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Dobrindt setzt auf Return Hubs, KI und Dauer-Abschiebehaft

04.10.2025 - 18:22:06

Migration in Europa begrenzen – das große Projekt von Innenminister Alexander Dobrindt. Auch wenn die Zuwanderungszahlen bereits sinken, sieht er noch viel VerĂ€nderungsbedarf.

  • Alexander Dobrindt setzt auf eine VerschĂ€rfung der Asylpolitik. (Archivbild) - Foto: Kay Nietfeld/dpa

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  • Bundesinnenminister Alexander Dobrindt will beim Thema Migration weiter Druck machen und die europĂ€ische Asylpolitik «schĂ€rfen und hĂ€rten» - konkrete Ergebnisse gab es beim Treffen mit seinen Amtskollegen in MĂŒnchen aber keine.  - Foto: Peter Kneffel/dpa

    Peter Kneffel/dpa

Alexander Dobrindt setzt auf eine VerschĂ€rfung der Asylpolitik. (Archivbild) - Foto: Kay Nietfeld/dpaBundesinnenminister Alexander Dobrindt will beim Thema Migration weiter Druck machen und die europĂ€ische Asylpolitik «schĂ€rfen und hĂ€rten» - konkrete Ergebnisse gab es beim Treffen mit seinen Amtskollegen in MĂŒnchen aber keine.  - Foto: Peter Kneffel/dpa

RĂŒckfĂŒhrungszentren in Drittstaaten außerhalb der EU, schnellere Asylverfahren, unbefristete Abschiebehaft, digitale Übersetzungshilfen: Bei seinem Treffen mit mehreren Innen- und Migrationsministern aus anderen EU-LĂ€ndern hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) neue VorschlĂ€ge fĂŒr einen schĂ€rferen Kurs in der europĂ€ischen Asylpolitik vorgelegt. Welche LĂ€nder die VorschlĂ€ge unterstĂŒtzen, blieb aber zunĂ€chst offen.

Der Druck, was die Migration anbelange, sei in Deutschland wie in allen NachbarlĂ€ndern hoch, auch wenn niedrigere Zahlen als in den vergangenen Jahren erkennbar seien, sagte Dobrindt bei dem Treffen in MĂŒnchen. Das SchĂ€rfen und HĂ€rten des europĂ€ischen Migrationspaktes sei daher weiter sehr bedeutend. Begleitet wurde das Treffen in MĂŒnchen von teils lauten, aber friedlichen Protesten.

Asylregeln in Europa sollen verschÀrft werden

Dobrindt schlug seinen Amtskollegen ein BĂŒndel von Maßnahmen vor, die das Asylsystem in Europa verschĂ€rfen wĂŒrden. So sprach er sich etwa dafĂŒr aus, auf europĂ€ischer Ebene die Rechtsgrundlagen zu schaffen, um in Drittstaaten RĂŒckfĂŒhrungszentren einrichten zu können. In diesen sogenannten Return Hubs sollen ausreisepflichtige Asylbewerber landen, die nicht in ihre Heimat- oder HerkunftslĂ€nder abgeschoben werden können. 

Auf Nachfrage erklĂ€rte Dobrindt, dieser Prozess stehe noch ganz am Anfang. EU-Migrationskommissar Magnus Brunner (ÖVP) sagte, es sei wichtig, dass Deutschland bei dem Thema weiter Druck mache. Es sei nicht akzeptabel, dass aktuell nur eine von fĂŒnf ausreisepflichtigen Personen Europa wirklich auch verlasse. Inhaltliche Aussagen der anderen Minister gab es keine, auch ein gemeinsames Abschlusspapier lieferte das Arbeitstreffen nicht.

Klagen sollen Asylverfahren nicht bremsen

Dobrindts Diskussionspapier sieht zudem schnellere Asylverfahren vor: Wenn ein Asylantrag als unzulĂ€ssig abgelehnt wurde, sollen WidersprĂŒche und Klagen keine aufschiebende Wirkung haben. Ausreisepflichtige StraftĂ€ter und GefĂ€hrder sollen unbefristet in Abschiebehaft genommen werden können, Abschiebungen von allen EU-LĂ€ndern vollstreckt und digitale Übersetzungshilfen mit KĂŒnstlicher Intelligenz zum Einsatz kommen dĂŒrfen. Die Suche nach Dolmetschern erschwert bisher oft die DurchfĂŒhrung von Asylverfahren.

«Europa braucht Klarheit, Konsequenz und Kontrolle in der Migrationspolitik. Wir mĂŒssen den EU-Migrationspakt hĂ€rten, die Abschiebe-Regeln schĂ€rfen», sagte Dobrindt bereits vor Beginn des Treffens der Deutschen Presse-Agentur. «Also: Starke Außengrenzen, schnelle Abschiebungen, innovative Lösungen. Nur so sichern wir Ordnung, Offenheit und den europĂ€ischen Zusammenhalt.»

Letztes Treffen war auf der Zugspitze

Das Treffen mit seinen Amtskollegen in MĂŒnchen war bereits die zweite Konferenz zur Migrationsfrage auf Einladung von Dobrindt. Bereits im Juli hatte er Kollegen aus fĂŒnf EU-Staaten sowie Brunner auf der Zugspitze getroffen. Teilnehmer waren die Innenminister aus Polen, Luxemburg und der Schweiz sowie die Migrationsminister aus DĂ€nemark, Schweden, Belgien und den Niederlanden. Italien hatte seine Teilnahme kurzfristig abgesagt. Dobrindt betonte in MĂŒnchen, er plane fĂŒr die Zukunft weitere Treffen.

@ dpa.de