Mehrere FĂ€lle von rechtsextremen Parolen zu Partysong an Schulen
10.07.2024 - 01:00:00In einigen FĂ€llen sind laut Ministerium MitschĂŒler eingeschritten, haben LehrkrĂ€fte informiert und versucht, den Gesang zu unterbinden. "Wir fahren hier eine absolute Null-Toleranz-Politik und lassen weder den Wunsch nach Provokation noch den Konsum von Alkohol als Ausrede gelten", sagte eine Ministeriumssprecherin der Zeitung. In Ă€hnlicher Weise Ă€uĂerte sich Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU). Allen SchĂŒlern mĂŒsse klar sein, dass es kein Scherz sei, solche Parolen zu singen. "Jugendlicher Ăberschwang oder auch Alkohol sind keine Rechtfertigung fĂŒr auslĂ€nderfeindliche GesĂ€nge", sagte die CDU-Politikerin. "Jugendliche haben schon immer bewusst gesellschaftliche Tabus gebrochen. Es ist daher eine Aufgabe fĂŒr uns alle, mit den jungen Menschen ins GesprĂ€ch zu kommen, um ihnen zu verdeutlichen, welche Tragweite solche GesĂ€nge haben." Einzelne VorfĂ€lle sind dem Ministerium in Schleswig-Holstein den Worten eines Sprechers zufolge nicht bekannt. Schulen behandelten solche Vorkommnisse in eigener ZustĂ€ndigkeit und sanktionierten gemÀà Schulgesetz. Ăhnliches war aus Nordrhein-Westfalen zu hören. "Das Schulministerium erhebt keine systematischen Daten ĂŒber extremistische VorfĂ€lle an Schulen", hieĂ es. Konkrete FĂ€lle im Zusammenhang mit rassistischem Gesang zur Melodie von "L`amour Toujours" meldeten neben Niedersachsen indes die Bildungsbehörden aus Sachsen-Anhalt, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern. Sachsen-Anhalt etwa verwies auf einen Fall aus einer Förderschule in Landsberg bei Halle (Saale). "Dort sang ein SchĂŒler das besagte Lied nebst auslĂ€nderfeindlichem Text auf dem Schulflur. Erziehungsberechtigte, Jugendamt und Polizei wurden involviert", erklĂ€rte ein Sprecher des Kultusministeriums. Die zu "L`amour Toujours" zuletzt hĂ€ufig gesungene Formel "Deutschland den Deutschen" war nach dem Ersten Weltkrieg die Losung des "Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes", der als einflussreichster antisemitischer Verband der Zeit und als zentraler Wegbereiter der Nationalsozialisten gilt. Ab den 1980ern wurde die Parole von der NPD und Organisationen des Milieus genutzt, so auch 1992 beim Pogrom von Rostock-Lichtenhagen.


