Kiew, Bayern

Kiew: In Bayern getötete Ukrainer waren Armeeangehörige

29.04.2024 - 08:16:35

Nach dem Mord an zwei Ukrainern in Bayern gilt ein Russe als VerdÀchtiger. Aus Kiew kommt die Information, die Opfer seien Angehörige der StreitkrÀfte gewesen.

  • Die getöteten MĂ€nner im Alter von 23 und 36 Jahren hatten im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gelebt. - Foto: Hannes P Albert/dpa

    Hannes P Albert/dpa

  • Am GelĂ€nde eines Einkaufszentrums, an dem zwei MĂ€nner aus der Ukraine getötet worden sind, wurden Blumen niedergelegt sowie eine kleine ukrainische Flagge aufgestellt. - Foto: Constanze Wilz/dpa

    Constanze Wilz/dpa

Die getöteten MÀnner im Alter von 23 und 36 Jahren hatten im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gelebt. - Foto: Hannes P Albert/dpaAm GelÀnde eines Einkaufszentrums, an dem zwei MÀnner aus der Ukraine getötet worden sind, wurden Blumen niedergelegt sowie eine kleine ukrainische Flagge aufgestellt. - Foto: Constanze Wilz/dpa

Im oberbayerischen Murnau laufen die Ermittlungen nach dem gewaltsamen Tod zweier Ukrainer auf Hochtouren. Als TatverdÀchtiger war kurz nach der Tat ein Russe gefasst worden. Gegen den 57-JÀhrigen erging am Sonntag Haftbefehl. Laut Polizei gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass der russische Angriffskrieg eine Rolle spielte.

Die beiden mutmaßlich von dem Russen erstochenen Ukrainer im Alter von 23 und 36 Jahren sind nach Angaben aus Kiew Angehörige der StreitkrĂ€fte des Landes gewesen. Die beiden MĂ€nner seien nach Kriegsverletzungen zur medizinischen Rehabilitation in Deutschland gewesen, berichteten ukrainische Medien.

Am Tatort an einem Einkaufszentrum lagen Blumen und Transparente, unter anderem mit der Aufschrift «Nein - Terrorismus! Nein - Krieg! Nein - Morde! Nein - Tod!» Daneben Bilder der beiden Getöteten, die ukrainische Flagge und Kerzen.

Nach den bisherigen Ermittlungen kannten sich die drei MĂ€nner, wie Polizeisprecher Stefan Sonntag sagte. Details mĂŒssten noch geklĂ€rt werden. Es sei davon auszugehen, dass alle drei Alkohol konsumiert hatten. «Bei dem TatverdĂ€chtigen haben wir eindeutige Anhaltspunkte, dass er alkoholisiert war», sagte Sonntag.

Einen Bericht des Bayerischen Rundfunks, nach dem der TatverdĂ€chtige die Tat eingerĂ€umt hat, bestĂ€tigte Sonntag zunĂ€chst nicht. Auch zu den Verletzungen der beiden Getöteten, die dem Vernehmen nach in Murnau behandelt wurden, Ă€ußerte sich der Polizeisprecher nicht. Es gehe hier um Persönlichkeitsrechte.

«Sehr viel Alkohol im Spiel»

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte dem Bayerischen Rundfunk bereits am Sonntag gesagt: «Es gibt Zeugenaussagen, dass man die drei Beteiligten auch zuvor schon miteinander gesehen hat. Es gibt Hinweise darauf, dass sehr viel Alkohol im Spiel war bei allen Beteiligten. Das muss alles geklÀrt werden. Wir haben im Moment noch keinen zwingenden Hinweis, dass das sozusagen eine Widerspieglung der Auseinandersetzung zwischen Russland und Ukraine wÀre.»

Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba hatte seine Diplomaten angewiesen, den Fall besonders im Blick und den stĂ€ndigen Kontakt zu den Sicherheitsorganen Deutschlands zu halten, damit der VerdĂ€chtige nach der ganzen HĂ€rte des Gesetzes bestraft werde, hieß es in den Berichten vom Sonntagabend. Kuleba dankte den deutschen Behörden fĂŒr die Festnahme des 57 Jahre alte VerdĂ€chtigen, wie das Internetportal «Ukrajinska Prawda» berichtete.

Polizei: Tat hÀngt nicht mit russischem Angriffskrieg zusammen

Nach Polizeiangaben gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass die Tat mit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine zusammenhÀngt, den Kremlchef Wladimir Putin am 24. Februar 2022 begonnen hatte. In Deutschland leben Hunderttausende Ukrainer und Russen.

Im Moment werde geklĂ€rt, in welchen ukrainischen Einheiten die MĂ€nner gedient hĂ€tten, hieß es in den Medienberichten in Kiew. Es werde auch Kontakt zu den Angehörigen aufgenommen.

Die Ukrainer hatten im Landkreis Garmisch-Partenkirchen gelebt. Sie starben den Ermittlern zufolge an Stichverletzungen - der Ă€ltere der beiden direkt am Tatort, der jĂŒngere kurze Zeit spĂ€ter in einem Krankenhaus.

@ dpa.de