Sylter, Rassismus-Eklat

Sylter Rassismus-Eklat: Ermittlungen gegen drei VerdÀchtige

29.05.2024 - 16:11:12

Nach dem rassistischen Gegröle in einer Sylter Bar ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen drei Personen. Auch in einem weiteren Fall auf Sylt gibt es einen VerdÀchtigen.

Nach dem rassistischen Gegröle mehrerer Party-GÀste eines Lokals auf Sylt ermittelt die Flensburger Staatsanwaltschaft gegen eine Frau und zwei MÀnner. Das bestÀtigte ein Sprecher der Behörde. Zuvor berichtete das «Hamburger Abendblatt».

Genauere Angaben zu den Personen machte der Sprecher nicht. Es werde wegen des Verdachts der Volksverhetzung ermittelt, gegen einen der MĂ€nner außerdem wegen des Verdachts des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. In einem anderen Fall werde gegen einen Mann ermittelt im Zusammenhang mit einer Attacke gegen eine Frau in Kampen, die zuvor rassistisch beleidigt worden sein soll.

Auf einem wenige Sekunden langen Video, das zu Pfingsten entstanden sein soll, ist zu sehen und zu hören, wie junge Menschen zur Melodie des Party-Hits «L'amour toujours» von Gigi D'Agostino rassistische Parolen grölen. Sie singen «Deutschland den Deutschen - AuslĂ€nder raus!». Ein Mann macht eine Geste, die an den Hitlergruß denken lĂ€sst. Der Vorfall löste bundesweit Empörung aus.

Ermittlungen auch in Österreich

Auch in in Österreich sind Ă€hnliche VorfĂ€lle bekanntgeworden. Wie Polizeibehörden mitteilten, ermitteln StaatsschĂŒtzer in den BundeslĂ€ndern KĂ€rnten und Niederösterreich wegen Videos, in denen wie auf der Nordseeinsel «AuslĂ€nder raus»-Parolen zur Melodie von Gigi D'Agostinos Song «L'Amour toujours» gegrölt wurden.

Österreichs Regierungsparteien verurteilten diese VorfĂ€lle. «Wir haben eine historische Verantwortung, uns von derartigen Umtrieben glasklar zu distanzieren», sagte Sozial- und Gesundheitsminister Johannes Rauch von den GrĂŒnen. «Das geht nicht, das darf keinen Platz haben», sagte Fraktionschef August Wöginger von der konservativen Kanzlerpartei ÖVP. Extremistischen AnsĂ€tzen sei entschieden entgegenzutreten.

Im sĂŒdlichen Bundesland KĂ€rnten hat ein Lokalbetreiber in Klagenfurt bestĂ€tigt, dass GĂ€ste am Rosenmontag zur Sperrstunde «L'Amour toujours» mit rassistischem Text angestimmt hĂ€tten. «Kurz darauf habe ich die Musik abgedreht, die haben aber weiter gesungen», sagte der Lokalmanager, der sich von dem Gegröle distanzierte. Ein zweiter Vorfall wird einem Polizeisprecher zufolge in KĂ€rnten untersucht. Auslöser fĂŒr die Ermittlungen in Niederösterreich ist ein Video, in dem Menschen auf einem Faschingswagen das Skandal-Lied wĂ€hrend eines Umzugs in der Stadt Mödling singen.

@ dpa.de