Lebenserwartung, BundeslÀnder

Lebenserwartung: MĂ€nner steigen in allen LĂ€ndern, Bayern bei 80

Veröffentlicht am: 04.11.2026 um 12:44 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Die MĂ€nner holten 2025 in allen BundeslĂ€ndern gegenĂŒber dem Vorjahr auf. Bei Frauen entwickelten sich die Werte regional uneinheitlich, in ThĂŒringen sanken sie besonders deutlich.

Regionale Unterschiede bei Frauen und MĂ€nnern

  • Bayern erreichte bei MĂ€nnern erstmals genau 80 Jahre und ĂŒberschritt damit die Marke als zweites Bundesland.
  • Mecklenburg-Vorpommern wies mit 6,4 Jahren den grĂ¶ĂŸten Abstand zwischen weiblicher und mĂ€nnlicher Lebenserwartung auf.
  • Im Saarland lag die kleinste GeschlechterlĂŒcke bei 3,7 Jahren.
Mann sitzt in einem Rollstuhl im Pflegeheim (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

BiB meldet unterschiedliche Entwicklung nach Geschlecht

Die Lebenserwartung in Deutschland ist 2025 weiter gestiegen, aber nicht in allen Regionen gleichmĂ€ĂŸig. Neue Berechnungen des Bundesinstituts fĂŒr Bevölkerungsforschung zeigen, dass MĂ€nner in jedem Bundesland zulegten, wĂ€hrend Frauen in einigen LĂ€ndern RĂŒckgĂ€nge verzeichneten.

Bayern erreicht die Marke von 80 Jahren

Bayern ĂŒberschritt als zweites Bundesland nach Baden-WĂŒrttemberg die Marke von 80 Jahren. Bei den MĂ€nnern lagen damit erstmals alle BundeslĂ€nder ĂŒber dem Vorpandemieniveau von 2019; Baden-WĂŒrttemberg und Bayern fĂŒhrten, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern bildeten die Schlussgruppe.

Frauen in ThĂŒringen verlieren ein halbes Jahr

Bei Frauen lagen Baden-WĂŒrttemberg, Sachsen und Bayern vorn. Die niedrigsten Werte wurden im Saarland und in Bremen gemessen, wĂ€hrend die Lebenserwartung in ThĂŒringen um ein halbes Jahr sank; insgesamt blieben sieben LĂ€nder unter dem Niveau von 2019.

AbstÀnde bleiben deutlich

Der Abstand zwischen dem Bundesland mit der höchsten und jenem mit der niedrigsten Lebenserwartung betrug 2025 bei MĂ€nnern etwa 3,9 Jahre und bei Frauen rund 2,6 Jahre. Die kleinste GeschlechterlĂŒcke gab es im Saarland mit 3,7 Jahren, die grĂ¶ĂŸte in Mecklenburg-Vorpommern mit 6,4 Jahren.

BiB verweist auf Tabakkonsum

Michael MĂŒhlichen zufolge bestehen die regionalen Unterschiede weitgehend fort. Pavel Grigoriev fĂŒhrte die unterschiedlichen Entwicklungen bei MĂ€nnern und Frauen unter anderem auf den Tabakkonsum zurĂŒck, der sich zeitlich und regional verschieden ausgewirkt habe.

Die neuen BiB-Berechnungen zeigen, dass sich die Lebenserwartung nach dem Einbruch wĂ€hrend der Corona-Pandemie weiter erholt. Diese Erholung verlĂ€uft jedoch nach Geschlecht und Region unterschiedlich: Bei MĂ€nnern ist das Vorpandemieniveau inzwischen in allen LĂ€ndern wieder ĂŒberschritten, bei Frauen gilt das fĂŒr sieben LĂ€nder noch nicht.

Die Spannweite zwischen den LÀndern ist betrÀchtlich. Ein Unterschied von 3,9 Jahren bei MÀnnern und 2,6 Jahren bei Frauen verweist darauf, dass statistische Lebenserwartung nicht nur eine bundesweite Entwicklung abbildet, sondern auch regionale Lebensbedingungen. Einkommen, Bildungsstand, Arbeitsmarkt, medizinische Versorgung und die Erreichbarkeit von Kliniken beeinflussen die gesundheitlichen Chancen der Bevölkerung.

Tabakkonsum als langfristiger Faktor

Das BiB fĂŒhrt die gegenlĂ€ufige Entwicklung von MĂ€nnern und Frauen unter anderem auf zeitlich versetzte Rauchgewohnheiten zurĂŒck. Die Folgen des frĂŒher stark verbreiteten Rauchens bei MĂ€nnern gehen demnach zurĂŒck, wĂ€hrend die gesundheitlichen Auswirkungen des spĂ€ter gestiegenen Tabakkonsums bei Frauen noch zunehmen können.

FĂŒr die Bevölkerung bedeutet die Entwicklung zugleich Fortschritt und anhaltende Ungleichheit. Steigende Durchschnittswerte verdecken regionale Unterschiede, die fĂŒr Gesundheitsplanung, PrĂ€vention und die Versorgung Ă€lterer Menschen relevant bleiben. Besonders die niedrigeren Werte in Teilen Ostdeutschlands sowie bei Frauen in einzelnen LĂ€ndern zeigen, dass ein lĂ€ngeres Leben nicht automatisch gleichmĂ€ĂŸig verteilt ist.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Stern: „Bundesinstitut: Lebenserwartung von MĂ€nnern steigt in allen BundeslĂ€ndern“ (04.11.2026)

Der Beitrag bestĂ€tigt den Anstieg bei MĂ€nnern in allen BundeslĂ€ndern, die RĂŒckgĂ€nge bei Frauen in einzelnen Regionen und die regionalen AbstĂ€nde. Einen zusĂ€tzlichen Schwerpunkt legt er auf den langfristig unterschiedlichen Verlauf des Tabakkonsums und den großen Geschlechterabstand in Mecklenburg-Vorpommern.

n-tv: „Studie zur Bevölkerungsforschung: Die Deutschen leben lĂ€nger“ (04.11.2026)

Der Artikel hebt neben den bundesweiten Trends konkrete Spitzenwerte fĂŒr Baden-WĂŒrttemberg und Bayern hervor. Anders als der Stern-Beitrag ordnet er die Unterschiede zusĂ€tzlich ĂŒber Einkommen, Bildung, Arbeitslosigkeit sowie die medizinische Versorgung ein.

Einigkeit besteht beim allgemeinen Anstieg und bei den deutlichen regionalen sowie geschlechtsspezifischen AbstÀnden. Unterschiede liegen vor allem in der Gewichtung: WÀhrend der eine Beitrag den Tabakkonsum stÀrker hervorhebt, betont der andere die sozialen und medizinischen Rahmenbedingungen.

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