Nimmermann soll WirtschaftsstaatssekretÀr werden
22.05.2023 - 10:04:46Der hessische GrĂŒnen-Politiker Philipp Nimmermann soll neuer StaatssekretĂ€r im Bundeswirtschaftsministerium werden. Der 57-JĂ€hrige wechselt aus der Landesregierung nach Berlin und folgt auf Patrick Graichen, der seinen Posten aufgeben musste. Das teilte das Wirtschaftsministerium am Montag mit. Ressortchef Robert Habeck (GrĂŒne) sagte, Nimmermann werde «mit einem frischen Blick die Prozesse neu durchdenken, mit seiner Erfahrung die unterschiedlichen Perspektiven einbinden und mit seiner Stringenz die Energiewende, die WĂ€rmewende und die Transformation voranbringen».
Nimmermann ist seit 2019 StaatssekretĂ€r im Wirtschaftsministerium in Hessen und war zuvor FinanzstaatssekretĂ€r in Schleswig-Holstein. Vor den Ămtern in der Politik arbeitete der promovierte Wirtschaftswissenschaftler unter anderem als Chefvolkswirt und in verschiedenen weiteren Funktionen bei der BHF Bank in Frankfurt.
Nimmermann soll den StaatssekretĂ€rsposten in Berlin «sehr zeitnah» aufnehmen, wie es hieĂ. Habeck sagte: «Er hat mehrfach bewiesen, dass er hochkomplexe Aufgaben stringent strukturieren kann, in einem politisch aufgeladenen Umfeld breit getragene Lösungen schaffen und mit seinem ökonomischen Verstand und seiner Kenntnis der politischen Debatten sofort in die Themen finden kann.» Nimmermann wisse, wie sich politische Entscheidungen auf Menschen auswirkten und wie man gemeinsame Lösungen finde.
Viel Verwaltungserfahrung
Die GrĂŒnen-Obfrau im Energieausschuss, Lisa Badum, sagte, sie sei froh, dass die Nachfolge Graichens so schnell geregelt worden sei. Es sei gut, jemanden mit viel Verwaltungserfahrung in der Position zu haben.
Habeck hatte am vergangenen Mittwoch mitgeteilt, dass Graichen gehen muss. Hintergrund war die geplante Förderung eines Projekts des Berliner Landesverbands des Bundes fĂŒr Umwelt und Naturschutz, in dessen Vorstand Graichens Schwester ist. Graichen soll in den einstweiligen Ruhestand versetzt werden. Er war zuvor wegen der Beteiligung an der Auswahl seines Trauzeugen fĂŒr den Chefposten der bundeseigenen Deutschen Energie-Agentur in die Kritik geraten.
Wie es aus Regierungskreisen hieĂ, war Nimmermann in Hessen bisher auch fĂŒr Energieregulierung zustĂ€ndig. Weitere Schwerpunkt seien die Organisation von Unternehmenshilfen in der Corona-Pandemie und HĂ€rtefallfonds im Zuge der Energiepreiskrise gewesen. Dadurch sei er in Austausch mit vielen Unternehmen, VerbĂ€nden und Kammern gewesen. In seiner Zeit als FinanzstaatssekretĂ€r in Schleswig-Holstein war er demnach auch mit der Privatisierung der HSH Nordbank betraut. Bei der BHF Bank habe Nimmermann sich mit FinanzmĂ€rkten, aber unter anderem auch mit Rohstoff- und EnergiemĂ€rkten befasst.


