Deutlicher, Anstieg

Deutlicher Anstieg bei Steuern und Abgaben fĂŒr Rentner

18.02.2024 - 07:30:34

Millionen RuhestÀndler beziehen nicht nur Geld aus der gesetzlichen Rente, sie zahlen auch krÀftig an Sozialkassen und an den Staat. Die Abgeordnete Sahra Wagenknecht fordert eine Korrektur.

Die Summe der Steuern und Sozialabgaben fĂŒr Rentnerinnen und Rentner ist nach Daten der Bundesregierung deutlich gestiegen und erreicht in diesem Jahr voraussichtlich gut 124 Milliarden Euro. Dies geht aus der Antwort des Finanzministeriums auf eine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Sahra Wagenknecht hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Wagenknecht kritisierte die Belastung und forderte Steuerfreiheit fĂŒr kleine und mittlere Renten.

Das Ministerium bezieht sich fĂŒr 2024 auf SchĂ€tzungen und Simulationsrechnungen auf Grundlage der Daten frĂŒherer Jahre. Demnach werden im laufenden Jahr 54,3 Milliarden Euro an BeitrĂ€gen fĂŒr die gesetzliche Krankenversicherung und 11,5 Milliarden Euro fĂŒr die Pflegeversicherung fĂ€llig. Zum Vergleich: 2020 waren es 44,3 Milliarden Euro fĂŒr die Kranken- und 8,5 Milliarden Euro fĂŒr die Pflegekasse. Die fĂ€llige Steuersumme steigt nach Angaben des Ministeriums von 48,8 Milliarden Euro 2020 auf 58,6 Milliarden Euro 2024.

Die steigenden Sozialabgaben erklĂ€ren sich vor allem aus Erhöhungen des Pflegebeitrags sowie des Zusatzbeitrags fĂŒr die Krankenversicherung. Zudem wĂ€chst die Zahl der Rentnerinnen und Rentner. Die steigenden Steuersummen fĂŒr Rentner wurden mit einer Reform 2004 so angelegt: Schrittweise wird ein immer grĂ¶ĂŸerer Teil der Rente steuerpflichtig, wĂ€hrend die BeitrĂ€ge wĂ€hrend der Berufsphase steuerfrei gestellt werden.

«Diese Reform war ein fataler Fehler»

Wagenknecht forderte ein Umsteuern. «Der Staat greift Ă€lteren Menschen immer tiefer in die ohnehin schmale Geldbörse», kritisierte die Vorsitzende der Partei BĂŒndnis Sahra Wagenknecht. Die Summe von ĂŒber 124 Milliarden Euro bei Steuern und Abgaben liege um 7,8 Milliarden Euro höher als im vergangenen Jahr. Binnen vier Jahren sei sie um 22 Prozent gestiegen. 

«Die Steuern und Abgaben fĂŒr Rentner sind inzwischen höher als der gesamte Bundeszuschuss zur Rente - eine UnverschĂ€mtheit», meinte Wagenknecht. «Die Steuer- und Abgabenlast muss runter.» Kranken- und PflegeversicherungsbeitrĂ€ge seien zu stark gestiegen, und die Abschaffung der Rentenbesteuerung mĂŒsse auf die Tagesordnung. «Diese Reform war ein fataler Fehler», sagte Wagenknecht. «Wir brauchen Steuerfreiheit fĂŒr alle gesetzlichen Renten mindestens bis 2000 Euro.»

@ dpa.de