Ministerium muss Kurznachrichten zu FördergeldaffÀre sichern
04.07.2024 - 12:01:16Bundesforschungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP) und ihr Ministerium mĂŒssen nach einem Gerichtsbeschluss alle Kurznachrichten im Zusammenhang mit der FördergeldaffĂ€re sichern. Diesen sogenannten HĂ€ngebeschluss erlieĂ das Kölner Verwaltungsgericht, wie ein Gerichtssprecher bestĂ€tigte. Zuvor hatte der «Spiegel» berichtet.Â
Die Initiative «Frag den Staat» hatte einen entsprechenden Eilantrag gestellt. Der Gerichtssprecher sagte, es gehe bei dem HĂ€ngebeschluss um eine Zwischenregelung, eine PrĂŒfung in der Sache sei noch nicht erfolgt. Wann ĂŒber den Eilantrag entschieden werde, sei noch offen.
Löschungsverbot durch das Gericht
In dem Beschluss heiĂt es wörtlich, dem Ministerium werde bis zu einer endgĂŒltigen Entscheidung «aufgegeben, es sicherzustellen, dass Nachrichten ĂŒber den Messengerdienst "Wire (Bund)", die die Bundesministerin, ihr persönlicher Stab, die StaatssekretĂ€re und StaatssekretĂ€rinnen sowie der weitere Leitungsstab» von Anfang Mai bis Ende Juni in Bezug auf die FördergeldaffĂ€re «gesendet und empfangen haben, nicht gelöscht werden». Insbesondere solle die Selbstlöschungsfunktion des Messengerdienstes deaktiviert werden.
Ein Ministeriumssprecher wollte sich zu dem laufenden Verfahren beim Verwaltungsgericht nicht Ă€uĂern. Gegen den Beschluss kann Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht in MĂŒnster eingelegt werden.
Hintergrund ist der Umgang mit Kritik von HochschullehrernÂ
Hintergrund der AffÀre ist der Umgang des Ministeriums mit einem offenen Brief von Hochschullehrern zum Nahost-Konflikt. Die Dozenten hatten die RÀumung eines Camps propalÀstinensischer Demonstranten an der Freien UniversitÀt Berlin kritisiert. Dies hatte wiederum Kritik von Stark-Watzinger ausgelöst. Ihrer Ansicht nach wird in dem Brief «der Terror der Hamas ausgeblendet».
SpĂ€ter waren E-Mails bekanntgeworden, aus denen hervorging, dass jemand an hoher Stelle im Ministerium um PrĂŒfung gebeten hatte, inwieweit Aussagen im Protestbrief der Berliner Hochschullehrer strafrechtlich relevant sind und ob das Ministerium als Konsequenz Fördermittel streichen könnte. Das Vorgehen löste heftige Proteste aus. Stark-Watzinger trennte sich daraufhin von StaatssekretĂ€rin Sabine Döring, die den PrĂŒfauftrag veranlasst haben soll.


