Otte: SpÀtestens 2027 grundlegende Wehrpflicht-Entscheidung
31.12.2025 - 05:25:05Der Wehrbeauftragte des Bundestags, Henning Otte, hĂ€lt eine Zwischenbilanz des am 1. Januar beginnenden neuen Wehrdiensts frĂŒhestens Mitte des Jahres fĂŒr möglich. Der Deutschen Presse-Agentur sagte der CDU-Politiker weiter: «SpĂ€testens 2027 muss eine grundlegende Entscheidung getroffen werden, ob wir den freiwilligen Ausbau weiter wie geplant verfolgen können oder ob doch eine WiedereinfĂŒhrung der Wehrpflicht erforderlich sein wird.»
Die Anreize fĂŒr den freiwilligen Wehrdienst seien gut, sagte er. Sie sollten vor allem dazu beitragen, KrĂ€fte fĂŒr den Heimatschutz und die Reserve auszubilden. Wichtig sei, dass es nicht zu einem finanziellen Ungleichgewicht bei den Soldaten im Mannschaftsdienst komme. Diese mĂŒssten weiterhin Anreize haben, sich weiterzuentwickeln und idealerweise den Weg zum Unteroffizier oder Feldwebel zu gehen.
«Besorgt bin ich, ob der Aufbau der Stammtruppe wie vorgegeben so gelingen wird», sagte Otte. Er verwies auf ĂuĂerungen des Generalinspekteurs Carsten Breuer wonach die stehende Truppe von derzeit rund 180.000 um 80.000 auf 260.000 aktive Soldatinnen und Soldaten wachsen solle. Zudem soll es 200.000 MĂ€nner und Frauen in der Reserve geben.
Beauftragter sieht Akzeptanz der Bundeswehr deutlich gewachsen
Vor dem neuen Wehrdienst stelle er ein hohes «Auftragsbewusstsein» in der Truppe fest und auch eine hohe Akzeptanz in der Gesellschaft, sich einbringen zu wollen, sagte Otte. «Der zentrale Faktor fĂŒr beide ist das Verteidigungsministerium. Allerdings sind die AblĂ€ufe oft noch zu bĂŒrokratisch, zu kompliziert und zu behĂ€big.»
Er kritisierte den Umgang mit Interessenten, die sich fĂŒr den Reservistendienst melden. Die Beorderung von Reservisten sei ein wichtiger Punkt, der immer wieder an den Wehrbeauftragten herangetragen werde. «Viele sagen: Ich bin bereit, meinen Dienst fĂŒr unser Land zu leisten, aber ich höre auf meine Bewerbung entweder gar nichts, zu wenig oder zu spĂ€t von der Bundeswehr», erklĂ€rte Otte.
Auch insgesamt habe sich die Einstellung in der Gesellschaft zur Bundeswehr geĂ€ndert. «Ich sehe eine deutlich gewachsene Akzeptanz in der Bevölkerung fĂŒr die Notwendigkeit, unsere Truppe zu stĂ€rken - sowohl finanziell, materiell und auch personell», sagte Otte dazu. «Es ist in der Gesellschaft angekommen, dass unser System und unsere Werte bedroht sind und dass wir hierzu die Verteidigungsbereitschaft stĂ€rken mĂŒssen.»





