Metro AG, Russland

Metro Russland: Putin ĂŒbertrĂ€gt GeschĂ€ft an Verwalter

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 17:36 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Russland stellt die Anteile des deutschen Großhandelskonzerns Metro vorĂŒbergehend unter die Verwaltung einer neu gegrĂŒndeten Gesellschaft. Betroffen ist ein GeschĂ€ft mit mehr als 90 MĂ€rkten und rund 12.000 BeschĂ€ftigten.

Kreml stellt russisches Metro-GeschÀft unter eigene Verwaltung
Metro-Markt (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Russlands PrĂ€sident Wladimir Putin hat die russischen Vermögenswerte des deutschen Handelskonzerns Metro per Dekret auf einen russischen Verwalter ĂŒbertragen. Die Gesellschaft UK Torg RUS erhĂ€lt vorĂŒbergehend 100 Prozent der Anteile.

Die Übertragung wurde am Montag bekannt. UK Torg RUS war erst am 8. September in Moskau registriert worden.

Neue Gesellschaft ĂŒbernimmt Kontrolle

Laut Registereintrag ist die HaupttĂ€tigkeit von UK Torg RUS die Verwaltung anderer Unternehmensbereiche oder -gruppen sowie die operative Steuerung und Kontrolle von AktivitĂ€ten. Generaldirektor und GrĂŒnder soll derselbe Mann sein, der das russische Metro-GeschĂ€ft bislang leitete.

Mit dem Dekret unterstellt der Kreml die russischen Metro-Vermögenswerte damit einer neu gegrĂŒndeten russischen Gesellschaft. Die Regelung gilt zunĂ€chst vorĂŒbergehend.

Mehr als 90 MĂ€rkte in Russland

Metro betreibt in Russland eine Kette von GroßhandelsmĂ€rkten. Die ersten Standorte eröffnete der Konzern Anfang der 2000er Jahre in Moskau.

Nach den Angaben umfasst das GeschÀft derzeit mehr als 90 MÀrkte in zahlreichen Regionen Russlands und beschÀftigt etwa 12.000 Menschen.

Auch Nestle betroffen

Putin hatte zuvor bereits die russischen Anteile des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestle unter vorĂŒbergehende Zwangsverwaltung gestellt. Die Maßnahme gegen Metro erweitert damit die staatlichen Eingriffe in die Russland-GeschĂ€fte auslĂ€ndischer Unternehmen.

Die Übertragung des russischen Metro-GeschĂ€fts folgt einem Muster, das sich seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine verstĂ€rkt hat. Moskau nutzt die sogenannte vorĂŒbergehende Zwangsverwaltung, um Vermögenswerte auslĂ€ndischer Unternehmen unter staatlich kontrollierte oder politisch genehme FĂŒhrung zu stellen. Formal bleibt dabei zunĂ€chst offen, ob die Eigentumsrechte dauerhaft entzogen werden.

FĂŒr Metro ist der Schritt wirtschaftlich und strategisch bedeutsam. Russland gehört zu den großen AuslandsmĂ€rkten des deutschen Großhandelskonzerns; das dortige Filialnetz versorgt vor allem gewerbliche Kunden wie Gastronomiebetriebe, kleinere HĂ€ndler und Unternehmen. Die genannte GrĂ¶ĂŸenordnung von mehr als 90 MĂ€rkten und rund 12.000 BeschĂ€ftigten macht das GeschĂ€ft auch innerhalb des russischen Lebensmitteleinzelhandels relevant.

Folgen fĂŒr Metro und den russischen Markt

Mit der Übertragung auf UK Torg RUS verliert Metro nach dem Dekret zunĂ€chst die unmittelbare Kontrolle ĂŒber seine russischen Vermögenswerte. Dass der bisherige Leiter des Russland-GeschĂ€fts die neue Gesellschaft fĂŒhren soll, deutet auf KontinuitĂ€t im operativen Betrieb hin, Ă€ndert aber nichts an der staatlichen Kontrolle ĂŒber die Anteile.

Der Vorgang erhöht den Druck auf auslĂ€ndische Unternehmen, die weiterhin in Russland aktiv sind. Zugleich reiht er sich in eine Entwicklung ein, bei der Moskau auslĂ€ndische Beteiligungen selektiv unter vorĂŒbergehende Verwaltung stellt. FĂŒr Metro entstehen daraus Fragen zur wirtschaftlichen Bewertung des GeschĂ€fts, zu möglichen Abschreibungen und zu den langfristigen EigentumsverhĂ€ltnissen.

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