1:0 durch Eigentor: Freiburg siegt spÀt bei St. Pauli
15.02.2025 - 17:37:54 | dpa.de
Durch ein Eigentor kurz vor Schluss hat der FC St. Pauli ein emotionales Bundesliga-Heimspiel noch verloren. Begleitet von der Debatte um die Stadionhymne des Clubs und von dem Duell der beiden Eggestein-BrĂŒder unterlag der Aufsteiger dem SC Freiburg mit 0:1 (0:0).
Das Tor fĂŒr den Tabellensechsten der FuĂball-Bundesliga fiel erst in der 88. Minute, weil Philipp Treu einen Schuss von Christian GĂŒnter noch ins eigene Netz lenkte. FĂŒr die Freiburger war es im engen Rennen um die Europa-League-PlĂ€tze bereits der dritte 1:0-Sieg in Serie. Da fiel es am Ende auch nicht mehr ins Gewicht, dass Vincenzo Grifo kurz vor der Pause einen Foulelfmeter auf groteske Weise verschossen hatte (45.).
Pfiffe fĂŒr St. Pauli-PrĂ€sidentÂ
FĂŒr den Aufsteiger aus Hamburg war es dagegen ein bitterer Nachmittag in einer angespannten Situation. Kurz nach dem 0:1 verletzte sich auch noch der amerikanische Neuzugang James Sands offenbar schwerer am Knie.Â
Und diesmal war es am Millerntor auch schon vor dem Spiel laut geworden. Da begrĂŒndeten PrĂ€sident Oke Göttlich und Sicherheitschef Sven Brux ĂŒber die Stadionmikrofone die Entscheidung, zum ersten Mal seit 20 Jahren nicht mehr das Lied «Herz von St. Pauli» vor einem Heimspiel des Kiezclubs zu spielen.
Hintergrund ist die NS-Vergangenheit des Texters, die die Mitarbeitenden des Vereinsmuseums selbst recherchiert hatten. Seitdem diskutieren viele St.-Pauli-Fans, ob man das Lied im Stadion weiter einspielen oder dieses Ritual beenden solle. Die Reaktion vor dem Anpfiff war Àhnlich zwiegespalten: Ein Teil der AnhÀnger applaudierte, ein anderer Teil pfiff den PrÀsidenten sogar aus.
Bruderduell Eggestein gegen Eggestein
Zwischen St. Paulis Johannes und Freiburgs Maximilian Eggestein ging es da deutlich harmonischer zu. Beide wuchsen in Hannover auf, beide wurden bei Werder Bremen ausgebildet - und beide hatten es in diesem Spiel gleichermaĂen schwer.
Gegen die ĂŒberlegenen Freiburger bekam St. Paulis Eggestein als einsamer MittelstĂŒrmer nur selten den Ball. Gegen kompakt verteidigende Hamburger wiederum tat sich Freiburgs Eggestein als Spielgestalter ebenfalls schwer. Nur selten war einmal eine LĂŒcke in diesem Abwehrverbund zu finden.
Die GÀste hatten trotzdem die deutlich besseren Chancen. In der 13. Minute tauchte Ritsu Doan auf einmal allein vor Nikola Vasilj auf, scheiterte aber mit einem zu unprÀzisen Schuss am starken St.-Pauli-Torwart.
Erst zu lÀssig, dann gescheitert
Ein FreistoĂ von Grifo flog nur knapp ĂŒber das Tor (43.) und dann folgte der Slapstick-Elfmeter des 31-JĂ€hrigen: Locker, lĂ€ssig lief Grifo an und wollte den Ball in die Mitte des Tores lupfen. Doch da stand Vasilj und hĂ€tte den auch mit einer MĂŒtze fangen können.
Beim FC St. Pauli gehören insgesamt vier ehemalige Freiburger zum Kader und auch der Sportchef Andreas Bornemann spielte und arbeitete frĂŒher einmal fĂŒr den SC. Der Stadionsprecher stellte die Hamburger deshalb auf launische Weise als «Badischer FC» vor, aber die besondere Kenntnis der Freiburger Spielweise half dem Aufsteiger kaum.
Offensiv blieb St. Pauli auch nach der Pause harmlos. Die meisten vielversprechenden Konterchancen wurden zu ĂŒberhastet abgeschlossen. Auch bei einer Schlussoffensive in den letzten zehn Minuten kam bis auf eine gute Kopfballchance fĂŒr Jackson Irvine (85.) nichts heraus.
Aber auch die dominanten Freiburger nutzten ihre Möglichkeiten lange Zeit nicht. In der 57. Minute trat erneut Grifo an: diesmal zum Freistoà und diesmal auch mit Schmackes. Aber wieder hielt Vasilj stark.
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