Wieder ein spÀtes Tor: Leverkusen mit Rekord im Halbfinale
18.04.2024 - 23:29:06Die Last-Minute-Könige von Bayer Leverkusen haben erneut spĂ€t eine Niederlage abgewendet und sind mit einem Rekord ins Halbfinale der Europa League eingezogen. Vier Tage nach dem erstmaligen Gewinn der deutschen FuĂball-Meisterschaft hat der Bundesliga-Dominator dank Joker Jeremy Frimpong im Viertelfinal-RĂŒckspiel bei West Ham United ein 1:1 (0:1) erreicht.
Mit dem 44. ungeschlagenen Spiel in Serie hat das Team von Trainer Xabi Alonso zudem Juventus Turin als Europarekordler abgelöst. Die Italiener waren von Mai 2011 bis Mai 2012 in 43 Spielen hintereinander unbesiegt. Das Hinspiel hatte Leverkusen mit 2:0 gewonnen.
Der eingewechselte Frimpong traf in der 89. Minute fĂŒr Leverkusen, nachdem Michail Antonio (13.) West Ham in FĂŒhrung gebracht hatte. In sieben Spielen zuvor hatte Leverkusen erst ab der 90. Minute Niederlagen abgewendet. Im Halbfinale spielt das Team von Trainer Xabi Alonso nun am 2. und 9. Mai wie im Vorjahr gegen AS Rom und hat im RĂŒckspiel Heimrecht.
Xhaka lobt Comeback: «Perfekte zweite Halbzeit»
«Wir haben uns sehr verunsichern lassen», bilanzierte KapitÀn Jonathan Tah die erste Halbzeit bei RTL und blickte auf das Duell gegen die Roma voraus: «Ich freue mich sehr auf die Revanche. Wir sind alle heià drauf.» In der vorigen Saison war Leverkusen an den Italienern gescheitert.
«Die zweite Halbzeit so zu spielen nach schlechten 45 Minuten, zeigt einmal mehr den Charakter dieser Mannschaft, die MentalitĂ€t», sagte Mittelfeld-Ass Granit Xhaka und sprach von der «perfekten zweiten Halbzeit». An das mögliche Triple aus Meisterschaft, Europa League und DFB-Pokal wollte der Schweizer kurz nach Abpfiff noch keinen Gedanken verschwenden: «Erstmal sind wir froh, dass wir ins Halbfinale gekommen sind. Das ist nicht alltĂ€glich. Wir mĂŒssen stolz sein, was wir heute geleistet haben. Wir wollen so weiter machen. Wir wollen in Rom gewinnen, zumindest was holen und danach zu Hause mit unseren Fans hoffentlich ins Finale gehen.»
Aufgeheizte Stimmung auf und neben dem Platz
Man habe den Titelgewinn etwas genossen, aber seit Dienstag die volle Aufmerksamkeit auf das Duell in London gerichtet, sagte Trainer Xabi Alonso. So waren die Leverkusener zu Beginn darauf bedacht, durch viele PĂ€sse in den eigenen Reihen die Gastgeber gar nicht erst ins Laufen kommen zu lassen. Doch schon in der 13. Minute war der Plan hinfĂ€llig. Ein Fehlpass des unsicheren und schon in der 5. Minute verwarnten Odilon Kossounou brachte Jarrod Bowen unverhofft in Ballbesitz. Seine Flanke aus dem Halbfeld kam punktgenau auf den wuchtigen StĂŒrmer Michail Antonio, der den Ball ins Netz köpfte.
Angetrieben von der Mehrzahl der 60.000 Zuschauer im London Stadium brachten die Gastgeber anschlieĂend die Leverkusener immer wieder in BedrĂ€ngnis. Insbesondere die Abwehr des neuen deutschen Meisters agierte nachlĂ€ssig. So unterschĂ€tzte Josip Stanicsic in der 19. Minute einen langen Ball und ermöglichte Mohammed Kudus die nĂ€chste gute Torchance, die Schlussmann Matej Kovar aber ebenso vereitelte wie die Möglichkeit von Bowen (25.). Alonso reagierte und brachte in der 29. Minuten Edmond Tapsoba fĂŒr den indisponierten Kossounou.
Dann wurde es turbulent: Nach einem verbalen ScharmĂŒtzel zwischen den TrainerbĂ€nken mit Roten Karte fĂŒr West Hams Co-Trainer Billy McKinlay und Alonso-Assistent Sebastian Parilla (30.) gerieten auf dem Platz auch die Spieler aneinander. Als die Rudelbildung aufgelöst war, zeigte Schiedsrichter JosĂ© MarĂa SĂĄnchez Leverkusens Jonathan Tah sowie Antonio Gelb.
Xabi bringt Wende von der Ersatzbank
WĂ€hrend der Premier-League-Club das Spiel durch Einsatz bestimmte, war von der viel gelobten Leverkusener Offensivkunst nichts zu sehen. Daran wollte Alonso zur zweiten HĂ€lfte etwas Ă€ndern und brachte Victor Boniface fĂŒr Patrik Schick sowie Jeremie Frimpong fĂŒr Tella.
Mit der Neuausrichtung gewann Leverkusen mehr Sicherheit und bekam das Spiel besser in den Griff, ohne sich jedoch zwingende Torchancen zu erspielen. Zugleich musste West Ham dem hohen Tempo der ersten 45 Minuten Tribut zollen und zog sich immer mehr zurĂŒck, statt wie zuvor stĂ€ndig Druck auszuĂŒben. Nachdem Frimpong in der 83. Minute nach frei stehend ĂŒber das Tor geschossen hatte, traf der NiederlĂ€nder kurz vor Ablauf der regulĂ€ren Spielzeit.















