Baden-Württemberg, Deutschland

Brand im Umspannwerk - Ermittler suchen Täter und Motiv

09.06.2026 - 12:19:21 | dpa.de

Nach dem Feuer in einem Reutlinger Umspannwerk mit Stromausfall für zehntausende Menschen gibt es weiter keine Spur zu möglichen Tätern. Ermittler prüfen Hinweise auf Brandbeschleuniger.

  • Das Feuer hat großen Schaden angerichtet. - Bild: Marijan Murat/dpa
    Das Feuer hat großen Schaden angerichtet. - Bild: Marijan Murat/dpa
  • Immer noch ist der Hintergrund des Feuers in einem Umspannwerk unklar. - Bild: Jason Tschepljakow/dpa
    Immer noch ist der Hintergrund des Feuers in einem Umspannwerk unklar. - Bild: Jason Tschepljakow/dpa
Das Feuer hat großen Schaden angerichtet. - Bild: Marijan Murat/dpa Immer noch ist der Hintergrund des Feuers in einem Umspannwerk unklar. - Bild: Jason Tschepljakow/dpa

Keine Hinweise auf Täter, kein Motiv in Sicht: Nach dem Feuer in einem Umspannwerk in Reutlingen tappen die Ermittler in Baden-Württemberg zu den Hintergründen des Vorfalls bisher im Dunkeln. «Wir ermitteln ergebnisoffen weiter», sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) in Stuttgart. Es gebe keine Hinweise auf einen politischen Hintergrund. «Wir haben kein Bekennerschreiben.» Der am Umspannwerk gesicherte, mögliche Brandbeschleuniger und weitere Asservate würden nun analysiert. 

Das Ermittlungsverfahren wird beim Staatsschutzzentrum der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart geführt. Der Grund: Der Tat liege möglicherweise eine extremistische Motivation zugrunde. «Eine Bekennung zur Tat wurde hier bislang nicht bekannt», sagte auch ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft in Stuttgart.

Hinweise auf Brandbeschleuniger 

Die bisherigen Ermittlungen hätten Hinweise auf einen eingesetzten Brandbeschleuniger ergeben. Die kriminaltechnischen Analysen und Laboruntersuchungen dauern an. Das Ermittlungsverfahren wird derzeit gegen unbekannt wegen des Verdachts der vorsätzlichen Brandstiftung und der Störung öffentlicher Betriebe geführt.

Reutlingen hat knapp 120.000 Einwohner und liegt am Fuße der Schwäbischen Alb. Nach Angaben von Baden-Württembergs Innenminister Manuel Hagel (CDU) waren rund 7.600 Gebäude und etwa 40.000 Menschen von dem Stromausfall betroffen.

Schutz vor Plünderungen und anderen Straftaten

Aus Schutz vor möglichen Plünderungen wird die am Montag entsandte Hundertschaft des Polizeipräsidiums in Reutlingen so lange nachts im Einsatz sein, bis die Stromversorgung wieder hergestellt ist. «Sie sind präsent, um mögliche Straftaten zu verhindern und den Bürgern ein Ansprechpartner zu sein», sagte eine Polizeisprecherin. Die Beamten fahren Streife und sind auch zu Fuß unterwegs. 

Der Grund: Industriegebiete und gewerbliche Kunden in Reutlingen sind weitgehend noch ohne Stromversorgung. Deswegen ist die Polizei in den betroffenen Gebieten mit zusätzlichen Kräften im Einsatz.

Zehntausende für Stunden ohne Strom

Der Brand im Umspannwerk Reutlingen-West war in der Nacht zu Montag ausgebrochen. In der Folge fiel das Umspannwerk aus, eine weitere Anlage wurde in Mitleidenschaft gezogen. Zeitweise waren dadurch Zehntausende Menschen ohne Strom, auch ein Krankenhaus war betroffen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur entstand durch den Brand und den Stromausfall ein Schaden von mehreren Millionen Euro.

Stunden später war die Stromversorgung in Teilen der Kernstadt und dem dortigen Krankenhaus wieder hergestellt. Am Nachmittag wurde dann ein großer Teil der Privathaushalte in Betzingen und Ohmenhausen wieder ans Elektrizitätsnetz angeschlossen. Auch Schulen und Kindergärten seien dort wieder mit Strom versorgt, teilte die Stadtverwaltung mit. Auch in den umliegenden Gemeinden Kirchentellinsfurt und Wannweil haben große Teile der Wohngebiete wieder Strom. Die Versorgung erfolgt laut Stadt provisorisch.

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