RB Leipzig, Como 1907

FĂ bregas, Finanzen, Finesse: Como als das bessere Leipzig

Veröffentlicht am: 11.09.2026 um 09:46 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Nach dem Auftakt in der Champions League in Como herrscht Frust in Leipzig. Die Niederlage setzte es ausgerechnet gegen Trainer Cesc FĂ bregas, den man vor einem Jahr selbst verpflichten wollte.

  • Die Leipziger Entscheider: Sportchef Marcel SchĂ€fer (l), CEO Tatjana Haenni und Aufsichtsratschef Oliver Mintzlaff. - Bild: Jan Woitas/dpa
    Die Leipziger Entscheider: Sportchef Marcel SchÀfer (l), CEO Tatjana Haenni und Aufsichtsratschef Oliver Mintzlaff. - Bild: Jan Woitas/dpa
  • Cesc FĂ bregas ist der Architekt von Comos Erfolg. - Bild: Jan Woitas/dpa
    Cesc FĂ bregas ist der Architekt von Comos Erfolg. - Bild: Jan Woitas/dpa
  • Martin Baturina wollte RB Leipzig einst verpflichten, doch Como war zahlungskrĂ€ftiger. - Bild: Spada/LaPresse via ZUMA Press/dpa
    Martin Baturina wollte RB Leipzig einst verpflichten, doch Como war zahlungskrÀftiger. - Bild: Spada/LaPresse via ZUMA Press/dpa
Die Leipziger Entscheider: Sportchef Marcel SchÀfer (l), CEO Tatjana Haenni und Aufsichtsratschef Oliver Mintzlaff. - Bild: Jan Woitas/dpa Cesc Fàbregas ist der Architekt von Comos Erfolg. - Bild: Jan Woitas/dpa Martin Baturina wollte RB Leipzig einst verpflichten, doch Como war zahlungskrÀftiger. - Bild: Spada/LaPresse via ZUMA Press/dpa

Die herbe Lehrstunde in Como dĂŒrfte fĂŒr Oliver Mintzlaff und Marcel SchĂ€fer nicht mal das Schlimmste am Leipziger Fehlstart in die Champions League gewesen sein. Vielmehr wurde den Entscheidern des Fußball-Bundesligisten am idyllischen Ufer des Comer Sees vor Augen gefĂŒhrt, was sie in Leipzig hĂ€tten haben können. Wenn sie vor knapp anderthalb Jahren doch nur Cesc FĂ bregas als Trainer hĂ€tten verpflichten können.

Doch im finanziellen KrÀftemessen der Investoren-Clubs halfen Leipzig die Red-Bull-Millionen nichts, die indonesischen Eigner von Como 1907 verweigerten ihrem Coach die Freigabe. Mit dem Ex-Weltmeister, der vor dem Spiel von Leipzig regelrecht schwÀrmte, soll man sich einig gewesen sein. Und so zeigte der von Fàbregas betreute Emporkömmling beim 4:1 das, was sie in Leipzig gern hÀtten: Dominantes und schnelles Spiel, hohe IntensitÀt bis in die Nachspielzeit und eine gnadenlose Zielstrebigkeit beim Abschluss.

Finanziell chancenlos

«Die RealitÀt ist, dass Como seit fast drei Jahren eine IdentitÀt hat», sagte Leipzigs Trainer Martin Demichelis. Der Argentinier trÀgt erst seit etwas mehr als zwei Monaten die Verantwortung bei RB und sieht sich schon in einer schweren Phase. Ein Sieg in der Bundesliga am Sonntag gegen Schlusslicht Hamburger SV ist alternativlos.

Die RealitĂ€t ist vor allem fĂŒr die Bosse auch, dass Como Leipzig finanziell aufgrund der Rahmenbedingungen lĂ€ngst den Rang abgelaufen hat. In Italien gibt es keine 50+1-Regelung, die Hartono-Familie konnte Como somit komplett ĂŒbernehmen und mehrere Hundert Millionen Euro in den Club pumpen. Zwar gaben sowohl Leipzig als auch Como in den vergangenen drei Jahren 350 Millionen Euro fĂŒr neue Spieler aus. Doch wĂ€hrend die Sachsen auch Einnahmen aus VerkĂ€ufen von 450 Millionen generierten, waren es bei dem vor sieben Jahren noch viertklassigen Como gerade einmal 40 Millionen.

Pressing mit Problemen

An Spielern wie den gegen RB ĂŒberragenden Kroaten Martin Baturina war man selbst dran, konnte bei Comos Vertragsangebot aber dem Vernehmen nach nicht mithalten. FĂŒr deutsche VerhĂ€ltnisse sind die Bedingungen in Leipzig noch immer erstklassig, doch international könnte man den Anschluss verlieren.

Hinzu kommen hausgemachte Probleme. An erster Stelle steht der auf Betreiben des frĂŒheren globalen Fußballchefs JĂŒrgen Klopp und seines Assistenten Mario Gomez vollzogene Trainerwechsel von Ole Werner zu Demichelis. Bei den Fans hat der 45-JĂ€hrige deshalb einen schweren Stand. Hinzu kommt, dass man wenig von der Arbeit sieht, die in der Vorbereitung geleistet wurde.

Ein Schwerpunkt - und traditionelle RB-StĂ€rke - war dabei das Pressing. Das funktionierte nicht nur in Como nahezu gar nicht. «Es ist ein Unterschied, ob man Pressing im Training ĂŒbt oder im Wettbewerb spielt», merkte Abwehrchef Willi Orban an. «Da muss jeder Schritt sitzen, du mĂŒssen IntensitĂ€t und ZweikampfhĂ€rte sitzen.»

Demichelis' Versprechen

Demichelis analysierte den Fehlstart von Como nĂŒchtern und realistisch. Er sprach zu Recht die hohe Zahl an Gegentoren, die Fehler im Spiel gegen den Ball und die fehlende Bindung der NeuzugĂ€nge an, die teilweise erst spĂ€t zur Mannschaft gestoßen waren, an. «Wir mĂŒssen die Ruhe behalten, zuerst ich als Trainer», mahnte der 45-JĂ€hrige und versprach: «Es ist schwer, die positiven Dinge zu sehen. Aber wir werden in den nĂ€chsten Wochen eine bessere Mannschaft sein.»

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