Rufe, Neujustierung

Rufe nach Neujustierung der Sicherheitsbehörden nach Anschlag

22.12.2024 - 14:01:52 | dts-nachrichtenagentur.de

Nach dem Anschlag in Magdeburg gibt es aus der Politik Rufe nach einer Neujustierung der Sicherheitsbehörden.

EinsatzkrĂ€fte am Tatort nach Anschlag auf Magdeburger Weihnachtsmarkt am 21.12.2024 - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Es braucht eine proaktive Diskussion ĂŒber unsere Sicherheit - auch mit Blick auf die Struktur der Sicherheitsbehörden", sagte FDP-Fraktionsvize Konstantin Kuhle dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". "Derzeit ĂŒberschneiden sich zu viele Behörden in Bund, LĂ€ndern und Kommunen bei der ErfĂŒllung ihrer Aufgaben im Bereich der Inneren Sicherheit." Die Befugnisse der Behörden seien daher unĂŒbersichtlich und oftmals unklar.

"Deshalb mĂŒssen Bund und LĂ€nder die Strukturen bei der Inneren Sicherheit gemeinsam neu ordnen." Kuhle pochte auf eine Neufassung des Nachrichtendienstrechts: "Um angesichts von inneren und Ă€ußeren Bedrohungen frĂŒhzeitig handeln zu können, brauchen auch die deutschen Nachrichtendienste klarer formulierte Rechtsgrundlagen. Die wĂ€hrend der vergangenen drei Jahre immer wieder aufgeschobene Neufassung des Nachrichtendienstrechts sollte zĂŒgig auf den Weg gebracht werden", sagte der Bundestagsabgeordnete und sprach sich weiter fĂŒr einen "besseren physischen Schutz von Veranstaltungen wie WeihnachtsmĂ€rkten" aus. "Es empfiehlt sich ein bundesweiter Mindeststandard fĂŒr entsprechende Sicherheitskonzepte." Auch BSW-Chefin Sahra Wagenknecht drĂ€ngt nach dem Anschlag in Magdeburg auf eine Neujustierung der Sicherheitsbehörden. "Statt mit der angeblichen `Delegitimierung des Staates` sollte der Verfassungsschutz sich vielleicht mehr mit dem Schutz der Bevölkerung vor terroristischen AnschlĂ€gen beschĂ€ftigen, das betrifft auch das gewaltbereite islamistische Milieu", sagte Wagenknecht der "Welt". Die GrĂŒnen drĂ€ngen derweil auf AufklĂ€rung darĂŒber, wie die Sicherheitsbehörden mit den Informationen ĂŒber die Vorgeschichte des AttentĂ€ters von Magdeburg, Taleb A., umgegangen sind. "Auch wenn es noch Unklarheit ĂŒber die Motivlage und die genauen UmstĂ€nde der Tat gibt, so zeichnet sich doch ab, dass es wie auch schon in anderen FĂ€llen zuvor kein Erkenntnisproblem gab", sagten die Parlamentarische GeschĂ€ftsfĂŒhrerin der GrĂŒnen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic, und der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Konstantin von Notz dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". "Denn der TatverdĂ€chtige und seine extremistischen Ansichten waren den Behörden offenbar bekannt. Es gilt jetzt aufzuklĂ€ren, wie mit den Informationen in diesem konkreten Fall umgegangen wurde." FĂŒr konkrete Schlussfolgerungen sei es "jedoch noch zu frĂŒh", fĂŒgten sie hinzu. "Daher ist es wichtig, den weiteren Verlauf der Ermittlungen jetzt abzuwarten. Neben der Sorge um die Verletzten und der UnterstĂŒtzung fĂŒr die Angehörigen der Opfer brauchen nun auch unsere Sicherheitsbehörden die volle politische RĂŒckendeckung, diesen schrecklichen Anschlag vollstĂ€ndig aufzuklĂ€ren."

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