DDR, Deutschland

Rund 30.000 AntrÀge auf Stasi-Akten-Einsicht pro Jahr

13.10.2023 - 13:38:29 | dpa.de

Mehr als 100 Regalkilometer Akten hat die frĂŒhere DDR-Staatssicherheit der Nachwelt hinterlassen. Speziell eine Aufgabe könnte noch Generationen beschĂ€ftigen - wenn kein Durchbruch gelingt.

JÀhrlich werden immer noch rund 30.000 AntrÀge auf Einsicht in Stasi-Akten gestellt. - Foto: Hendrik Schmidt/dpa
JÀhrlich werden immer noch rund 30.000 AntrÀge auf Einsicht in Stasi-Akten gestellt. - Foto: Hendrik Schmidt/dpa

Mehr als drei Jahrzehnte nach der Deutschen Einheit werden jĂ€hrlich immer noch rund 30.000 AntrĂ€ge auf Einsicht in Stasi-Akten gestellt. Dies geht aus einem veröffentlichten Bericht des Bundesarchivs hervor, das die historischen Akten des frĂŒheren DDR-Ministeriums fĂŒr Staatssicherheit 2021 ĂŒbernahm. Interesse haben demnach BĂŒrger, Medien und Forschende.

Rund 111 Regalkilometer Stasi-Akten waren 1990 vor der Vernichtung bewahrt worden. Sie geben unter anderem darĂŒber Auskunft, wer zu DDR-Zeiten bespitzelt wurde und wer ZutrĂ€ger des Geheimdiensts war. Vor allem kurz nach der deutschen Vereinigung war das ein Riesenthema. Insgesamt wurden laut Bundesarchiv bisher 7,5 Millionen AntrĂ€ge auf Akteneinsicht gestellt.

Millionen Akten sind verloren

Ein Problemfall sind die Millionen Aktenseiten, die Stasi-Mitarbeiter nach der friedlichen Revolution in der DDR zerrissen hatten. Die Schnipsel fĂŒllten insgesamt 15.400 SĂ€cke. Das Fraunhofer Institut fĂŒr Produktionsanlagen und Konstruktionstechnik sollte eine Software entwickeln, um die Fetzen zumindest virtuell schnell und preiswert zusammenzusetzen. Doch das funktionierte nicht richtig, wie es im Bericht heißt. Nun sucht der Bund neue Anbieter fĂŒr das Projekt.

Derweil wurden laut TĂ€tigkeitsbericht 1,71 Millionen Seiten «hĂ€ndisch rekonstruiert», also von Menschen wieder zusammengesetzt. Im Zeitraum von Mitte 2021 bis Mitte 2023 gelang dies bei 37.000 Blatt. Damit sind Schnipsel aus 600 «BehĂ€ltnissen» abgearbeitet, wie es im Bericht weiter heißt.

Vor 2021 waren die BestĂ€nde in einer eigenen Bundesbehörde. Das Stasi-Unterlagen-Archiv befindet sich immer noch am Standort des frĂŒheren Ministeriums fĂŒr Staatssicherheit in Berlin-Lichtenberg.

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