ROUNDUP, Faeser

Faeser verspricht mehr Schutz vor KI-getriebener Manipulation

06.02.2024 - 13:42:03

Mit einem technisch runderneuerten IT-Lagezentrum kann nach EinschĂ€tzung von Bundesinnenministerin Nancy Faeser kĂŒnftig ein besserer Schutz der Systeme des Bundes und der BĂŒrger vor Manipulation und Desinformation gewĂ€hrleistet werden.

"Es gilt unsere Demokratie auch im Digitalen zu schĂŒtzen", sagte die SPD-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Das neue Nationale IT-Lagezentrum beim Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) eröffnete sie am Dienstagvormittag gemeinsam mit BSI-PrĂ€sidentin Claudia Plattner.

"Hier laufen die FĂ€den zusammen, um unsere Systeme zu schĂŒtzen", erklĂ€rte Faeser zu der erneuerten Einrichtung. Die Bedrohungslage fĂŒr die Cybersicherheit sei hoch. "Cyberangriffe von staatlichen Akteuren wie von Hackern nehmen immer mehr zu."

In diesem Jahr, in dem neben der Europawahl auch drei Landtagswahlen in ostdeutschen BundeslĂ€ndern anstehen, mĂŒsse man sich besonders gegen Bedrohungen durch Hackerangriffe, Manipulationen und Desinformation wappnen, betonte sie. Diese Angriffe zielten nicht nur auf einzelne Politiker und Politikerinnen, sondern auch darauf, das Vertrauen in die Demokratie zu erschĂŒttern. KĂŒnstliche Intelligenz (KI) könne es Kriminellen oder Geheimdiensten ermöglichen, BĂŒrger leichter zu manipulieren und öffentliche Debatten mit LĂŒgen und Propaganda zu beeinflussen.

Ebenso wichtig sei der Schutz der Wahlbehörden vor Hackerangriffen sowie die sichere Übermittlung von Wahlergebnissen. "Diese Bedrohungen haben wir fest im Blick - und nehmen sie angesichts der Wahlen in diesem Jahr auch besonders ernst", sagte Faeser.

Das BSI berĂ€t Kandidierende und Parteien auch zum sicheren Umgang mit Social Media. Es hat ein IT-Grundschutz-Profil "Schnellmeldungen - Absicherung der Schnellmeldungen bei bundesweiten parlamentarischen Wahlen" entwickelt, das ĂŒber den Bundeswahlleiter an die Landeswahlleitungen verteilt wurde. Dabei geht es um Vorkehrungen fĂŒr eine sichere Ermittlung des vorlĂ€ufigen Wahlergebnisses bundesweiter Wahlen.

Das bisher genutzte IT-Lagezentrum des BSI sei bereits ĂŒber zehn Jahre alt und habe damit nicht mehr dem Stand der Technik entsprochen, erklĂ€rte eine Sprecherin des Bundesinnenministeriums. Das neue Lagezentrum ist nach Angaben des BSI nun mit "modernster Kommunikationstechnik" ausgestattet. Es verfĂŒge im Regelbetrieb ĂŒber zehn ArbeitsplĂ€tze, von denen aus die Cybersicherheitslage fĂŒr Deutschland rund um die Uhr im Blick behalten werden könne. Rund 2800 Meldungen zu IT-SicherheitsvorfĂ€llen und SicherheitslĂŒcken empfange das Lagezentrum pro Jahr.

BSI-PrĂ€sidentin Plattner erklĂ€rte, dass mit dem neuen IT-Lagezentrum die Infrastruktur geschaffen sei, die benötigt werde, um die Cybersicherheit in Deutschland "substanziell" zu erhöhen. Sie ging aber noch weiter. "Der nĂ€chste Schritt, der dafĂŒr nötig ist, ist die Verbesserung der Cybersicherheitsarchitektur in Deutschland - mit dem BSI als Zentralstelle im Bund-LĂ€nder-VerhĂ€ltnis", sagte sie. "Mit einer Zentralstelle hĂ€tten wir endlich ein einheitliches und prĂ€zises nationales Lagebild fĂŒr eine echte Adhoc-EinschĂ€tzung der Bedrohungslage, zudem könnten die LĂ€nder unser Schadprogramm-Erkennungssystem mitnutzen und Gefahren besser antizipieren", sagte sie. Das alles könne in dem neuen Lagezentrum zentral koordiniert werden - um Deutschland "auch in der FlĂ€che" gegen Gefahren aus dem Cyberraum abzusichern. Zuletzt hat das BSI nach eigenen Angaben durchschnittlich 70 neue Schwachstellen pro Tag festgestellt.

Zusammen mit der Eröffnung des Lagezentrums wurde auch der Start zum Aufbau einer "Cybernation Deutschland" ausgerufen. Die Initiative soll nach Angaben des BSI unter anderem mehr Bewusstsein fĂŒr das Thema Cybersicherheit schaffen.

@ dpa.de