EU, Asyl

EU-Asylreform: Mehrere BundeslÀnder fordern Geld vom Bund

30.11.2025 - 17:42:55

Mehrere BundeslÀnder haben die PlÀne des Bundes bei der Umsetzung der europÀischen Asylreform kritisiert.

"Die GEAS-Reform ist ein enorm wichtiger Schritt zur gemeinsamen Neuaufstellung des kĂŒnftigen Migrations- und Asylmanagements in der EU", sagte Brandenburgs Innenminister RenĂ© Wilke (SPD) der "Welt" kurz vor der Innenministerkonferenz in Bremen. "Die Umsetzung des Außengrenzverfahrens ist dabei ein wesentlicher Bestandteil der Reform. Doch wer bestellt, der muss auch bezahlen." Die ZustĂ€ndigkeit sei klar, so Wilke weiter: "Der Bund ist verantwortlich fĂŒr die DurchfĂŒhrung der Asylverfahren an den Außengrenzen. Daher gibt es zwei Varianten: Entweder der Bund nimmt seine Aufgabe wahr. Oder er greift auf die KapazitĂ€ten und Kompetenzen der LĂ€nder zurĂŒck. DafĂŒr bedĂŒrfte es aber eines konkreten Angebots, wie die KostenĂŒbernahme geregelt wird. Die Belastung auf die LĂ€nder durchzureichen, ist keine akzeptable Option." Nach dem neuen europĂ€ischen Asylsystem, das ab Mitte 2026 in der EU gelten soll, sind die Mitgliedstaaten verpflichtet, einen Teil der Asylverfahren direkt an der EU-Außengrenze abzuarbeiten.

Bei negativem Ausgang sollen die Migranten direkt von dort in ihr Heimatland zurĂŒckgefĂŒhrt werden. Da auch Deutschland an Flug- und SeehĂ€fen eine Außengrenze hat, muss es ebenfalls PlĂ€tze fĂŒr dieses neue Grenzverfahren vorhalten. Die bisherigen PlĂ€ne des Bundes sehen vor, dass die BundeslĂ€nder diese PlĂ€tze bereithalten sollen. Über den Gesetzentwurf verhandelt gerade der Bundestag. "Wir verfolgen das Ziel, Migration zu ordnen, zu steuern und zu begrenzen. Als Land sind wir daher bereit, unseren Teil zur Umsetzung der GEAS-Reform zu leisten", sagte Baden-WĂŒrttembergs StaatssekretĂ€r fĂŒr Migration Siegfried Lorek (CDU). "Gleichzeitig erwarten wir aber, dass sich auch der Bund entsprechend engagiert. Wenn die LĂ€nder Aufgaben ĂŒbernehmen sollen, muss der Bund zumindest fĂŒr eine auskömmliche Finanzierung sorgen." Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) forderte den Bund auf, eigene Ausreisezentren einzurichten, um die LĂ€nder bei den RĂŒckfĂŒhrungen zu unterstĂŒtzen. "Wir können die Grenzkontrollen erst herunterfahren, wenn auf EU-Ebene wirkungsgleiche Maßnahmen erreicht worden sind, die mit dem GEAS-Gesetzgebungsverfahren angestrebt werden", sagte Schuster der "Welt". "Zentrale Forderung der LĂ€nder ist dabei aber auch, dass der Bund zentrale Bundesausreisezentren einrichtet und auf diese Weise die Abschiebungen der LĂ€nder unterstĂŒtzt." Als Standort fĂŒr ein solches Bundesausreisezentrum könne man aus Sachsen den Leipziger Flughafen anbieten, der aus logistischen GrĂŒnden bereits hĂ€ufig fĂŒr zentrale SammelflĂŒge genutzt werde.

@ dts-nachrichtenagentur.de