt werden.

Kritik an Lauterbach

Kritisch sieht Brysch auch das Verhalten von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). «Außer öffentlich wirksame VerstĂ€ndnislosigkeit zeigt der Bundesgesundheitsminister keine Initiative, die wilden Maßnahmen zu stoppen», sagte er. Es gelte, bei den KassenĂ€rztlichen Vereinigungen den Sicherstellungsauftrag anzumahnen.

Die Linke-Vorsitzende Janine Wissler kritisierte Lauterbach ebenfalls. «Die Aufforderung von Gesundheitsminister Lauterbach an die HausĂ€rzte, ihre Patienten zwischen den Jahren "nicht im Stich" zu lassen, ist unverschĂ€mt und wirkt wie blanker Hohn angesichts seiner zweijĂ€hrigen VersĂ€umnisse im Gesundheitsbereich», sagte Wissler der Zeitung. Lauterbach solle die Forderungen der Ärzte sowie aller BeschĂ€ftigten im Gesundheitsbereich ernst nehmen.

Lauterbach hatte sich am Donnerstag beim Sender RBB zu dem geplanten Streik geĂ€ußert. «Die Forderungen der Ärzteschaft sind bekannt, sie mĂŒssen nicht noch einmal vorgetragen werden, daher braucht jetzt nicht gestreikt werden, insbesondere wo so viele Menschen krank sind», sagte er. Zuvor hatte der Minister einen Krisengipfel fĂŒr Januar angekĂŒndigt.

@ dpa.de