Drohnenabwehr, Innenminister

LÀnder investieren Millionen in Drohnenabwehr gegen neue Angriffe auf FlughÀfen

Veröffentlicht am: 10.09.2026 um 14:54 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Mehrere LÀnder bauen ihre Drohnenabwehr mit MillionenbetrÀgen aus. Besonders betroffen sind FlughÀfen, kritische Infrastruktur und militÀrische Standorte.

LĂ€nder investieren Millionen in Drohnenabwehr
Drohne (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Mehrere BundeslĂ€nder investieren Millionen in den Aufbau und die Ausstattung neuer Einheiten zum Schutz vor Drohnen. Das ergab eine Umfrage des „Focus“ bei den Innenministern der 16 LĂ€nder.

Baden-WĂŒrttemberg und Hessen stocken deutlich auf

Baden-WĂŒrttemberg will das bestehende Drohnenabwehrzentrum ausbauen und fĂŒr 2,5 Millionen Euro zusĂ€tzliche moderne Abfangtechnik anschaffen. Innenminister Manuel Hagel sprach von einer realen Gefahr fĂŒr die innere Sicherheit.

In Hessen wird die Drohnenabwehr mit 10 Millionen Euro ausgebaut. Innenminister Roman Poseck verwies zudem auf personelle VerstÀrkungen und bezeichnete die Lage als angespannt.

Bayern, Niedersachsen und Sachsen setzen auf Technik und Personal

Bayern hat an den FlughĂ€fen MĂŒnchen, NĂŒrnberg und Memmingen bereits stationĂ€re und mobile Abwehrtechnik im Einsatz und will diese weiter ausbauen. Das Drohnenkompetenz- und -abwehrzentrum der Bayerischen Polizei in Erding soll schrittweise auf 100 Mitarbeiter wachsen.

Niedersachsen plant 7,3 Millionen Euro fĂŒr Technik zum Schutz vor Drohnen ein. Sachsen will in den Jahren 2027 und 2028 bis zu 7,9 Millionen Euro fĂŒr neue AusrĂŒstung investieren, davon die HĂ€lfte fĂŒr Drohnenabwehr.

Weitere LĂ€nder melden eigene FĂ€lle

Schleswig-Holstein meldete fĂŒr 2025 insgesamt 148 FĂ€lle. Dort wurden 50 neue Stellen fĂŒr die Drohnenabwehreinheit und die Ermittlungsarbeit geschaffen, außerdem wurden 7 Millionen Euro in moderne Abfangtechnik investiert.

Die Bundesregierung macht Russland fĂŒr den Vorfall am Flughafen in Leipzig mit Sprengstoffdrohnen Anfang August verantwortlich und sieht Deutschland inzwischen als tĂ€gliches Ziel hybrider KriegsfĂŒhrung.

Die LĂ€nder reagieren mit zusĂ€tzlichen Millionen auf die wachsende Bedrohung durch Drohnen im Umfeld kritischer Infrastruktur, FlughĂ€fen und militĂ€rischer Einrichtungen. Die dts-Meldung zeigt, dass der Aufbau spezialisierter Einheiten und die Beschaffung von Abwehrtechnik nicht mehr als Sondermaßnahme, sondern als laufende Sicherheitsaufgabe behandelt werden.

Bedeutung fĂŒr die Sicherheitslage

Besonders relevant ist der parallele Ausbau in mehreren großen FlĂ€chenlĂ€ndern. Baden-WĂŒrttemberg, Hessen, Bayern, Niedersachsen, Sachsen und Schleswig-Holstein setzen dabei auf eine Mischung aus Technik, Personal und ErmittlungskapazitĂ€ten. Das deutet darauf hin, dass Drohnenabwehr inzwischen als dauerhaftes Aufgabenfeld der Polizei verstanden wird und nicht nur als Reaktion auf EinzelfĂ€lle.

Politischer und operativer Kontext

Der Verweis auf den Vorfall am Flughafen Leipzig verstĂ€rkt den politischen Druck, Schutzkonzepte schneller hochzufahren. Zugleich zeigt die Aufstellung in den LĂ€ndern, dass es nicht allein um Flugverbotszonen geht, sondern um Detektion, Abfangtechnik und geschulte KrĂ€fte. FĂŒr die Praxis bedeutet das: Je vielfĂ€ltiger die Einsatzorte, desto höher der Bedarf an abgestimmten Strukturen zwischen Polizei, Luftsicherheit und Betreibern kritischer Anlagen.

FĂŒr Leser ist vor allem relevant, dass die Investitionen nicht abstrakt bleiben. Sie zielen auf konkrete Schwachstellen im Alltag moderner Sicherheitsarchitektur und dĂŒrften die Debatte ĂŒber Bund-LĂ€nder-ZustĂ€ndigkeiten, Technikstandards und schnelle Beschaffung weiter anheizen.

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