Mecklenburg-Vorpommern, Rot-Rot-Grün

Mecklenburg-Vorpommern: Rot-Rot-Grün startet Koalitionsverhandlungen am Montag

Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 17:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

SPD, Linke und Grüne in Mecklenburg-Vorpommern haben den Weg für Koalitionsverhandlungen freigemacht. Das Dreierbündnis hätte im neuen Landtag 39 von 71 Sitzen und soll am Montag starten.

  • «Nun beginnt die Arbeit», sagte Grünen-Fraktionschefin Müller mit Blick auf die anstehenden Koalitionsverhandlungen. - Bild: Danny Gohlke/dpa
    «Nun beginnt die Arbeit», sagte Grünen-Fraktionschefin Müller mit Blick auf die anstehenden Koalitionsverhandlungen. - Bild: Danny Gohlke/dpa
  • Die Gremien der SPD Mecklenburg-Vorpommern haben für Koalitionsverhandlungen mit Linke und Grünen gestimmt. - Bild: Jens Büttner/dpa
    Die Gremien der SPD Mecklenburg-Vorpommern haben für Koalitionsverhandlungen mit Linke und Grünen gestimmt. - Bild: Jens Büttner/dpa
  • Auch der Landesvorstand der Linken unter Vorsitz von Hennis Herbst stimmte zu. (Archivbild) - Bild: Philip Dulian/dpa
    Auch der Landesvorstand der Linken unter Vorsitz von Hennis Herbst stimmte zu. (Archivbild) - Bild: Philip Dulian/dpa
  • Die Spitzenkandidatin und Grünen-Fraktionschefin Claudia Müller und Grüne-Landeschef Ole Krüger stimmten für die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen. - Bild: Danny Gohlke/dpa
    Die Spitzenkandidatin und Grünen-Fraktionschefin Claudia Müller und Grüne-Landeschef Ole Krüger stimmten für die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen. - Bild: Danny Gohlke/dpa
  • Grüne beschlossen einstimmig die Aufnahmen  von Koalitionsverhandlungen für Rot-Rot-Grün in Rostock. - Bild: Danny Gohlke/dpa
    Grüne beschlossen einstimmig die Aufnahmen von Koalitionsverhandlungen für Rot-Rot-Grün in Rostock. - Bild: Danny Gohlke/dpa
«Nun beginnt die Arbeit», sagte Grünen-Fraktionschefin Müller mit Blick auf die anstehenden Koalitionsverhandlungen. - Bild: Danny Gohlke/dpa Die Gremien der SPD Mecklenburg-Vorpommern haben für Koalitionsverhandlungen mit Linke und Grünen gestimmt. - Bild: Jens Büttner/dpa Auch der Landesvorstand der Linken unter Vorsitz von Hennis Herbst stimmte zu. (Archivbild) - Bild: Philip Dulian/dpa Die Spitzenkandidatin und Grünen-Fraktionschefin Claudia Müller und Grüne-Landeschef Ole Krüger stimmten für die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen. - Bild: Danny Gohlke/dpa Grüne beschlossen einstimmig die Aufnahmen  von Koalitionsverhandlungen für Rot-Rot-Grün in Rostock. - Bild: Danny Gohlke/dpa

SPD, Linke und Grüne in Mecklenburg-Vorpommern wollen am Montag Koalitionsverhandlungen für das erste rot-rot-grüne Regierungsbündnis in der Geschichte des Landes aufnehmen.

Alle drei Parteien stimmen Verhandlungen zu

Nach zweiwöchigen Sondierungen stimmten die Gremien aller drei Parteien für den nächsten Schritt. Zum Auftakt wollen die Verhandlungsführer um 14.00 Uhr ein gemeinsames Pressestatement abgeben. Beteiligt sind SPD-Landeschefin und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, Linken-Landeschef Hennis Herbst und Grünen-Fraktionschefin Claudia Müller.

Über die Besetzung der Ministerposten soll erst am Ende gesprochen werden. Schwesig bewertete die Sondierungen als sehr gut. Müller verwies auf den gemeinsamen Kurs gegen Rechtsextremismus und erklärte, mit den Grünen werde es keine Zusammenarbeit mit der AfD geben.

39 Sitze für mögliches Regierungsbündnis

Bei der Landtagswahl am 20. September wurde die AfD mit 32 Sitzen stärkste Kraft. Eine Mehrheit im 71-köpfigen Landtag erreichte sie jedoch nicht. SPD, Grüne und Linke verfügen zusammen über 39 Mandate und damit über drei Sitze mehr als für die Mehrheit erforderlich.

Vorhaben für die nächsten fünf Jahre

In den Sondierungen verständigten sich die Parteien bereits auf zentrale Projekte. Bis 2035 sollen zusätzlich 1,9 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen in die Modernisierung des Landes fließen. Die Kita soll beitragsfrei bleiben, Schulen sollen weiter modernisiert und die Unterrichtsversorgung verbessert werden.

Geplant sind außerdem der Erhalt aller Krankenhausstandorte, 1.000 neue oder sanierte Wohnheimplätze für Auszubildende und Studierende, ein vergünstigtes Jugendticket sowie mehr Bürgerbeteiligung. Auch ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss zu rechtsextremen Netzwerken ist vorgesehen.

Sieben Arbeitsgruppen und enger Zeitplan

Eine Hauptgruppe der Parteispitzen soll die Verhandlungen führen. Sieben Arbeitsgruppen befassen sich unter anderem mit Finanzen, Digitalisierung, Landwirtschaft, Klimaschutz, Wirtschaft, Bildung, Gesundheit, Innenpolitik und Europa.

Am 20. Oktober tritt der neue Landtag zu seiner konstituierenden Sitzung zusammen. Spätestens am 17. November muss die Wahl der Ministerpräsidentin oder des Ministerpräsidenten erfolgen. Bis dahin sollen der Koalitionsvertrag ausgehandelt und von den Parteitagen aller drei Parteien beschlossen werden.

Mehrheit trotz stärkster AfD-Fraktion

Die geplante Koalition folgt auf ein Wahlergebnis, bei dem die AfD mit 32 Sitzen stärkste Kraft wurde, aber keine eigene Mehrheit im 71-köpfigen Landtag erreichte. SPD, Grüne und Linke kommen zusammen auf 39 Mandate und verfügen damit über eine parlamentarische Mehrheit. Für SPD und Linke ist das Bündnis zugleich der Weg, ihre bisherige Zusammenarbeit unter veränderten Mehrheitsverhältnissen fortzusetzen.

Erstes Dreierbündnis des Landes

Rot-Rot-Grün wäre die erste Landesregierung aus diesen drei Parteien in Mecklenburg-Vorpommern. Die Grünen würden erstmals an einer Landesregierung des Bundeslandes beteiligt. Inhaltlich liegen bereits Schwerpunkte vor: Investitionen in die Modernisierung, beitragsfreie Kitas, der Erhalt von Krankenhausstandorten, zusätzliche Wohnheimplätze sowie mehr Bürgerbeteiligung.

Hoher Zeitdruck bis zur Regierungsbildung

Die Verhandlungen müssen in kurzer Zeit abgeschlossen werden. Der Landtag tritt am 20. Oktober erstmals zusammen; spätestens am 17. November muss die Wahl der Ministerpräsidentin oder des Ministerpräsidenten erfolgen. Bis dahin müssen die Parteien nicht nur einen Koalitionsvertrag ausarbeiten, sondern ihn auch durch ihre Parteigremien bestätigen lassen. Politisch besonders prägend dürfte zudem sein, dass die AfD bei einer Regierungsbildung von SPD, Linken und Grünen die einzige Oppositionsfraktion wäre.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

NDR: „SPD, Linke und Grüne könnten schon ab Montag über Koalition verhandeln“ (10.10.2026)

Der Bericht beschreibe neben der grundsätzlichen Einigung besonders die geplanten Bürgerräte, Volksbefragungen und einen Untersuchungsausschuss zu rechtsextremen Netzwerken. Anders als die dpa-Meldung stelle der Artikel zudem eine mögliche Enquetekommission zu Krisenvorsorge und Bevölkerungsschutz sowie den engen Zeitplan bis zur Wahl der Ministerpräsidentin oder des Ministerpräsidenten heraus.

Deutschlandfunk: „Mecklenburg-Vorpommern – Rot-rot-grüne Koalitionsgespräche vereinbart – Erste Vorhaben sind bekannt“ (10.10.2026)

Der Deutschlandfunk berichte, die drei Parteien steuerten auf die erste rot-rot-grüne Landesregierung des Landes zu, und hebe bereits vereinbarte Vorhaben wie 1,9 Milliarden Euro aus dem Sondervermögen, neue Wohnheimplätze und ein Jugendticket hervor. Mit der dpa-Meldung bestehe Einigkeit über die Mehrheitsverhältnisse und den parlamentarischen Zeitplan; offen bleibe die konkrete Verteilung der Ministerposten.

Medienübergreifend werde die Aufnahme der Verhandlungen als politischer Weg zu einer stabilen Mehrheit bewertet. Unterschiede lägen vor allem bei den zusätzlich hervorgehobenen Sachthemen und bei der Frage, wie stark die künftige Regierungsarbeit durch neue Beteiligungs- und Kontrollgremien geprägt werde.

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