ROUNDUP, Minister

Minister versprechen Landwirten Entlastung von BĂŒrokratie

15.03.2024 - 17:35:04

Nach den Bauernprotesten haben sich die Landwirtschaftsminister von Bund und LĂ€ndern darauf verstĂ€ndigt, den Regelungs-Wust fĂŒr die Land- und Forstwirtschaft in Deutschland einzudĂ€mmen.

Der bĂŒrokratische Aufwand fĂŒr Landwirte solle verringert werden, erste Schritte wĂŒrden bis Mitte 2024 umgesetzt, teilte die Vorsitzende der Agrarministerkonferenz, ThĂŒringens Ressortchefin Susanna Karawanskij (Linke), am Freitag in Erfurt mit. DafĂŒr sei mit Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (GrĂŒne) ein Zeitplan verabredet worden.

"Es soll da schnell vorangehen", sagte Özdemir. "Manches ist schon auf dem Weg." Es gehe unter anderem darum, mehrfache Dokumentationspflichten abzuschaffen oder sich widersprechende Regelungen durch Vorgaben von EU und Bund. Die BundeslĂ€nder haben nach Angaben von Karawanskij insgesamt 194 VorschlĂ€ge auf den Tisch gelegt, die der Bund jetzt prĂŒfe und zu denen er eine PrioritĂ€tenliste aufstelle. Zudem werde erwartet, dass bei neuen Gesetzen keine neuen "BĂŒrokratiemonster" entstehen.

Der Deutsche Bauernverband hatte vor dem Treffen BĂŒrokratieabbau gefordert. "Unsere Betriebe werden von der BĂŒrokratie erdrĂŒckt. Dieser Aufwand kostet immens viel Zeit und damit Geld", hatte VerbandsprĂ€sident Joachim Rukwied kritisiert. Bauern verwiesen am Rande der Konferenz darauf, dass es beispielsweise bei Abstandsregelungen fĂŒr den GewĂ€sserschutz unterschiedliche Vorgaben in verschiedenen Gesetzen gibt.

Nach der FrĂŒhjahrstagung der Agrarminister stellte Özdemir baldige weitere VorschlĂ€ge zur Entlastung landwirtschaftlicher Betriebe in Aussicht. Dazu gebe es GesprĂ€che der Bundesregierung und der Koalitionsfraktionen im Bundestag. Details könne er noch nicht nennen. Er sei aber zuversichtlich, dass es zu einer VerstĂ€ndigung komme, sagte Özdemir.

Am 22. MÀrz geht es im Bundesrat erneut um das Wachstumschancengesetz. Die LÀnder hatten nach dem Vermittlungsausschuss klargemacht, dass sie zuvor noch VorschlÀge zugunsten der Landwirtschaft erwarten.

Sachsen-Anhalts Agrarminister Sven Schulze (CDU) sagte, er halte das, was als Alternative zum Agrardiesel bisher vom Bund angeboten werde, fĂŒr nicht ausreichend. ThĂŒringens Ressortchefin Karawanskij Ă€ußerte die Erwartung, dass Biokraftstoffe und alternative Antriebstechnologien stĂ€rker ausgebaut werden. "Da geht es auch um Steuerentlastungen fĂŒr Agrardiesel", sagte sie.

Kritik ĂŒbten die Agrarminister der LĂ€nder an einer ihrer Meinung nach unzureichenden Finanzierung des Umbaus der Tierhaltung fĂŒr mehr Tierwohl. "Es geht uns um eine dauerhafte, verlĂ€ssliche Finanzierung", sagte Karawanskij. Özdemir verwies darauf, dass bisher insgesamt eine Milliarde Euro fĂŒr VerĂ€nderungen in der Schweinehaltung zur VerfĂŒgung stehe. "Das kann nur ein Anfang sein", erwiderte Brandenburgs Agrarminister Axel Vogel (GrĂŒne).

@ dpa.de