CDU kritisiert PalÀstina-Anerkennung durch Frankreich
25.07.2025 - 19:58:37Das sei "wirklich nicht problematisch". Dringend sei jetzt aber vor allem die dramatische Lage in Gaza zu verbessern, da seien sich Deutschland, Frankreich und weitere europĂ€ische Partner einig. Wadephul nannte die humanitĂ€re Situation "völlig inakzeptabel". Israel habe dafĂŒr "natĂŒrlich eine zentrale Verantwortung", dass Hilfe zu den Menschen gelange. "Der Kampf gegen Hamas ist gerechtfertigt, aber man muss sehen, welches Leiden diese Auseinandersetzung mittlerweile hervorgerufen hat. Das fĂŒhrt uns dazu, dass wir Themen diskutieren mĂŒssen, die wir bisher nicht diskutiert haben", sagte er. Der Vorsitzende des AuswĂ€rtigen Ausschusses, Armin Laschet, wurde in seiner Kritik deutlicher. Macrons AnkĂŒndigung, einen Staat PalĂ€stina im September anzuerkennen sei "in Form und Zeitpunkt der falsche Weg", sagte Laschet dem Sender "ntv". Die Initiative Frankreichs werde "ins Leere laufen", da keinerlei weitere Schritte zu einem Frieden in Nahost damit verbunden seien, so der CDU-Politiker. "Denn damit ist der Krieg noch nicht beendet. Ohne die USA wird das auch nicht gelingen. Frankreich hat jetzt auch euro-atlantische gemeinsame AnsĂ€tze zerstört", sagte er weiter. Der "Alleingang" Frankreichs mache nur deutlich, "dass die EuropĂ€ische Union nicht mit einer Stimme spricht. Damit wird Europa wieder nicht geschlossen wahrgenommen. Macron schwĂ€cht die gemeinsame europĂ€ische AuĂenpolitik", so Laschet. Im Ăbrigen jubele jetzt nur die Hamas. Denn die Hamas habe die GesprĂ€che ĂŒber die Geiseln und ĂŒber einen Waffenstillstand in Gaza abgebrochen. Die US-Delegation sei daraufhin abgereist. "Ausgerechnet an einem solchen Tag eine Art `Belohnung`, wie eine Anerkennung PalĂ€stinas gedeutet werden wird, auszusprechen, erschlieĂt sich mir nicht", kritisierte Laschet. Schlauer wĂ€re es seiner Ansicht nach gewesen, Macron hĂ€tte eine Anerkennung an Bedingungen geknĂŒpft. "Dann hĂ€tte man doch jetzt dies noch als Druckmittel nutzen können, damit die Hamas endlich einem Waffenstillstand und einer Entwaffnung zustimmt", sagte der frĂŒhere NRW-MinisterprĂ€sident. Stattdessen fĂŒhle sich die Hamas nun gestĂ€rkt. "Die sagen: `Seht mal, wir kriegen einen palĂ€stinensischen Staat, ohne dass wir die Waffen niederlegen, ohne dass wir einen Waffenstillstand eingehen.` So hat die Hamas Frankreich schon gelobt fĂŒr diesen Schritt." Laschet mahnte, zunĂ€chst einmal zu erklĂ€ren, wie denn ein möglicher Staat PalĂ€stina ĂŒberhaupt aussehen könnte. "Was soll das denn fĂŒr ein Staat sein? Soll das ein autoritĂ€rer, von Muslimbruderschaft oder Hamas beherrschter Staat sein? Ein Staat, in dem keine BĂŒrgerrechte, keine Frauenrechte, keine Rechte fĂŒr Menschen unterschiedlicher Herkunft gelten? Oder soll das ein Staat sein, der eine friedliche, eine demokratische Struktur hat und der zur regionalen Kooperation und zum Frieden mit Israel bereit ist." Der auĂenpolitische Sprecher der CDU/CSU im Bundestag, JĂŒrgen Hardt, hĂ€lt den Schritt Frankreichs fĂŒr kontraproduktiv. "Die Anerkennung PalĂ€stinas als eigenstĂ€ndiger Staat sollte am Ende des Friedensprozesses im Nahen Osten stehen und auch die KlĂ€rung des Rechtsstatus Jerusalems und Verfassungsfragen umfassen", sagte Hardt dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Samstagausgaben). "Dem Ziel zweier gleichberechtigter demokratischer Staaten - des demokratischen, jĂŒdischen Staates Israel und eines palĂ€stinensisch-demokratischen Staates PalĂ€stina, die sich wechselseitig respektieren - kommen wir durch die Anerkennung keinen Schritt nĂ€her", sagte der CDU-Politiker. Die Anerkennung bleibe rein symbolisch und werde in Israel als Affront betrachtet, sagte er.


