Nato will MilitÀrprÀsenz in Ostsee verstÀrken
27.12.2024 - 15:05:49Dies kĂŒndigte der GeneralsekretĂ€r der MilitĂ€rallianz, Mark Rutte, nach einem GesprĂ€ch mit dem finnischen PrĂ€sidenten Alexander Stubb an. Ein Sprecher des BĂŒndnisses sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Nato unterstĂŒtze Estland und Finnland uneingeschrĂ€nkt bei der Untersuchung möglicher Sabotageakte gegen Unterseekabel in der Ostsee. Weitere Details wurden zunĂ€chst nicht genannt. Stubb sagte, sein Land und Estland hĂ€tten die Nato gebeten, ihre PrĂ€senz auszubauen.
Estlink 2 zwischen Estland und Finnland war am Mittwoch unterbrochen worden. Die finnischen Behörden vermuten Sabotage und setzten den unter der Flagge der Cookinseln fahrenden Ăltanker "Eagle S" fest. Dessen Anker könnte den Schaden am Kabel verursacht haben. Das Schiff soll der EU zufolge zur sogenannten russischen Schattenflotte gehören - Tanker und andere Frachtschiffe, die Russland benutzt, um Sanktionen etwa beim Ăltransport zu umgehen.
Die Reparatur der 170 Kilometer langen Verbindungsleitung könnte nach ersten SchĂ€tzungen der Netzbetreiber mehrere Monate dauern. GröĂere Auswirkungen fĂŒr Verbraucher soll es nach Angaben von estnischen und finnischen Behörden nicht geben. Estland will die Stromleitung Estlink 1 nun mit Patrouillenschiffen ĂŒberwachen.
Ăber Weihnachten wurden zudem Störungen an Kommunikationskabeln in der Ostsee bekannt. Drei davon verlaufen nach einem Bericht des finnischen Rundfunksenders Yle zwischen Finnland und Estland, eines zwischen Finnland und Deutschland. Untersuchungen zu den HintergrĂŒnden laufen.
Ermittler untersuchen verdÀchtiges Schiff
Finnische Ermittler setzen derweil ihre Arbeit fort und wollen den Meeresgrund untersuchen. Zudem wĂŒrden Crewmitglieder der "Eagle S" befragt, und es sei Material an Bord des Schiffs gesammelt worden, teilte die Polizei mit. Der Zoll habe auch die Treibstoffladung des Schiffs beschlagnahmt.
Man wolle keine voreiligen SchlĂŒsse ziehen, sagte Stubb. Aber wenn klar nachgewiesen werden könne, dass es sich um Sabotage handle und ein staatlicher Akteur dahinterstecke, werde man das definitiv zuordnen.
Notfalls auch mit militĂ€rischen Mitteln schĂŒtzen
"NatĂŒrlich muss die Untersuchung alle Einzelheiten des Bruchs des Estlink 2-Kabels und der Kommunikationskabel aufdecken. Aber unsere Aufgabe ist es, sofort eine klare Botschaft zu senden, dass wir bereit sind, die Verbindungen zwischen Estland und Finnland, wenn nötig, auch mit militĂ€rischen Mitteln zu schĂŒtzen", wurde Estlands Verteidigungsminister Hanno Pevkur in einer Mitteilung zitiert.
In Estland, Finnland und anderen Ostsee-Anrainerstaaten herrscht erhöhte Wachsamkeit und Alarmbereitschaft wegen möglicher Sabotageakte, nachdem es zuletzt mehrfach zu AusfÀllen und Störungen von Stromkabeln, Gaspipelines und Telekommunikationsverbindungen gekommen war.

