Jens, Rommel wird

Jens Rommel wird neuer Generalbundesanwalt

05.01.2024 - 10:10:33

Mit dem Wechsel von Peter Frank ins Bundesverfassungsgericht ist der Chefsessel in der Bundesanwaltschaft vakant. Nun gibt es Klarheit ĂŒber die Nachfolge in Deutschlands oberster Anklagebehörde.

Jens Rommel wird neuer Generalbundesanwalt. Der 51-JĂ€hrige soll nach Angaben des Bundesjustizministeriums die Nachfolge von Peter Frank ĂŒbernehmen. Dieser ist als Richter ans Bundesverfassungsgericht gewechselt.

«Nach Peter Frank brauchen wir erneut eine herausragende Persönlichkeit an der Spitze der Bundesanwaltschaft. Jens Rommel ist die richtige Person fĂŒr diese wichtige Aufgabe», sagte Justizminister Marco Buschmann (FDP) laut der Mitteilung. Er schlage ihn deshalb als Generalbundesanwalt vor. Dem Vorschlag muss der Bundesrat zustimmen. Ernannt wird der Generalbundesanwalt durch den BundesprĂ€sidenten.

Jens Rommel ist seit 2020 Richter am Bundesgerichtshof. Von 2015 bis 2020 leitete er zudem die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur AufklĂ€rung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg. «Egal ob bei der Verfolgung von Nazi-Verbrechen oder bei der strafrechtlichen BekĂ€mpfung des Terrorismus: Jens Rommel hat bewiesen, dass er ĂŒber alle Eigenschaften und FĂ€higkeiten verfĂŒgt, die einen exzellenten Generalbundesanwalt ausmachen - persönliche IntegritĂ€t, fachliche Kompetenz, Einsatzbereitschaft, FĂŒhrungsstĂ€rke sowie Leidenschaft fĂŒr unseren Rechtsstaat und unsere freiheitliche Ordnung», sagte Buschmann.

Buschmann: «Eins der wichtigsten Ämter in unserem Rechtsstaat»

In der neuen Funktion leitet Rommel die Bundesanwaltschaft als oberste Anklagebehörde in Deutschland. Buschmann zufolge handelt es sich um «eines der wichtigsten Ämter, die es in unserem Rechtsstaat gibt». Die Bundesanwaltschaft ist fĂŒr herausragende Verfahren in Bereichen wie Terrorismus, Spionage und Völkerstrafrecht zustĂ€ndig. Die Behörde mit Hauptsitz in Karlsruhe beschĂ€ftigt rund 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie untersteht als Staatsanwaltschaft des Bundes dem Bundesjustizministerium.

Vor allem der islamistische Terrorismus beschÀftigt die Bundesanwaltschaft seit geraumer Zeit. Hierzu wurden allein im vergangenen Jahr einige Hundert Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Zunehmend ĂŒbernimmt die Bundesanwaltschaft Verfahren zu sogenannten ReichsbĂŒrgern. AmtsvorgĂ€nger Frank hatte dies damit begrĂŒndet, dass AnhĂ€nger der Szene zunehmend gewaltbereit seien und auch Schusswaffen einsetzten. Es folgte die spektakulĂ€re Razzia im Dezember 2022, bei der in mehreren LĂ€ndern 25 VerdĂ€chtige um den Unternehmer Heinrich XIII. Prinz Reuß festgenommen wurden, die mutmaßlich das politische System stĂŒrzen wollten. Es war einer der grĂ¶ĂŸten PolizeieinsĂ€tze gegen Extremisten in der Geschichte der Bundesrepublik.

Nach einigen internen Debatten hatten sich CDU und CSU vor wenigen Wochen auf Frank als Nachfolger fĂŒr Verfassungsrichter Peter MĂŒller geeinigt. BundesprĂ€sident Frank-Walter Steinmeier ernannte den 55-JĂ€hrigen kurz vor Weihnachten zu MĂŒllers Nachfolger am höchsten Gericht Deutschlands - mit Sitz ebenfalls in Karlsruhe. WĂ€hrend der Vakanz ist der stĂ€ndige Vertreter des Generalbundesanwalts, Lars Otte, fĂŒr die GeschĂ€fte zustĂ€ndig.

@ dpa.de