GEW, Stark-Watzinger

GEW kritisiert Stark-Watzinger fĂŒr Vorgehen in FördergeldaffĂ€re

10.07.2024 - 16:40:56

Nach Berichten des "Spiegels" ĂŒber Chats aus dem Bildungsministerium von Bettina Stark-Watzinger (FDP) hat die GEW-Vorsitzende Maike Finnern die Berufung des neuen StaatssekretĂ€rs in Frage gestellt.

"Wenn die Bundesforschungsministerin die im Grundgesetz verankerte Wissenschaftsfreiheit ernst nimmt, muss sie die gegen sie gestellten VorwĂŒrfe restlos aufklĂ€ren, statt immer wieder von sich abzulenken", sagte Finnern dem "Tagesspiegel" (Donnerstagausgabe). Sonst bleibe der Eindruck einer Hinhaltetaktik. Mit Roland Philippi wolle Stark-Watzinger einen Parteikollegen zum neuen StaatssekretĂ€r erkennen, "der nach Medienberichten in internen Chats noch vor dem von der Ministerin erteilten PrĂŒfauftrag mit einer möglichen Selbstzensur" der Wissenschaftler "liebĂ€ugelt", so Finnern.

Freiheit der Forschung sehe anders aus. "Wenn Stark-Watzinger an die Berufung von Philippi dieselben Kriterien wie an die VorgĂ€ngerin Döring anlegt, kann er nicht StaatssekretĂ€r werden." Der bildungspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Thomas Jarzombek (CDU), forderte, eine Aussage der geschassten StaatssekretĂ€rin Sabine Döring möglich zu machen. "Frau Bundesministerin Stark-Watzinger hat am 16. Juni einen Vertrauensverlust von Wissenschaftlern in ihr Haus beklagt und in der Folge Frau StaatssekretĂ€rin Prof. Döring entlassen, es sei ein `personeller Neuanfang notwendig`. Die heutigen Veröffentlichungen ĂŒber interne Ministeriumskommunikation sprechen eine andere Sprache", sagte Jarzombek dem "Tagesspiegel". "Von einem Alleingang der StaatssekretĂ€rin kann nun keine Rede sein. Um zu verstehen, welche Rolle die Ministerin selbst, aber insbesondere auch ihr neuer StaatssekretĂ€r Philippi dabei tatsĂ€chlich gespielt haben, ist eine Aussage von Frau Prof. Döring spĂ€testens jetzt unumgĂ€nglich geworden." Die bildungspolitische Sprecherin der Linken, Nicole Gohlke, zeigte sich "ĂŒberrascht, dass es in dieser Angelegenheit tatsĂ€chlich noch schlimmer kommen kann, aber nun hat Bundesbildungsministerin Stark-Watzinger es geschafft, das Problem zu potenzieren". Die Ministerin habe "ganz offensichtlich nichts aus ihren bisherigen Fehlern gelernt", sagte Gohlke der Zeitung. "Nicht nur fehlt ihr der Wille zur AufklĂ€rung - auch politisch scheint die Ministerin nicht verstanden zu haben, worin der enorme Vertrauensverlust seitens der Wissenschaftscommunity in das BMBF besteht." Nach der Entlassung von StaatssekretĂ€rin Döring mache nun Stark-Watzinger den Bock zum GĂ€rtner. "Ausgerechnet Roland Philippi, der durch neu geleakte Dokumente aus dem BMBF als interner Scharfmacher aufgefallen ist, soll der Nachfolger werden", sagte die Linken-Politikerin. "FĂŒr die Wissenschaftsfreiheit wĂ€re das ein Desaster. Hier muss jetzt endlich konsequent aufgeklĂ€rt und offengelegt werden statt dieser Salamitaktik des Grauens."

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