Farbattacke, Tor

Farbattacke auf Brandenburger Tor - Anklage

12.12.2023 - 11:15:44

Mit prĂ€parierten Feuerlöschern sprĂŒhen Klimaaktivisten Farbe an das Brandenburger Tor. Die Aktion hat fĂŒr viel Kritik gesorgt und großen Schaden hinterlassen. Nun beginnt die juristische Aufarbeitung.

Knapp drei Monate nach der ersten Farbattacke auf das Brandenburger Tor hat die Berliner Staatsanwaltschaft Anklage gegen sechs Klimaaktivisten erhoben. Den Mitgliedern der Gruppe Letzte Generation wird gemeinschaftliche gemeinschÀdliche SachbeschÀdigung vorgeworfen, drei MÀnnern und einer Frau zudem Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, wie ein Behördensprecher am Dienstag mitteilte.

Sie sollen an der Farbattacke am 17. September beteiligt gewesen sein, bei dem das symboltrĂ€chtige Wahrzeichen mit orangegelber Farbe besprĂŒht wurde. Nach Angaben des Berliner Immobilienmanagements entstand ein Schaden von 115.000 Euro.

Nach den Angaben der Staatsanwaltschaft sind im Zusammenhang mit der Aktion insgesamt 14 Verfahren gegen VerdĂ€chtige eingeleitet worden. Die Ermittlungen dazu dauerten noch an. Ein Grund dafĂŒr sei vor allem, dass in sechs der Verfahren noch ĂŒber Beschwerden der Beschuldigten gegen Beschlagnahmungen zu entscheiden sei.

Aufwendige Reinigung

Die Reinigungsarbeiten gestalteten sich aufwendig und waren erst Anfang Dezember beendet. Rund zwei Monate nach der ersten Farbattacke war das Tor erneut von Mitgliedern der Letzten Generation mit oranger Farbe beschmiert worden.

Im aktuellen Fall richtet sich die Anklage nach den Angaben gegen drei Frauen aus Hamburg (27 Jahre), Berlin (34) und Leipzig (27) sowie drei MĂ€nner aus Ravensburg (26), Stuttgart (31) und Prag (51).

Laut Anklage sollen die Hamburgerin und die Berlinerin im September mit einem prĂ€parierten Feuerlöscher nicht wasserlösliche Farbe auf eine SĂ€ule beziehungsweise Farbe auf dem Boden zwischen den SĂ€ulen ausgekippt und verteilt haben. Die drei anderen Klimaaktivisten sollen wĂ€hrenddessen versucht haben, mithilfe einer HebebĂŒhne auf das Wahrzeichen zu gelangen, um ein Transparent aufzuhĂ€ngen und ebenfalls Farbe zu verteilen.

Polizisten schritten jedoch ein, um dies zu verhindern. Dabei soll es laut Anklage zu einem riskanten Einsatz von zwei Polizisten gekommen sein: Weil sich die Klimaaktivisten nicht aufhalten lassen wollten, erreichten die Beamten das Bedienpult der HebebĂŒhne erst in einer Höhe von mehr als zwei Metern - von außen an dem Fahrzeug hĂ€ngend.

Wann der Prozess vor dem Amtsgericht Tiergarten beginnt, ist noch unklar. ZunÀchst muss das Gericht die Anklage zulassen.

@ dpa.de