ZahnÀrzte, Apotheken

Ärzte, ZahnĂ€rzte und Apotheken richten «Notruf» an Kanzler

19.10.2023 - 11:30:50

Lange Liste von nicht lieferbaren Arzneimitteln, weniger Apotheken und viel Frust in den Praxen: VerbÀnde werfen der Bundesregierung eine GefÀhrdung der Vor-Ort-Versorgung vor.

Die VerbĂ€nde von Ärzten, ZahnĂ€rzten und Apotheken haben der Bundesregierung eine GefĂ€hrdung der Vor-Ort-Versorgung vorgeworfen und fordern dringend bessere Bedingungen.

Die PrĂ€sidentin der Bundesvereinigung Deutscher ApothekerverbĂ€nde, Gabriele Regina Overwiening, sprach in Berlin von einem «Notruf» der freien Heilberufe. Diese seien fester Bestandteil lokaler Infrastruktur und Garant fĂŒr den sozialen Frieden.

Die Liste nicht lieferbarer Arzneimittel werde immer lĂ€nger, sagte Overwiening. Die Apothekenzahl gehe zurĂŒck, die Honorierung sei nicht angepasst worden. PlĂ€ne von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zur erleichterten Zulassung von Filialapotheken drohten ein Zwei-Klassen-System mit «Scheinapotheken» zu schaffen.

Gassen: Viel Frust in den Praxen

Overwiening sowie die Chefs der KassenĂ€rztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, und der KassenzahnĂ€rztlichen Bundesvereinigung, Martin Hendges, riefen Kanzler Olaf Scholz (SPD) zum Eingreifen auf. In den Praxen gebe es ein Ausmaß an Frust, das man so noch nicht erlebt habe, sagte Gassen. Viele Praxen könnten gestiegene Kosten nicht auffangen, hinzu kĂ€men bĂŒrokratische Anforderungen und eine Digitalisierung, die viel Geld koste und ArbeitsablĂ€ufe verlangsame. Hendges warnte vor BeeintrĂ€chtigungen bei Therapien von Parodontitis durch Maßnahmen zur Finanzstabilisierung der gesetzlichen Kassen.

Nach Angaben der drei VerbĂ€nde kĂŒmmern sich in den Praxen 731.000 Ärztinnen und Ärzte, Psychotherapeutinnen und -therapeuten sowie medizinische Fachangestellte um 580 Millionen BehandlungsfĂ€lle im Jahr. In den 17.800 Apotheken mit 160.000 BeschĂ€ftigten wĂŒrden tĂ€glich mehr als drei Millionen Menschen bedient und beraten.

@ dpa.de