Verhandlung, LĂ€nder-Tarifstreit

Verhandlung durch die Nacht: LĂ€nder-Tarifstreit dauert an

09.12.2023 - 03:36:16 | dpa.de

Marathon im Tarifpoker fĂŒr die LĂ€nder: Die Einkommensverhandlungen fĂŒr den öffentlichen Dienst ziehen sich auch nach tagelangen GesprĂ€chen weiter hin. Heute könnte es zu einem Durchbruch kommen.

Die Gewerkschaften fordern 10,5 Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 500 Euro mehr fĂŒr die BeschĂ€ftigten der LĂ€nder. - Foto: Marijan Murat/dpa
Die Gewerkschaften fordern 10,5 Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 500 Euro mehr fĂŒr die BeschĂ€ftigten der LĂ€nder. - Foto: Marijan Murat/dpa

Das lange Ringen um höhere Einkommen fĂŒr mehr als eine Million BeschĂ€ftigte des öffentlichen Dienstes der LĂ€nder geht weiter. Auch in der Nacht zu Samstag haben die Spitzen von Verdi und Beamtenbund dbb mit den VerhandlungsfĂŒhrern der Tarifgemeinschaft deutscher LĂ€nder (TdL) ihre GesprĂ€che fortgesetzt. Mit einem möglichen Ergebnis sei nicht vor Samstagmittag zu rechnen, hieß es am frĂŒhen Morgen aus Verhandlungskreisen.

Es ist die dritte GesprĂ€chsrunde in Potsdam, auch nach zwei Tagen ist bislang kein Ergebnis erzielt worden. Zum Auftakt der aktuellen dritten Verhandlungsrunde am Donnerstag hatten beide Seiten ihre Bereitschaft fĂŒr einen Abschluss erklĂ€rt.

Wille zum Abschluss

Bereits am Donnerstag hatte Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) Verhandlungen bis ins Wochenende prophezeit: «Unser Ziel ist, dass wir an diesen Tagen auch bis ins Wochenende hinein zu einer VerstĂ€ndigung kommen können», sagte der VerhandlungsfĂŒhrer der LĂ€nder vor Beginn der GesprĂ€che in Potsdam. Dazu solle ein Angebot der LĂ€nder dienen. «Wir sind kompromissbereit und haben einen Willen zum Abschluss.»

Auch Verdi-Chef Frank Werneke sagte, ohne Resultat bei der aktuellen dritten Verhandlungsrunde wĂŒrden die Tarifverhandlungen fortgesetzt, «bis wir ein Ergebnis haben, was fĂŒr die BeschĂ€ftigten annehmbar ist». Notfalls könne die Tarifrunde auch im kommenden Jahr weitergefĂŒhrt werden.

Was fordern die Gewerkschaften?

Die Gewerkschaften fordern 10,5 Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 500 Euro mehr, mehr Geld fĂŒr die BeschĂ€ftigten in den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen sowie Tariflohn fĂŒr studentische BeschĂ€ftigte. Der TdL ist das wegen der angespannten Haushaltslage vieler LĂ€nder zu teuer. Wird ein Abschluss wie ĂŒblich auf die Beamtinnen und Beamten ĂŒbertragen, sind mehr als drei Millionen BeschĂ€ftigte betroffen. Die TdL beziffert die Kosten einer vollstĂ€ndigen Übernahme der Gewerkschaftsforderungen auf 20,7 Milliarden Euro.

Wie die Deutsche Presse-Agentur aus Verhandlungskreisen erfuhr, hatten die LĂ€nder Angebote zu den einzelnen Gewerkschaftsforderungen gemacht. Allerdings seien noch intensive GesprĂ€che nötig, hieß es. Ob es in Potsdam tatsĂ€chlich zu einem Durchbruch kommt, war deshalb noch unklar. Im Fall eines Scheiterns der Verhandlungen werden weitere AusstĂ€nde erwartet, es könnten neue Warnstreiks im öffentlichen Dienst drohen. In den vergangenen Wochen waren bereits Tausende BeschĂ€ftigte von Hochschulen, Unikliniken, dem Justizvollzug und Verwaltungen bereits fĂŒr mehr Lohn in Warnstreiks getreten.

Noch nichts konkret

Der Chef des Beamtenbunds dbb, Ulrich Silberbach sagte, die TdL mache in den Verhandlungen zwar Rechenbeispiele. «Aber noch ist nichts konkret.» Dabei sei etwa fĂŒr die innere Sicherheit und eine gute Bildung in Deutschland eine «vernĂŒnftige Personalausstattung» nötig. Die RealitĂ€t des öffentlichen Dienstes sei aber: «Heute fehlen im klassischen Verwaltungsdienst 300 000 BeschĂ€ftigte.» Ohne einen deutlich besseren Tarifvertrag drohe sich die Personallage in Zeiten von Inflation weiter zu verschlechtern.

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