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Politiker fordern Signal gegen US-Dominanz bei Cloud-Diensten

17.11.2025 - 04:00:00

Kurz vor dem "Gipfel fĂŒr europĂ€ische digitale SouverĂ€nitĂ€t" in Berlin fordern Politiker von Union und SPD ein deutliches Zeichen gegen die starke Stellung von US-Cloud- und Softwareanbietern.

"Europa bleibt nur konkurrenzfĂ€hig, wenn wir enger zusammenarbeiten, gezielt investieren und eigene Lösungen konsequent skalieren", sagte der Obmann der SPD-Fraktion im Bundestagsdigitalausschuss, Johannes SchĂ€tzl, dem "Handelsblatt" (Montagsausgabe). "Wir dĂŒrfen uns nicht dauerhaft auf China und die USA verlassen, wir mĂŒssen unsere digitale Zukunft selbst gestalten", mahnte SchĂ€tzl. Hard- und Software sei lĂ€ngst zu geopolitischen Faktoren geworden. FĂŒr eine stĂ€rkere europĂ€ische Ausrichtung bei digitalen Technologien plĂ€diert auch das Bundesdigitalministerium.

"Einseitige AbhĂ€ngigkeiten bergen grundsĂ€tzlich Gefahren", sagte Thomas Jarzombek (CDU), Parlamentarischer StaatssekretĂ€r im Digitalministerium, dem "Handelsblatt". Viele Beschaffungsentscheidungen lĂ€gen zwar bei den Unternehmen, doch ein "guter Teil dieser Nachfrage" nach Cloudlösungen könne auch durch deutsche KI-Start-ups und den IT-Mittelstand gedeckt werden. Der Vorsitzende des Bundestagsdigitalausschusses, Hansjörg Durz (CSU), gab zu bedenken, dass digitale AbhĂ€ngigkeiten "nahezu alle Lebensbereiche sowie die Innovationskraft und WettbewerbsfĂ€higkeit unseres Landes" betrĂ€fen. Er erwarte daher konkrete Initiativen aus der europĂ€ischen Wirtschaft. "Digitale SouverĂ€nitĂ€t erlangen wir nicht durch Isolierung und eine Verengung des Marktes, sondern durch die koordinierte Zusammenarbeit ĂŒber alle Ebenen und LĂ€ndergrenzen hinweg", sagte Durz der Zeitung. Notwendig sei eine "pragmatische Cloud-Nutzung mit europĂ€ischen Sicherheitsstandards" und gleichzeitig ein "systematischer Ausbau souverĂ€ner europĂ€ischer Alternativen".

@ dts-nachrichtenagentur.de