WDH: Gewerkschaft fordert innerorts Tempo 30 als Standard
27.01.2025 - 06:52:01(Mehrere Tippfehler behoben)
GOSLAR (dpa-AFX) - StandardmĂ€Ăig Tempo 30 innerorts fordert die Gewerkschaft der Polizei zum besseren Schutz von FuĂgĂ€ngern. Seit Jahren verharren UnfĂ€lle mit FuĂgĂ€ngern auf einem gleichbleibenden Niveau, wie Zahlen zeigen. Einige Experten fordern daher auch grundlegende Ănderungen bei der Verkehrsplanung.
Bei Tempo 30 sinke die Gefahr schwerer Verletzungen bei UnfĂ€llen deutlich, sagt der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Michael Mertens. Wo FuĂwege ausreichend abgesichert seien, könne aber auch in Zukunft mit 50 Stundenkilometern oder schneller gefahren werden. Er fordert zudem höhere BuĂgelder.
Planerin: Bei Verkehrsplanung zuerst an FuĂgĂ€nger denken
Generell brauche es ein Umdenken bei der Verkehrsplanung: Es mĂŒsse zuerst an FuĂgĂ€nger gedacht werden, ParkplĂ€tze hingegen sollten erst dann eine Rolle spielen, wenn noch Platz ĂŒbrig sei, sagt Verkehrsplanerin Katalin Saary von der Vereinigung fĂŒr Stadt-, Regional- und Landesplanung. Viele UnfĂ€lle wĂŒrden zudem wegen falsch geparkter Autos entstehen, so Saary weiter.
Vom 29. Januar an wollen Fachleute beim Verkehrsgerichtstag in Goslar ĂŒber das Thema sprechen. Der dreitĂ€gige Kongress zĂ€hlt jedes Jahr zu den wichtigsten Treffen von Verkehrssicherheits- und Verkehrsrechtsexperten in Deutschland und endet mit Empfehlungen an den Gesetzgeber.
Zahl getöteter FuĂgĂ€nger ĂŒber Vor-Corona-Niveau
Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen: Mit neun Prozent waren FuĂgĂ€nger 2023 die zweitgröĂte Gruppe der Unfallbeteiligten nach Autofahrern. Und: Die Zahl der verunglĂŒckten FuĂgĂ€nger lag dabei 2023 mit 33.504 fast wieder auf dem Vor-Corona-Niveau von 34.815 in 2019. Die Zahl der Getöteten lag mit 449 sogar darĂŒber (2019: 429). Unter-15-JĂ€hrige sowie Menschen ĂŒber 75 Jahre waren dabei am hĂ€ufigsten in UnfĂ€lle verwickelt.
Wegen der alternden Gesellschaft wollen Fachleute daher nun rasche Verbesserungen bei der Sicherheit von FuĂgĂ€ngern. Helfen könnten etwa mehr Zebrastreifen, Ampeln und Verkehrsinseln, sagt die Leiterin der Unfallforschung beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, Kristin Zeidler.
Auch technisch sei vieles möglich oder in naher Zukunft denkbar. Etwa eine Pflicht fĂŒr aktiv bremsende statt nur warnende Assistenzsysteme in neuen Fahrzeugen oder vernetzte Ampeln und Autos, die sich gegenseitig vor FuĂgĂ€ngern oder anderen Gefahren warnen.

