Bedrohung durch Huthi-Miliz kostet Welthandel stĂŒndlich Millionen
23.12.2023 - 07:00:00Demnach resultieren die exorbitanten Kosten insbesondere daraus, dass die Handelsschiffe wegen der Bedrohung und Angriffe der jemenitischen Huthi-Rebellen mit Marschflugkörpern, Drohnen und ballistischen Antischiffsraketen das Rote Meer und den Suezkanal - der die kĂŒrzeste Verbindung auf dem Seeweg zwischen Asien und Europa bildet - meiden und stattdessen das Horn von Afrika umfahren, was zu einem Umweg von mehr als 6.000 Kilometern und Verzögerungen von bis zu zwei Wochen fĂŒhre. Die zustĂ€ndigen Botschafter im PSK vereinbarten am Mittwoch dieser Woche angesichts der akuten Bedrohung des Welthandels durch die Huthi-Angriffe, dass das Mandat der bereits seit Jahren laufenden EU-Antipiraterie-Operation Atalanta so erweitert werden soll, dass Kriegsschiffe im Auftrag der EU die Handelsschiffe begleiten können. Der entsprechende Beschluss soll angesichts der Dringlichkeit schon in KĂŒrze umgesetzt werden. Allerdings sollen im Rahmen des erweiterten Mandats zunĂ€chst keine Gewalt und keine Waffen eingesetzt werden dĂŒrfen - es handelt sich bei der geplanten Begleitung von Handelsschiffen damit zunĂ€chst einmal um eine rein "nicht-exekutive" Operation. In einem internen Dokument des EuropĂ€ischen AuswĂ€rtigen Dienstes im Anschluss an die Sitzung vom Mittwoch heiĂt es dazu, das PSK vereinbarte eine "zusĂ€tzliche neue nicht-exekutive Aufgabe", die in der Begleitung von Schiffen im Gebiet der laufenden Operation Eunavfor Atalanta besteht. Der EAD forderte die 27 Mitgliedstaaten laut Dokument zugleich auf, "weitere BeitrĂ€ge" zu leisten und damit mehr Schiffe zur VerfĂŒgung zu stellen als bisher. Die EU erwĂ€gt laut Dokument aber auch, die internationale Schifffahrt im Roten Meer im Rahmen der bereits bestehenden Marineoperation Atalanta kĂŒnftig auch unter Einsatz von Waffengewalt zu schĂŒtzen. Dazu gehört insbesondere der Einsatz von Flugabwehrsystemen, um etwa Drohnen und Marschflugkörper der Huthis abschieĂen zu können.


