Lawrow fordert bei UN Freilassung von Maduro und Ehefrau
Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 18:31 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Der russische AuĂenminister Sergei Lawrow hat bei der UN-Generaldebatte in New York die sofortige Freilassung des in den USA inhaftierten venezolanischen StaatsprĂ€sidenten NicolĂĄs Maduro und dessen Ehefrau gefordert. Er verlangte auĂerdem, dass sich VorgĂ€nge wie der US-Einmarsch in Venezuela nicht wiederholen.
Lawrow kritisiert US-Einsatz
âWir bestehen darauf, dass der venezolanische Staatschef und seine Ehefrau unverzĂŒglich freigelassen werden und dass sich solche Exzesse nicht wiederholenâ, sagte Lawrow am Samstag in New York.
Nach seinen Angaben seien die USA Anfang dieses Jahres âunter Missachtung aller Normen, einschlieĂlich moralischer Normenâ in Venezuela eingedrungen. Das Völkerrecht lege eindeutig fest, dass die ranghöchsten AmtstrĂ€ger eines Staates ImmunitĂ€t genieĂen sollten, sagte der russische AuĂenminister.
Vorwurf gegen den Westen
Lawrow warf dem Westen vor, weiterhin âauf rohe Gewalt zurĂŒckzugreifen, um unberechenbar zu handeln, sich auf alle möglichen Unternehmungen einzulassen und dabei das Leben und den Wohlstand von Millionen, wenn nicht sogar Milliarden von Menschen auf unserem Planeten zu gefĂ€hrdenâ.
Das sei âfĂŒr alle anderen gefĂ€hrlichâ, erklĂ€rte Lawrow. Seine Forderung stellte er damit in einen grundsĂ€tzlichen Vorwurf gegen westliche MilitĂ€r- und AuĂenpolitik.
Lawrows Auftritt fĂ€llt in eine UN-Generaldebatte, in der mehrere Redner die internationale Sicherheitsordnung und den Umgang mit militĂ€rischer Gewalt thematisieren. Der russische AuĂenminister verbindet die Forderung nach der Freilassung NicolĂĄs Maduros und dessen Ehefrau mit einem grundsĂ€tzlichen Vorwurf an die USA und den Westen.
Im Mittelpunkt steht damit neben dem konkreten Haftfall die völkerrechtliche Frage, wie weit staatliche ImmunitĂ€t fĂŒr amtierende oder ehemalige Spitzenvertreter reicht. Lawrow stellt die US-Aktion als VerstoĂ gegen internationale Normen dar und nutzt den Fall zugleich, um Russlands Kritik an einseitigen MilitĂ€reinsĂ€tzen zu bekrĂ€ftigen.
Venezuela als Konfliktfeld
Die VorgĂ€nge verschĂ€rfen die politische Auseinandersetzung um Venezuela und dĂŒrften die Beziehungen zwischen Washington und Moskau zusĂ€tzlich belasten. FĂŒr Caracas geht es um die Behandlung der eigenen politischen FĂŒhrung, fĂŒr die USA um den Umgang mit einem inhaftierten auslĂ€ndischen Staatsoberhaupt.
Die Forderung wird vor einem besonders sensiblen diplomatischen Rahmen erhoben: In New York treten Vertreter zahlreicher Staaten zusammen, wĂ€hrend internationale Konflikte von der Ukraine bis zum Nahen Osten die Debatten prĂ€gen. Der Fall Maduro verlagert diese Auseinandersetzung auf die Frage, ob militĂ€rische MaĂnahmen und die anschlieĂende Behandlung staatlicher Spitzenvertreter mit dem Völkerrecht vereinbar sind.
Bedeutung fĂŒr die Diplomatie
Eine unmittelbare Freilassung folgt aus Lawrows ErklÀrung nicht. Politisch erhöht sie jedoch den Druck auf die USA und macht den Fall zu einem Thema der internationalen Diplomatie. Zugleich zeigt der Vorgang, wie der Konflikt um Venezuela in die globale Konfrontation zwischen Russland und den USA eingebettet wird.
