Kontroverse Debatte um «Sicherheitspaket» im Bundestag
18.10.2024 - 11:01:29Um das «Sicherheitspaket» der Ampel-Koalition hat es vor den Abstimmungen im Berliner Bundestag kontroverse Diskussionen gegeben. Vertreter der Ampel-Koalition aus SPD, GrĂŒnen und FDP verteidigten die PlĂ€ne zu VerschĂ€rfungen im Aufenthalts- und Waffenrecht und zu mehr Befugnissen fĂŒr die Sicherheitsbehörden. Die AfD sowie CDU/CSU kritisierten sie hingegen als ungenĂŒgend.
Die Ampel-Koalition hatte das «Sicherheitspaket» nach dem mutmaĂlich islamistisch motivierten Anschlag von Solingen auf den Weg gebracht. Es sieht VerschĂ€rfungen im Aufenthaltsrecht vor und beim Waffenrecht sowie mehr Befugnisse fĂŒr die Sicherheitsbehörden.
Faeser: GewalttÀter verwirken Recht auf Schutz
«Wir verbieten Messer auf öffentlichen Veranstaltungen und ermöglichen den LÀndern, weitergehende Messerverbote zu erlassen. Und das kann auch anlasslos kontrolliert werden», sagte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD). Die Ausweisung auslÀndischer GewalttÀter werde mit dem Paket leichter. «Wer hier Gewalttaten begeht, der verwirkt sein Recht auf unseren Schutz.»
Die Unionsfraktion hĂ€tte sich weiterreichende Regelungen gewĂŒnscht. «Dieses sogenannte Sicherheitspaket ist weitgehend wirkungslos», sagte der innenpolitische Sprecher Alexander Throm (CDU). Die AfD beklagte eine aus ihrer Sicht verfehlte Migrationspolitik. Clara BĂŒnger (Linke) sprach hingegen von ineffektiven Scheinlösungen gegen Extremismus und Islamismus.
FDP-Fraktionsvize Konstantin Kuhle rĂ€umte ein, das Paket gehe nicht weit genug, sei aber ein Schritt in die richtige Richtung. GrĂŒnen-Fraktionsvize Konstantin von Notz verteidigte die Neuerungen als sinnvoll und angemessen. Die Forderungen der Union in der Migrationspolitik nach pauschalen ZurĂŒckweisungen an den deutschen Grenzen gefĂ€hrdeten Europa.
Die FlĂŒchtlingsorganisation Pro Asyl verurteilte die PlĂ€ne. «Dieses Gesetzesvorhaben fĂŒhrt zu vorsĂ€tzlich herbeigefĂŒhrter Wohnungslosigkeit und Verelendung bei Schutzsuchenden», erklĂ€rte sie. Vorgesehen ist unter anderem, dass Menschen, fĂŒr deren Asylverfahren ein anderer europĂ€ischer Staat zustĂ€ndig wĂ€re, leichter dorthin zurĂŒckgebracht werden können.
Union empört
FĂŒr Ărger sorgte, dass die Ampel-Koalition im Innenausschuss verhindert hatte, dass ĂŒber VorschlĂ€ge der Union zu Migration und Sicherheitspolitik in der Plenardebatte ebenfalls abgestimmt wird - VorschlĂ€ge der AfD standen dagegen zur Abstimmung. Der Erste Parlamentarische GeschĂ€ftsfĂŒhrer der Unionsfraktion, Thorsten Frei (CDU), nannte das «Ausdruck eines völlig chaotischen Regierungshandelns». Unionsfraktionsvize Andrea Lindholz (CSU) warf der Ampel Trickserei vor. Dort habe man befĂŒrchtet, dass FDP-Abgeordnete AntrĂ€gen der Union zustimmten.
Der Erste Parlamentarische GeschĂ€ftsfĂŒhrer der FDP-Fraktion, Johannes Vogel, nannte das Vorgehen hingegen normal. Anders als AntrĂ€ge der AfD nehme man AntrĂ€ge der Union auch ernst. Die Union brachte daraufhin AntrĂ€ge fĂŒr die Abstimmungen am Freitag ein, die nicht den Weg ĂŒber den Innenausschuss genommen hatten.


