Olympia-Bewerbung, München

München gewinnt Olympia-Votum gegen Köln-Rhein-Ruhr mit 91:50 Stimmen

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 15:40 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

München ist Deutschlands Kandidat für eine Bewerbung um Olympische und Paralympische Sommerspiele. Der DOSB entschied den Zweikampf gegen Köln-Rhein-Ruhr in Baden-Baden mit 91 zu 50 Stimmen.

München mit Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne, l) und dem Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU, r) hatte deutlich die Nase vorn.  - Bild: Marijan Murat/dpa
München mit Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne, l) und dem Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU, r) hatte deutlich die Nase vorn. - Bild: Marijan Murat/dpa

München hat sich im Zweikampf um den deutschen Kandidaten für eine Olympia-Bewerbung gegen Köln-Rhein-Ruhr mit 91 zu 50 Stimmen durchgesetzt.

DOSB verkündet klares Ergebnis

Der Deutsche Olympische Sportbund gab das konkrete Ergebnis der geheimen Abstimmung nach der Entscheidung auf einer Pressekonferenz in Baden-Baden bekannt. Insgesamt wurden 141 Stimmen vergeben.

München war als Favorit in das Duell gegangen. Zuletzt hatte vieles auf eine Aufholjagd von Köln-Rhein-Ruhr und damit auf ein enges Rennen hingedeutet. Dazu kam es nicht: München gewann deutlich.

Vierkampf wird zum Duell

Stimmberechtigt waren die 42 olympischen Spitzenverbände mit jeweils drei Stimmen sowie persönliche Mitglieder und Präsidiumsmitglieder des DOSB. Die Abstimmung fand im Kurhaus von Baden-Baden statt.

Hamburg und Berlin ausgeschieden

Hamburgs Projekt war bereits Ende Mai bei einem Bürgerentscheid in der Hansestadt durchgefallen. Berlin zog seine Bewerbung zwei Tage vor der DOSB-Entscheidung zurück, nachdem bei der Abgeordnetenhaus-Wahl am Sonntag die Olympia-Befürworter im Roten Rathaus abgewählt worden waren.

Damit bleibt München als deutscher Kandidat für das weitere Bewerbungsverfahren um die Austragung Olympischer und Paralympischer Sommerspiele.

Der nationale Vorentscheid

Mit der Abstimmung in Baden-Baden ist die deutsche Auswahlphase für eine Bewerbung um Olympische und Paralympische Sommerspiele beendet. Aus dem ursprünglichen Vierkampf mit Berlin, Hamburg, München und Köln-Rhein-Ruhr wurde ein Duell: Hamburg schied nach einem ablehnenden Bürgerentscheid aus, Berlin zog seine Bewerbung kurz vor der DOSB-Entscheidung zurück.

Die Wahl legt zunächst nur den deutschen Kandidaten fest. Dieser muss sich anschließend im internationalen Bewerbungsverfahren des Internationalen Olympischen Komitees behaupten. Deutschland strebt Spiele für 2036, 2040 oder 2044 an; die Entscheidung über den Austragungsort der Sommerspiele 2036 soll nach den vorliegenden Planungen 2029 fallen.

Unterschiedliche Modelle

München steht für eine Bewerbung mit vorhandener Wintersport- und Großveranstaltungsinfrastruktur sowie Kiel als geplantem Segelstandort. Köln-Rhein-Ruhr setzt auf ein regional verteiltes Konzept über mehrere Städte und hatte Rostock-Warnemünde als Segelstandort vorgesehen. Damit unterscheiden sich nicht nur die geografischen Räume, sondern auch die Argumente für Verkehr, Unterbringung und die Nutzung bestehender Anlagen.

Was nun entscheidend wird

Für den Sieger beginnt die eigentliche internationale Arbeit: Das Konzept muss gegenüber anderen Bewerbern politisch, finanziell und organisatorisch überzeugen. Zugleich dürfte die Zustimmung der Bevölkerung eine zentrale Rolle spielen, nachdem Hamburgs Bürgerentscheid das Projekt dort beendet hatte. Für die beteiligten Regionen bedeutet das Ergebnis daher sowohl internationale Perspektive als auch neue Debatten über Kosten, Infrastruktur und langfristigen Nutzen.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

NDR: „Kiel oder Warnemünde: Wer wird Teil der deutschen Olympia-Bewerbung?“ (26.09.2026)

Der Bericht hebt hervor, München gehe mit Kiel und die Region Rhein-Ruhr mit Rostock-Warnemünde als Segelstandort in die Entscheidung. Er bestätige die geheime Abstimmung im ersten Wahlgang und stelle zusätzlich die unterschiedlichen maritimen Partner sowie die knappe Bewertung im DOSB-Prüfbericht heraus.

Deutschlandfunk: „DOSB München oder Köln-Rhein-Ruhr? Entscheidung über deutschen Olympiabewerber“ (26.09.2026)

Der Bericht ordne die Entscheidung in die deutsche Bewerbung um die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 ein und nenne Berlin und Hamburg als zuvor ausgeschiedene Projekte. Anders als der NDR-Beitrag konzentriere er sich auf den nationalen Vorentscheid und die internationale Konkurrenz; offen bleibe dort, welcher deutsche Kandidat sich später beim IOC durchsetzen könne.

Beide Berichte stellten den abgeschlossenen Zweikampf und die anschließende internationale Auswahl als zentrale nächste Etappen dar, setzten aber unterschiedliche Schwerpunkte bei Segelstandorten und internationalem Bewerbungsverfahren.

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