Parteien, Bildung

Neuer bpb-PrÀsident: Demokratievertrauen ist gesunken

08.05.2026 - 13:06:52 | dts-nachrichtenagentur.de

Laut dem neuen bpb-PrĂ€sidenten Sönke Rix ist das Demokratievertrauen in Deutschland gesunken.Der Zuspruch zur Demokratie an sich sei nach wie vor hoch, gleichzeitig gebe es Zweifel daran, ob Politik und demokratische Institutionen in der Lage seien, große Krisen zu bewĂ€ltigen, sagte Rix der ARD.

Sönke Rix (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Sönke Rix (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Der SPD-Politiker steht seit MĂ€rz an der Spitze der Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung (bpb).

Rix teilt die EinschĂ€tzung vieler Untersuchungen, wonach das Vertrauen in demokratische Institutionen gesunken ist, obwohl die Zustimmung zur Demokratie an sich hoch bleibt. Politische Bildung könne dieses Vertrauen jedoch nicht selbst zurĂŒckgewinnen. "Vertrauen in Politik zurĂŒckgewinnen mĂŒssen Politikerinnen und Politiker schon selbst", sagte der neue bpb-PrĂ€sident. Aufgabe der Bundeszentrale sei es vielmehr, politische Prozesse zu erklĂ€ren, HintergrĂŒnde zu vermitteln und Menschen zur Beteiligung zu befĂ€higen. Politische Bildung solle zeigen, dass demokratische Institutionen grundsĂ€tzlich geeignet seien, auch große Herausforderungen zu meistern.

Mit Blick auf die eigene Arbeit grenzte Rix NeutralitĂ€t klar ab. "Wir als Bundeszentrale fĂŒr politische Bildung dĂŒrfen gar nicht neutral sein, weil wir uns der Verfassung verpflichtet fĂŒhlen und dem Grundgesetz", sagte er und ergĂ€nzte: "Unser Grundgesetz oder unsere Verfassung ist keine wertneutrale Verfassung." Gleichzeitig betonte Rix die Überparteilichkeit der Bundeszentrale. Die bpb bewerte keine Parteien, sondern stelle unterschiedliche Positionen dar. Politische Bildung mĂŒsse zudem neue Zielgruppen erreichen und verstĂ€ndlich vermittelt werden, auch im digitalen Raum. "Das, was wir machen, das soll unbedingt auch auf eine gewisse Art und Weise sexy sein", sagte Rix.

AfD-Kritik an der Förderung eines kĂŒnstlerischen Demokratieprojekts in der Amtszeit seines VorgĂ€ngers wies Rix zurĂŒck. Politische Bildung dĂŒrfe nicht auf gefĂ€llige Formate reduziert werden. "Und von daher wĂŒrde ich nicht grundsĂ€tzlich ausschließen, dass es nicht auch mal Projekte mit WĂŒrmern gibt oder mit Korbflechten oder wie auch immer. Am Ende ist es doch wichtig, ob man Menschen angesprochen hat und ob man Menschen dazu gebracht hat, ĂŒber Politik ins GesprĂ€ch zu kommen", sagte Rix.

Zur AfD selbst erklĂ€rte er: "Unsere Aufgabe ist es nicht, klarzumachen, ob eine Partei extremistisch ist." Die Angebote der Bundeszentrale richteten sich an BĂŒrger, nicht an Parteien. Dazu zĂ€hlt auch der Wahl-O-Mat, eines der bekanntesten Angebote der Bundeszentrale. An ihm beteiligen sich alle zur Wahl zugelassenen Parteien. Er vergleicht politische Positionen und soll WĂ€hlern Orientierung bieten, ohne eine Wahlempfehlung zu geben.

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