BrĂŒckeneinsturz in Baltimore: AufrĂ€umarbeiten haben begonnen
01.04.2024 - 15:24:33 | dpa.deAm Osterwochenende begann die Beseitigung erster tonnenschwerer Teile der eingestĂŒrzten BrĂŒcke, wie die zustĂ€ndigen Behörden in Baltimore mitteilten. Unter anderem mussten dafĂŒr massive StahltrĂ€ger durchtrennt und mithilfe von LastkrĂ€nen aus dem Weg gehievt werden. ZunĂ€chst sollte so eine Schneise entstehen, durch die weitere Boote fĂŒr Bergungs- und AufrĂ€umarbeiten an die Unfallstelle gelangen können.
Vergangene Woche hatte das Containerschiff "Dali" einen StĂŒtzpfeiler der Francis Scott Key Bridge gerammt und die mehr als 2,5 Kilometer lange, vierspurige AutobahnbrĂŒcke so zum Einsturz gebracht. Zwei Menschen konnten gerettet werden, mehrere kamen ums Leben.
Bergungsarbeiten schwierig
Die Leichen zweier MĂ€nner wurden bereits aus einem Pickup-Truck in sieben Meter Wassertiefe geborgen, nach vier Vermissten wird noch gesucht. Die Behörden gehen davon aus, dass sie tot sind. Den Angaben zufolge handelt es sich bei den Opfern um Bauarbeiter lateinamerikanischer Herkunft, die zum UnglĂŒckszeitpunkt auf der BrĂŒcke Schlaglöcher ausbesserten.
Widrige Bedingungen behinderten auch am Sonntag die Bergungsarbeiten, wie der Gouverneur des US-Bundesstaats Maryland, Wes Moore, mitteilte. Wegen des unbestĂ€ndigen Wetters, Wind und der TrĂŒmmer habe man bislang keine Taucher zurĂŒck ins Wasser schicken können, erklĂ€rte Moore beim Sender CNN. Es handele sich um eine "unglaublich komplizierte Situation".
Massenweise TrĂŒmmer aus Stahl
Seit der Kollision blockiert das Stahlgerippe der BrĂŒcke die Durchfahrt aus dem Hafen, auch das havarierte Schiff ist noch am Unfallort. Wie ein Vertreter der KĂŒstenwache erklĂ€rte, drĂŒckt der auf dem Bug der "Dali" liegende BrĂŒckenteil das Schiff auf den Flussboden.
"Wir haben ein Schiff, das fast so groĂ ist wie der Eiffelturm, das im Kanal feststeckt und die Key Bridge liegt darauf", sagte Gouverneur Moore zu dem gewaltigen AusmaĂ. "Es wird also ein langer Weg sein." Er betonte zugleich, die Arbeiten mĂŒssten wegen der wirtschaftlichen Bedeutung des Hafens von Baltimore zĂŒgig voranschreiten. Das UnglĂŒck betreffe nicht nur die Region, sondern "den Bauern in Kentucky, den AutohĂ€ndler in Ohio und den Restaurantbesitzer in Tennessee".
Keine Zeitleiste fĂŒr AufrĂ€umarbeiten
Der Hafen ist eine der wichtigsten maritimen Anlaufstellen der USA - insbesondere fĂŒr die Automobilindustrie. Nach Angaben von US-Verkehrsminister Pete Buttigieg drohen landesweit Lieferkettenprobleme. Die US-Regierung hat fĂŒr den Bundesstaat Maryland Soforthilfen in Höhe von 60 Millionen Dollar (55 Mio. Euro) bewilligt. PrĂ€sident Joe Biden will Baltimore diese Woche besuchen.
Den Zugang zum Hafen wieder zu ermöglichen habe PrioritĂ€t, sagte Chris Van Hollen, Senator aus Maryland, dem Sender ABC. Der Lebensunterhalt Tausender Menschen hĂ€nge davon ab. Verkehrsminister Buttigieg sagte dem Sender CBS, fĂŒr die AufrĂ€umarbeiten gebe es bislang keinen festen Zeitplan.
Ermittler befragen Besatzungsmitglieder
Auch die Ermittlungen zum Hergang des UnglĂŒcks schritten am Wochenende voran. Vertreter der fĂŒr Transportsicherheit zustĂ€ndigen US-Behörde NTSB befragten die Besatzung der "Dali". Diese befindet sich laut US-Medien an Bord, um auf mögliche NotfĂ€lle zu reagieren. Den Crewmitgliedern wurde demnach auch psychologische Hilfe angeboten.
"Wir mĂŒssen Antworten darauf haben, was passiert ist", sagte Gouverneur Moore. Die Verantwortlichen mĂŒssten zur Rechenschaft gezogen werden. NTSB-Chefin Jennifer Homendy hatte Erwartungen auf eine schnelle endgĂŒltige KlĂ€rung zuvor gedĂ€mpft. Einen vorlĂ€ufigen Untersuchungsbericht solle es aber schon in den kommenden Wochen geben. Ersten Erkenntnissen zufolge könnte ein Stromausfall auf dem Schiff die Ursache gewesen sein.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.

