CSU-GeneralsekretÀr, Habecks

CSU-GeneralsekretÀr nennt Habecks Israel-Kritik «beschÀmend»

26.05.2024 - 07:31:12 | dpa.de

«Mit dem Völkerrecht nicht vereinbar.» Habeck verschÀrft seine Kritik an Israels Vorgehen in Gaza. Die CSU wirft ihm vor, damit die «antisemitisch aufgeheizte Stimmung» in Deutschland zu befördern.

Wirft Robert Habeck vor, «das Narrativ der Hamas und der Israel-Hasser» zu bedienen: Martin Huber. - Foto: Peter Kneffel/dpa
Wirft Robert Habeck vor, «das Narrativ der Hamas und der Israel-Hasser» zu bedienen: Martin Huber. - Foto: Peter Kneffel/dpa

CSU-GeneralsekretĂ€r Martin Huber hat Vizekanzler Robert Habeck (GrĂŒne) fĂŒr seinen Vorwurf des Völkerrechtsbruchs an Israel scharf kritisiert. «Die Aussagen von Robert Habeck sind unfassbar und beschĂ€mend», sagte Huber der Deutschen Presse-Agentur. Der Wirtschaftsminister gieße «Öl ins Feuer der ohnehin schon antisemitisch aufgeheizten Stimmung in Deutschland.» 

Habeck hatte Israels Vorgehen im Gaza-Krieg zuvor ungewöhnlich deutlich kritisiert. «SelbstverstĂ€ndlich muss Israel sich an das Völkerrecht halten. Und die Hungersnot, das Leid der palĂ€stinensischen Bevölkerung, die Angriffe im Gazastreifen sind – wie wir jetzt auch ja gerichtlich sehen – mit dem Völkerrecht nicht vereinbar», sagte der Wirtschaftsminister am Samstag in einem GesprĂ€ch mit BĂŒrgern beim Demokratiefest in Berlin. «Das heißt, es ist in der Tat so, dass Israel dort Grenzen ĂŒberschritten hat, und das darf es nicht tun.» Bisher hatte die Bundesregierung lediglich die Erwartung an Israel geĂ€ußert, sich im Gaza-Krieg an das Völkerrecht zu halten. Der Vorwurf des Völkerrechtsbruchs ist neu. 

Huber warf Habeck vor, damit «das Narrativ der Hamas und der Israel-Hasser» zu bedienen. Seine VorwĂŒrfe grenzten an TĂ€ter-Opfer-Umkehr. «Er reiht sich damit ein in die antiisraelischen Propagandisten des linken Antisemitismus. Dieser darf keinen Platz in unserer Gesellschaft haben», sagte der CSU-GeneralsekretĂ€r.

Der ChefanklĂ€ger des Internationalen Strafgerichtshofs, Karim Khan, hatte am Montag Haftbefehle wegen mutmaßlicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit gegen Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Joav Galant beantragt, ĂŒber die das Gericht aber noch entscheiden muss. Am Freitag hatte dann der Internationale Gerichtshof Israel verpflichtet, den umstrittenen MilitĂ€reinsatz in Rafah im SĂŒden des Gazastreifens sofort zu beenden. Mit der Entscheidung entsprach das höchste Gericht der Vereinten Nationen in Den Haag einigen Forderungen, die SĂŒdafrika in einem Eilantrag gestellt hatte. SĂŒdafrika wirft Israel Völkermord vor. Israel weist dies zurĂŒck.

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