München Olympia-Bewerbung, DOSB-Entscheidung

München Olympia-Bewerbung: Das sind die nächsten Schritte

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 05:00 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

München soll Deutschland bei der Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 vertreten. Nun müssen Sport und Politik das Konzept schärfen, Finanzierungszusagen sichern und sich im IOC-Verfahren gegen internationale Konkurrenten behaupten.

  • Erst der Jubel, dann die Arbeit: Auf die Olympia-Macher kommt noch viel Arbeit zu. - Bild: Marijan Murat/dpa
    Erst der Jubel, dann die Arbeit: Auf die Olympia-Macher kommt noch viel Arbeit zu. - Bild: Marijan Murat/dpa
  • Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause hofft auf Unterstützung durch den Bund. - Bild: Marijan Murat/dpa
    Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause hofft auf Unterstützung durch den Bund. - Bild: Marijan Murat/dpa
  • DOSB-Präsident Thomas Weikert sieht die Münchner Olympia-Bewerbung auch international mit guten Chancen. - Bild: Marijan Murat/dpa
    DOSB-Präsident Thomas Weikert sieht die Münchner Olympia-Bewerbung auch international mit guten Chancen. - Bild: Marijan Murat/dpa
Erst der Jubel, dann die Arbeit: Auf die Olympia-Macher kommt noch viel Arbeit zu. - Bild: Marijan Murat/dpa Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause hofft auf Unterstützung durch den Bund. - Bild: Marijan Murat/dpa DOSB-Präsident Thomas Weikert sieht die Münchner Olympia-Bewerbung auch international mit guten Chancen. - Bild: Marijan Murat/dpa

München soll Deutschland bei der Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 oder 2044 vertreten.

Konzept soll weiter geschärft werden

Der Deutsche Olympische Sportbund entschied sich am Samstag in Baden-Baden für die bayerische Landeshauptstadt, die sich im Duell gegen Köln-Rhein-Ruhr durchsetzte. Das Ziel ist die erste Austragung von Olympischen Spielen in Deutschland seit 1972.

Das Grundkonzept und die vorgesehenen Wettkampfstätten sollen im Kern bestehen bleiben. Mit Ausnahme von Fußballspielen in Stuttgart und der Segelwettbewerbe in Kiel sollen die Wettbewerbe in Bayern stattfinden.

IOC verlangt Detailpläne und Garantien

Die Verantwortlichen wollen die Bewerbung weiter optimieren und dabei auch Ideen der unterlegenen deutschen Bewerbungen prüfen. DOSB-Präsident Thomas Weikert betonte, Deutschland müsse eine möglichst starke internationale Bewerbung vorlegen.

Dem Internationalen Olympischen Komitee müssen Detailpläne und finanzielle Garantien vorgelegt werden. Die erste Vorauswahl für die Sommerspiele 2036 soll im März 2027 abgeschlossen sein. Bis Ende 2028 ist eine weitere Phase strategischer Verhandlungen vorgesehen; die entscheidende IOC-Session soll Mitte 2029 stattfinden.

Finanzierung über mehrere Säulen

Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause rechnet mit Kosten von rund zehn Milliarden Euro. Davon entfielen nach seiner Einschätzung etwa fünf Milliarden Euro auf die Veranstaltung und fünf Milliarden Euro auf Infrastruktur, insbesondere das olympische Dorf und den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder nannte Sponsoring sowie Beiträge der Stadt, des Freistaats und des Bundes als mögliche Finanzierungssäulen. Mit dem Bund sollen nun Gespräche über dessen Beteiligung beginnen, weil Infrastrukturplanungen bereits vor der IOC-Entscheidung angestoßen werden müssten.

Internationale Konkurrenz noch offen

Als mögliche europäische Konkurrenten gelten unter anderem Budapest, Istanbul, Madrid, der Norden Großbritanniens und die Toskana. Aus Asien werden Indien und Katar als mögliche Bewerber genannt. Ob diese Kandidaturen tatsächlich eingereicht und konkretisiert werden, ist noch offen.

Auch der Austragungszeitraum steht nicht fest. Deutschland will die Bewerbung für 2036, 2040 oder 2044 abhängig von der internationalen Konkurrenz und den Gesprächen mit dem IOC festlegen. Wie die Chancen Münchens im globalen Wettbewerb stehen, lässt sich deshalb derzeit noch nicht abschließend beurteilen.

Vom nationalen Votum zum internationalen Verfahren

Mit der Entscheidung in Baden-Baden ist nur die deutsche Vorauswahl abgeschlossen. München muss nun ein belastbares Konzept für das IOC schärfen und dabei Detailplanung, Nachhaltigkeit sowie finanzielle Garantien zusammenführen. Die erste internationale Vorauswahl für 2036 soll im März 2027 abgeschlossen sein; bis Ende 2028 folgen strategische Verhandlungen.

Der Zeitplan macht deutlich, dass die Bewerbung nicht allein über Sportstätten entschieden wird. Entscheidend sind auch politische Verlässlichkeit, ein schlüssiges Finanzierungsmodell und die Fähigkeit, Wettbewerbe mit möglichst wenig Neubauten auszurichten. Das Münchner Konzept setzt auf kurze Wege und vorhandene Infrastruktur; Kiel soll als Segelstandort eingebunden werden.

Finanzen und Zustimmung als zentrale Prüfsteine

Die von Münchens Oberbürgermeister Dominik Krause genannte Größenordnung von rund zehn Milliarden Euro umfasst Event- und Infrastrukturkosten. Für München stehen dabei insbesondere das olympische Dorf und der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs im Mittelpunkt. Die geplante Finanzierung über Sponsoring sowie Beiträge von Stadt, Freistaat und Bund wird deshalb politisch und gesellschaftlich besonders relevant.

Auch die Zustimmung vor Ort bleibt wichtig. Während München und Kiel breite Unterstützung für ihre Konzepte signalisiert haben, zeigen die Rückzüge Hamburgs und Berlins, wie stark Bürgerwillen und politische Geschlossenheit die nationale Bewerbung beeinflussen. International trifft München auf mögliche Kandidaturen aus Europa und Asien; das IOC dürfte die weltweite Verteilung künftiger Spiele ebenso berücksichtigen wie Qualität und Finanzierbarkeit.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „Deutsche Olympiabewerbung München ist qualifizierter Außenseiter“ (26.09.2026)

Der Kommentar bewerte das Münchner Konzept als gut und verweise auf die Sportbegeisterung der Bevölkerung. Anders als die Nachricht konzentriere er sich auf die internationale Ausgangslage und ordne München als qualifizierten Außenseiter ein; offen bleibe, ob sich diese Ausgangslage im IOC-Verfahren in einen Zuschlag übersetzen lasse.

NDR: „München deutscher Olympia-Bewerber - Kiel jubelt, Trauer in Warnemünde“ (26.09.2026)

Der Bericht bestätige die Entscheidung mit 91:50 Stimmen und stelle Kiel als vorgesehenen Segelstandort heraus. Einen anderen Schwerpunkt setze er auf regionale Reaktionen und Kritik an möglichen Belastungen für den Kieler Haushalt; damit bleibe insbesondere die konkrete Finanzierung vor Ort offen.

Beide Beiträge bestätigten Münchens Auswahl und die Bewerbung für 2036, 2040 oder 2044. Während der Kommentar die internationalen Chancen bewerte, beleuchte der Regionalbericht vor allem die Folgen für Kiel und die regionale Akzeptanz.

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