Merz fordert NATO-Geschlossenheit gegenĂŒber Russland in MĂŒnster
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 17:36 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSBundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die NATO-Mitgliedstaaten zu Geschlossenheit gegenĂŒber Russland aufgerufen. Bei der Verleihung des WestfĂ€lischen Friedenspreises an das MilitĂ€rbĂŒndnis in MĂŒnster warnte er, Uneinigkeit des Westens habe wiederholt den Nachbarn im Osten Europas geschadet.
Merz setzt auf Geschlossenheit
âGeschlossenheit gegenĂŒber Moskau hat sich dagegen immer bewĂ€hrt. Die Nato ist das beste Beispielâ, sagte Merz am Donnerstag. Das BĂŒndnis sei nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer âtragenden SĂ€uleâ einer neuen europĂ€ischen Sicherheitsarchitektur und bis heute vor allem zu einer âAllianz der Freiheitâ geworden.
Mit Blick auf mögliche Verhandlungen mit Moskau bezeichnete der Kanzler Eintracht und StÀrke als Erfolgsbedingungen. Die USA sollten auch in der Ukraine-Politik an der Seite Europas gehalten werden. Als wichtigen Erfolg nannte Merz, dass dies beim G7-Gipfel in Evian vor einigen Wochen gelungen sei.
Keine Absage an spÀtere Beziehungen
FĂŒr einen endgĂŒltigen Bruch mit Russland sprach sich Merz nicht aus. âWir wollen zu geeigneter Zeit stabile, berechenbare Beziehungen zu Russlandâ, sagte er.
Vorrangig mĂŒsse Russland seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine beenden und zur âeuropĂ€ischen Friedensordnungâ zurĂŒckkehren. Dazu sei Moskau ânach Lage der Dinge heute nicht bereitâ, sagte der Bundeskanzler.
Merzâ Appell fĂ€llt in eine Phase, in der die europĂ€ische Sicherheitsdebatte von zwei miteinander verbundenen Fragen geprĂ€gt ist: der UnterstĂŒtzung der Ukraine und der kĂŒnftigen Rolle der USA in der europĂ€ischen Verteidigung. Der Bundeskanzler stellt Geschlossenheit dabei nicht als Selbstzweck dar, sondern als Voraussetzung dafĂŒr, gegenĂŒber Moskau Verhandlungsspielraum und politischen Druck zugleich aufrechtzuerhalten.
Die Verleihung des WestfĂ€lischen Friedenspreises an die NATO verleiht der Rede zusĂ€tzlichen symbolischen Rang. Das BĂŒndnis wird in MĂŒnster als tragende Institution der europĂ€ischen Sicherheitsordnung gewĂŒrdigt, zugleich stöĂt die Auszeichnung auf Proteste und eine öffentliche Debatte ĂŒber die Vereinbarkeit von militĂ€rischer Abschreckung und Friedenspolitik. Damit steht die Preisverleihung fĂŒr den politischen Spannungsbogen, in dem sich Merzâ Aussage bewegt.
Europas Sicherheitsinteressen
Besonders relevant ist der Hinweis auf die USA. Eine dauerhaft tragfĂ€hige Ukraine- und Russlandpolitik hĂ€ngt aus europĂ€ischer Sicht nicht nur von nationalen Entscheidungen, sondern von der Abstimmung innerhalb der NATO und der G7 ab. FĂŒr Deutschland bedeutet das, europĂ€ische Geschlossenheit zu organisieren und zugleich die transatlantische Zusammenarbeit zu sichern.
Merz verbindet den Ruf nach HĂ€rte mit dem ausdrĂŒcklich formulierten Ziel spĂ€terer stabiler und berechenbarer Beziehungen zu Russland. Voraussetzung dafĂŒr soll ein Ende des Angriffskriegs und die RĂŒckkehr zu einer europĂ€ischen Friedensordnung sein. FĂŒr die BĂŒrger in Deutschland ist diese Linie vor allem deshalb bedeutsam, weil sie Sicherheitsfragen, UnterstĂŒtzung der Ukraine und die langfristige Gestaltung der Beziehungen zu Moskau miteinander verknĂŒpft.
