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Chaos am MĂŒnchner Airport - 750 Passagiere verpassten Flieger

04.10.2024 - 18:33:21

MÜNCHEN - Bei chaotischen ZustĂ€nden am Terminal 2 des MĂŒnchner Flughafens haben am Donnerstag rund 750 Menschen ihren Flug verpasst.

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MÜNCHEN (dpa-AFX) - Bei chaotischen ZustĂ€nden am Terminal 2 des MĂŒnchner Flughafens haben am Donnerstag rund 750 Menschen ihren Flug verpasst. Bilder von extrem langen Schlangen vor den Sicherheitskontrollen hatten am Tag der Deutschen Einheit die Runde durch die sozialen Medien gemacht, die Rede war von stundenlangen Wartezeiten.

"Ungewöhnliches Anreiseverhalten der Passagiere"

Bei einer Pressekonferenz am Freitagnachmittag sprach Flughafenchef Jost Lammers von einem "sehr ungewöhnlichen Anreiseverhalten der Passagiere". Die Menschen seien teilweise sechs Stunden oder mehr vor Abflug erschienen. Entsprechend habe sich das Aufkommen geballt. Auf die Frage einer Journalistin, warum die Passagiere auf einmal frĂŒher anreisten, sagte Lammers, das sei das "Zentrum unserer Analysen". Dies sei eine Situation, die völlig von dem abweiche, was man aus den vergangenen Jahren kenne.

Der Chef der Lufthansa DE0008232125-Passagiersparte, Jens Ritter, ergĂ€nzte, dass der Arbeitsmarkt in MĂŒnchen noch deutlich herausfordernder sei als anderswo, das spĂŒrten insbesondere die Dienstleister der Fluggesellschaft.

Politik dringt auf Verbesserung

Die bayerische Staatsregierung drang am Freitag auf schnelle Verbesserungen. Man wolle, "dass das abgestellt wird", hieß es aus Regierungskreisen. Alle Beteiligten seien aufgerufen, das Problem in den Griff zu bekommen. Auch der MĂŒnchner OberbĂŒrgermeister Dieter Reiter (SPD) Ă€ußerte sich kritisch. Er könne mit der derzeitigen Performance des MĂŒnchner Flughafens ĂŒberhaupt nicht zufrieden sein, sagte er. MĂŒnchen hĂ€lt 23 Prozent Anteil am Flughafen, die Bundesrepublik hat 26 und der Freistaat Bayern 51 Prozent.

Sowohl Flughafen als auch Lufthansa rÀumten ein, dass es Probleme gibt. "Wir sind in der QualitÀt insgesamt an dem Standort noch nicht da, wo wir lange waren", sagte Ritter von der Lufthansa.

Flughafenchef entschuldigt sich

Lammers entschuldigte sich fĂŒr "lange Schlangen und erhebliche Zeitverzögerungen" in den vergangenen Tagen. Um die Situation zu entspannen, werden die FluggĂ€ste der Lufthansa-Tochter Discover Airlines seit Freitagmorgen durch die Sicherheitsschleusen des Terminal 1 geschleust. Zu Spitzenzeiten wolle man zudem FluggĂ€ste, die eigentlich ins Terminal 2 mĂŒssen, per Bus zu den Kontrollen im Terminal 1 fahren. Der Flughafen und die Lufthansa appellieren außerdem an Passagiere, nicht frĂŒher als drei Stunden vor Abflug zu den Sicherheitskontrollen zu kommen. Flugzeuge der Lufthansa und ihrer Tochter-Gesellschaften fliegen in MĂŒnchen in der Regel vom Terminal 2 ab.

Nach Angaben der Firma SGM, deren Mitarbeiter im Auftrag der Regierung von Oberbayern die Sicherheitskontrollen durchfĂŒhren, waren am Donnerstag alle Kontrollstellen in Betrieb. Laut Flughafen hatten an dem Tag rund 47 000 Menschen FlĂŒge vom Terminal 2 gebucht. Dazu zĂ€hlen aber auch Umsteigepassagiere, die in der Regel nicht durch die Sicherheitskontrollen mĂŒssen. An dem Tag habe der Anteil an Passagieren, die durch die Kontrollen mĂŒssen, bei rund 55 Prozent gelegen - deutlich mehr als an anderen Tagen.

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