Bundesregierung erwartet Fortsetzung von Sparkurs in Frankreich
05.09.2025 - 05:00:00
"Wir setzen auf europapolitische KontinuitĂ€t auch mit einer möglichen neuen Regierung in Paris - gerade jetzt, da es gelungen ist, die atmosphĂ€rischen Störungen der vergangenen Jahre auszurĂ€umen", sagte Gunther Krichbaum (CDU), fĂŒr Europa zustĂ€ndiger Staatsminister im AuswĂ€rtigen Amt und Koordinator der Bundesregierung fĂŒr die deutsch-französische Zusammenarbeit, dem "Tagesspiegel" (Freitag) mit Blick auf den jĂŒngsten Ministerrat in Toulon. "Auch ein neuer Premier wird nicht hexen können und nicht darum herumkommen, den Staatshaushalt wieder in geordnete Bahnen zu lenken, denn der Druck der FinanzmĂ€rkte wird immer stĂ€rker werden."
Der frĂŒhere EU-Kommissar GĂŒnther Oettinger (CDU) sieht dagegen eine reale Gefahr, "dass von Frankreich eine neue Eurokrise ausgeht", wenn es nicht zu den von Bayrou geplanten EtatkĂŒrzungen kommt. "Wenn sich die Bildung einer neuen Pariser Regierung hinzieht, könnte noch im nĂ€chsten Jahr mit einem Haushaltsentwurf mit knapp sechs Prozent Defizit gearbeitet werden mĂŒssen. Das könnte an den MĂ€rkten Unruhe auslösen", sagte er.
Anton Hofreiter (GrĂŒne), der Vorsitzende des Europaausschusses im Bundestag, nannte die demokratischen VerĂ€nderungen im Nachbarland "ganz normal", warnte jedoch vor den Folgen der Polarisierung im Nachbarland.
"Sollten von der politischen Unsicherheit in Frankreich die Rechtsextremen um Marine Le Pen profitieren, wĂ€re das eine Gefahr fĂŒr ganz Europa", so Hofreiter.


